Unity EURO Cup: Mahmouds Geschichte
Donnerstag, 15. Oktober 2026
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Der syrische Flüchtling Mahmoud Ali erklärt, wie der Fußball ihm geholfen hat, Kontakte mit den Menschen in seiner neuen Heimat Deutschland zu knüpfen. Jetzt unterstützt er über dieselbe Organisation, die ihm geholfen hat, andere Flüchtlinge.
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In Syrien spielte Mahmoud Ali nur in der Schule und zum Spaß Fußball, doch als er Ende 2015 nach Deutschland kam, wurde der Sport rasch zu einem festen Bestandteil seines Lebens.
Durch die Teilnahme an den offenen Trainingseinheiten bei der Berliner Organisation Champions ohne Grenzen schaffte er es, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen.
„Als wir angekommen sind, konnten wir nicht einmal einen Sprachkurs belegen, weil wir keine Aufenthaltsgenehmigung hatten“, sagt er. „Der Sport war der einzige Weg, um andere Leute kennenzulernen.“
Zehn Jahre später ist Mahmoud Teil des Vorstands der Organisation, die ihm dabei half, sich in Deutschland einzuleben. Champions ohne Grenzen bietet unter anderem Trainingseinheiten im Fußball, Volleyball und Laufen sowie Unterstützung und Rechtsberatung für Flüchtlinge an.
„Es ist ein echtes Kulturprojekt geworden“, sagt Mahmoud. „Selbst die Mitglieder, die gerade verletzt sind, kommen nach dem Training, um zusammen einen Tee zu trinken.“
Seine Arbeit als Vorstandsmitglied hält ihn jedoch nicht davon ab, Fußball zu spielen. Dieses Jahr hat der Deutsche Fußball-Bund Mahmoud eingeladen, Deutschland beim Unity EURO Cup in Florenz zu vertreten.
Der Unity EURO Cup
Die fünfte Ausgabe des Unity EURO Cup findet am 15. Oktober im technischen Zentrum des Italienischen Fußballverbands bei Florenz statt. Er ist mehr als nur ein Fußballturnier – bei der Veranstaltung geht es um die Kraft des Fußballs, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zusammenzubringen. Bei der von der UEFA in Zusammenarbeit mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) organisierten Veranstaltung treten Teams bestehend aus Flüchtlingen sowie Spielerinnen und Spielern aus ihren aufnehmenden Gemeinden bei einem gemischtgeschlechtlichen Turnier gegeneinander an, bei dem die wichtige Rolle des Fußballs bei der Förderung von gesellschaftlicher Inklusion im Mittelpunkt steht.
Vom Flüchtling zum Trainer
Mit einem niederschwelligen Angebot ohne Anmeldung, Teilnahmegebühren oder eine regelmäßige Verpflichtung wird im Rahmen von Champions ohne Grenzen Gemeinschaft und Integration durch den Sport gefördert. Gleichzeitig sorgt die Zusammenarbeit mit den örtlichen Fußballvereinen dafür, Möglichkeiten für Spielerinnen und Spieler sowie Coaches zu schaffen.
„Ich habe an einem Workshop der Organisation teilgenommen und später beim Berliner Fußball-Verband meine Trainerlizenz erworben. So bin ich dazu gekommen, Kinder in einem Verein zu trainieren“, erklärt Mahmoud. „Ich wollte etwas tun, um schnell die Sprache zu lernen, und das war perfekt für mich, weil Kinder keine Berührungsängste haben. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, haben sie mich sofort korrigiert. Das hat mir sehr geholfen: Ich habe von ihnen gelernt, und sie haben gelernt, wie man Fußball spielt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt.“
Coaching war in den letzten Jahren ein großer Teil von Mahmouds Leben – und hat zu einigen besonderen Momenten geführt. „In einem meiner Jugendteams gab es ein Mädchen, das in die Nachwuchsstrukturen von Union Berlin aufgenommen wurde. Das hat mich so stolz gemacht. Nicht ich habe diesen Schritt gemacht, aber der Verein und ich konnten etwas dazu beitragen.“
„Wir hoffen, dass wir beim Unity EURO Cup eine gute Leistung zeigen und gut abschneiden, aber am wichtigsten ist für uns der Spaß an der Sache.“
Neustart
Wie viele Flüchtlinge hatte Mahmoud bei seiner Ankunft in Deutschland keine Dokumente zum Nachweis seines Bildungswegs und seiner beruflichen Ausbildung. Daher musste er seinen Schulabschluss wiederholen und eine Lehre absolvieren.
Mittlerweile arbeitet er in Vollzeit für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und studiert an der Abendschule Energiemanagement.
„Manchmal ist es wirklich anstrengend, acht Stunden zu arbeiten und dann noch drei Stunden die Schulbank zu drücken, aber es macht auch Spaß, weil ich mich weiterbilden will“, sagt er.
Da Mahmouds Arbeit und schulische Verpflichtungen Vorrang haben, bleibt ihm weniger Zeit für den Fußball. Aber er leitet immer noch die Laufgruppe von Champions ohne Grenzen.
„Vor kurzem haben sieben oder acht aus der Gruppe am Berlin-Marathon teilgenommen. Fast alle haben eine neue Bestzeit aufgestellt und ich war so glücklich, dass ich ihnen ein kleines bisschen helfen konnte, ihre Ziele zu erreichen.“
Ein neues Land vertreten
Mahmoud reist nach Florenz, um Deutschland zusammen mit anderen Mitgliedern von Champions ohne Grenzen beim Unity EURO Cup zu vertreten.
„Letztes Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund unseren eigenen Unity Cup organisiert. Wir wollten ihn dieses Jahr wiederholen, aber aufgrund der Hitzewelle mussten wir ihn leider absagen“, sagt er. „Aber unser Team darf nach Florenz reisen.
Wir hoffen, dass wir beim Unity EURO Cup eine gute Leistung zeigen und gut abschneiden, aber am wichtigsten ist für uns der Spaß an der Sache.“