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Braga will Porto im Endspiel entzaubern

Manch einer hat den Sieg des FC Portos im Endspiel der UEFA Europa League schon fest eingeplant, doch deren Ex-Stürmer und heutiger Coach des SC Braga, Domingos Paciência, hat andere Pläne.

Ganz Europa blickt heute Abend nach Dublin - gelingt Außenseiter Braga der totale Triumph?
Ganz Europa blickt heute Abend nach Dublin - gelingt Außenseiter Braga der totale Triumph? ©Getty Images

Viele der neutralen Beobachter glauben, dass in wenigen Stunden der scheinbar unaufhaltsame FC Porto den Gewinn der UEFA Europa League feiern wird, doch deren Ex-Stürmer Domingos Paciência hat andere Pläne und will mit dem SC Braga selber den Titelgewinn zelebrieren.

"Ich bin stolz darauf, dass ich Braga nach 90 Jahren seiner Geschichte hierher führen konnte", sagte der 42-Jährige, der schon bekanntgegeben hatte, dass das Spiel am Mittwoch das letzte für ihn als Trainer Bragas sein wird. "Es ist ein Traum, nach Dublin zu kommen, aber noch will ich nicht aufwachen. Ich möchte einen Tag lang weiterträumen. Wenn ich aufwache, will ich den Pokal in den Händen halten."

Das wiederum ist ein Bild, an das wohl die wenigsten zu Wettbewerbsbeginn geglaubt hätten. Bragas "Sammlung" nennenswerter Titel besteht einzig aus dem portugiesischen Pokal aus dem Jahre 1966. Vor dieser Saison kamen sie im Europapokal nie über das Achtelfinale hinaus. Doch eine Kombination aus Hunger, Beharrlichkeit und Antrieb hat sie nun ganz dicht an den Sieg heranrücken lassen. Man ist dort so auf die bevorstehende Aufgabe konzentriert, dass Paciência am Dienstag nicht einmal merkte, dass sich der Pokal fast neben ihm befand.

"Ich konzentriere mich auf diesen Pokal", sagte er, nachdem er ihn dann doch bemerkt hatte. "Ich will sehen, wie ihn meine Spieler in den Himmel emporstemmen. Ich habe zuletzt nicht gut geschlafen, habe alle Möglichkeiten im Kopf durchgespielt. Das Schicksal ist schon ein bisschen ironisch - wir spielen ausgerechnet gegen Porto. Sie sind zwar Favoriten, doch 1987, als ich für Porto gespielt habe, dachte jeder, dass Bayern München gewinnen würde. Dann haben wir uns durchgesetzt."

Sollte Braga heute Abend das Kunststück eines Sieges gelingen, wäre das eine noch größere Überraschung, als Bayerns Niederlage damals im Endspiel des Pokals der europäischen Meistervereine. Porto war zuletzt in unglaublicher Form und konnte den Gewinn der Meisterschaft durch das 2:0 am Samstag gegen CS Marítimo ohne eine einzige Niederlage beenden - dabei ist es gerade einmal die erste komplette Saison von Trainer André Villas-Boas als Trainer. Auch beide Ligaspiele gegen Braga konnten in dieser Spielzeit gewonnen werden, so dass die Bilanz bei 131 Aufeinandertreffen nun 92 Siege für Porto aufweist; lediglich 17 Mal gingen die Arsenalistas als Sieger vom Feld.

Die Mannschaft von Paciência unterschätzt man allerdings auf eine Gefahr. Nicht weniger als sechs ehemalige Europapokalsieger zogen in dieser Saison den Kürzeren - darunter Liverpool FC und SL Benfica. Warum sollte es nicht ein siebtes Opfer geben? Villas-Boas nimmt den Sieg jedenfalls nicht als selbstverständlich an: Zwar akzeptiert er gezwungenermaßen die Favoritenrolle an, verweist aber darauf, dass "Braga bisher jeden Favoriten, auf den sie getroffen sind, auch geschlagen haben."

Der 33-Jährige, der auf den an Oberschenkel-Problemen leidenden Cristian Rodríguez verzichten muss, fuhr fort: "Wir wollten hier hin, seitdem wir vor neun Monaten in den Play-offs [gegen KRC Genk) gewonnen hatten. Für eine Mannschaft wie uns ist es Pflicht, alles zu gewinnen, was vor uns liegt und genau das haben wir uns zu Saisonbeginn vorgenommen. Wir müssen uns nur darauf konzentrieren, unser Spiel zu machen - denn das hat uns schließlich so weit gebracht."

Entweder wird also Porto sich die Krone der UEFA Europa League aufsetzen, oder Braga darf sich in den illustren Kreis der Europapokalsieger einreihen. Was auch immer am Ende passieren mag - zwar hat der Besuch der Queen zuletzt die Schlagzeilen in der Republik Irland auf sich gezogen, doch am Mittwochabend wird sie das Rampenlicht für ein paar Stunden mit dem ersten auf irischem Boden stattfindenden Europapokalfinale teilen müssen.

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