Schnappschuss: Napoli 1989 mit Maradona eine Macht

Ein Erfinder, ein als Rambo bekannter Mittelfeldspieler, ein künftiger Gewinner der UEFA Champions League sowie Diego Maradona – treffen Sie einige Spieler, die 1989 mit dem SSC Napoli den UEFA-Pokal gewannen.

Stuttgart hatte 1989 im Finale gegen Napoli das Nachsehen
Stuttgart hatte 1989 im Finale gegen Napoli das Nachsehen ©Getty Images

Während der SSC Napoli es nun im Viertelfinale der UEFA Europa League mit dem VfL Wolfsburg zu tun bekommt, erinnern wir uns jenes Team, das 1989 den UEFA-Pokal gewonnen hat und das damals das letzte Mal die Runde der letzten acht Mannschaften eines Europapokalwettbewerbs erreichte. Angeführt von Diego Maradona marschierten die Partenopei nicht nur in Europa, sondern auch im eigenen Lande von Erfolg zu Erfolg. Der Höhepunkt war der 5:4-Gesamtsieg gegen den VfB Stuttgart.

1. Raffaele Di Fusco
Di Fusco, der ewige Ersatztorhüter, kam in der Serie A zwischen 1983 und 1998 zwar nur auf 34 Einsätze, wobei er auch kurz bei US Catanzaro und bei Torino FC spielte. Eine dieser Partien bestritt er sogar als Stürmer - 1989 in einem Spiel gegen Ascoli Calcio. Weil Personalnot herrschte, wurde er elf Minuten vor dem Ende für Careca eingewechselt. Derzeit ist er Torwarttrainer bei US Lecce. Er erfand den "Flugbahnumleiter", den er auch patentieren ließ. Dies ist ein Werkzeug, um die schnellen Reflexe zu trainieren.

2. Ciro Ferrara
Der in Neapel geborene Verteidiger verließ 1994 seine Heimatstadt und verbrachte den Rest seiner Karriere bei Juventus, mit dem er unter anderem 1996 die UEFA Champions League gewann. Der 49-malige italienische Nationalspieler beendete 2005 seine aktive Karriere, nachdem er zuvor der erst dritte Spieler geworden war, der für zwei Vereine je über 200 Begegnungen in der Serie A bestritten hatte. Zunächst war er Assistent von Azzurri-Trainer Marcello Lippi, ehe er später Juventus, die italienische U21 und den UC Sampdoria trainierte. Im Dezember 2012 wurde er von den Blucerchiati entlassen, zurzeit arbeitet er als TV-Experte.

3. Diego Maradona
Einer der Größten aller Zeiten. 1991 verließ der Gewinner der FIFA-WM 1986 nach sieben Saisons Napoli. Während dieser Zeit gewann er mit den Süditalienern den UEFA-Pokal, die Coppa Italia und zwei Titel in der Serie A; die ersten in der Vereinsgeschichte überhaupt, aber auch die letzten. Der 1,65 Meter große Spielmacher spielte in Spanien für Sevilla FC, ehe er nach Argentinien zurückkehrte, wo er 1997 bei CA Boca Juniors seine Karriere beendete. Als Trainer führte er Argentinien zur FIFA-WM 2010, um dann anschließend al-Wasl FC in den Vereinigten arabischen Amiraten zu trainieren.

4. Francesco Romano
Romano verließ Napoli unmittelbar nach dem Gewinn des UEFA-Pokals Richtung Torino. Anschließend spielte er beim AC Venezia und bei US Triestina, wo er die Meisterschaft in der Serie C gewann. 1995 trat er nach kurzem Aufenthalt beim AC Palazzolo zurück. Obwohl er im Kader der Azzurri für die UEFA-Europameisterschaft 1988 stand, bestritt er kein einziges Länderspiel für Italien. Anschließend wurde Romano Fußballagent.

5. Antonio Carannante
Ebenso wie Romano verließ auch Carannante Napoli im Sommer 1998, um bei Lecce zu unterschreiben. Anschließend spielte er bei Piacenza FC, für den AS Avellino 1912 und für den SS Nola, ehe er 1996 seine Fußballschuhe an den Nagel hängte. Er begann eine Trainerkarriere in Napolis Jugendakademie, ehe er als Coach und Sportdirektor für den regionalen Verband von Campania, wo Neapel die Hauptstadt ist, arbeitete. Derzeit arbeitet er an der Seite des ehemaligen Napoli-Verteidigers Giuseppe Bruscolotti bei ASD Gladiator in der fünften italienischen Liga.

Maradona lässt im Hinspiel einen Verteidiger stehen
Maradona lässt im Hinspiel einen Verteidiger stehen©Getty Images

6. Giuliano Giuliani
Der Torhüter trennte sich von Napoli, nachdem er 1990 mit den Partenopei den Scudetto gewonnen hatte, und ging zu Udinese Calcio. 1996 starb er im Alter von 38 Jahren an AIDS. Giuliani war nicht besonders spektakulär, aber sehr effizient. Man wird in ihm immer einen Torhüter sehen, der Napolis erfolgreichste Ära mitgeprägt hat. In seinen zwei Jahren in Neapel wurde er zweimal Meister und holte der UEFA-Pokal.

7. Fernando De Napoli
Wegen seines Kampfgeistes wurde der Mittelfeldspieler auch "Rambo" genannt. De Napoli verließ seinen Namensvetterklub im Jahre 1992, um beim AC Milan, mit dem er zwei Meisterschaften gewann, anzuheuern. Allerdings kam er in zwei Saisona im San Siro auf nur neun Ligaspiele. 1997 beendete er beim AC Reggiana 1919 seine Spielerkarriere. De Napoli diente fortan Reggiana bis 2005, als der Verein in die Insolvenz ging, als Direktor. Er kehrte dem Fußball den Rücken und ist heute Mitbesitzer einer Weinbar in der Nähe von Bologna. 

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