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Unity EURO Cup: Aminatas Geschichte

Nachhaltigkeit Mitglieder

Als junges Mädchen spielte Aminata in Mali heimlich Fußball. Jetzt ist sie als Schiedsrichterin und Sportlehrerin tätig und zeigt, wie Widerstandsfähigkeit und eine Leidenschaft für den Sport Türen öffnen und dazu beitragen können, sich ein neues Leben aufzubauen.

Unity EURO Cup: Aminatas Geschichte

Wenn Aminata Bah beim Unity EURO Cup in Florenz den Platz betritt, geht es für sie mehr als nur um ein Fußballturnier. Ihre Teilnahme ist ein weiterer Meilenstein auf einem Weg, der von Beharrlichkeit, Widerstandsfähigkeit und einer unerschütterlichen Leidenschaft für den Fußball geprägt ist.

Sie ist in Mali aufgewachsen , wo sie sich schon früh für den Fußball begeistert hat. Doch dieser Leidenschaft tatsächlich nachzugehen, war alles andere als einfach.

Heimlich spielen

Wann immer es ging, schlich Aminata sich als Kind aus dem Haus, um mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft zu kicken.

Die Spiele fanden meist spontan statt, manchmal mit selbstgemachten Bällen, und wurden auf staubigen Plätzen ausgetragen, unabhängig davon, ob die Sonne vom Himmel brannte oder es regnete. Das war Fußball in seiner reinsten Form: Freude,Freundschaft und Zugehörigkeitsgefühl.

„Ich habe gespielt, bis meine Schuhe kaputt gingen“, erinnert sie sich. „Manchmal habe ich barfuß weitergemacht. Manchmal habe ich mir weh getan, aber meinen Eltern nichts gesagt, weil ich am nächsten Tag wieder spielen wollte.“

Die brasilianische Legende Marta Vieira da Silva war ihr Vorbild, und ihr Umfeld gab ihr schon bald den Spitznamen Marta.

Der Unity EURO Cup

Die fünfte Ausgabe des Unity EURO Cup findet am 15. Oktober im technischen Zentrum des Italienischen Fußballverbands bei Florenz statt. Er ist mehr als nur ein Fußballturnier – bei der Veranstaltung geht es um die Kraft des Fußballs, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zusammenzubringen. Bei der von der UEFA in Zusammenarbeit mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) organisierten Veranstaltung treten Teams bestehend aus Flüchtlingen sowie Spielerinnen und Spielern aus ihren aufnehmenden Gemeinden bei einem gemischtgeschlechtlichen Turnier gegeneinander an, bei dem die wichtige Rolle des Fußballs bei der Förderung von gesellschaftlicher Inklusion im Mittelpunkt steht.  

Nie aufgeben

Trotz Aminatas Begeisterung galt Fußball in ihrer Heimat nicht als ein geeigneter Sport für Mädchen.

Für ihren Vater und die ganze Familie galt Fußball als Männersport. Selbst als Aminata vom AS Mandé, einem der führenden malischen Frauenklubs, entdeckt wurde, nahm sie heimlich an den Trainingseinheiten teil.

Die Probleme wurden noch größer, als man erkannte, dass sie das Potenzial zur Nationalspielerin hatte.

„Als ich für Testspiele mit dem Nationalteam ausgewählt wurde, verbot mir mein Vater, mitzumachen.“

Mit 14 Jahren wurde sie an der Ben-Omar-Sy-Sportschule zugelassen und ihre Familie hoffte, dass sie sich dort auf die Leichtathletik konzentrieren und den Fußball vergessen würde.

Das ist jedoch nie passiert.

Aminata (vorne links) mit ihren Mitspielerinnen beim Unity EURO Cup.
Aminata (vorne links) mit ihren Mitspielerinnen beim Unity EURO Cup.

Mitten im Spielgeschehen

Da es Aminata nicht möglich war, so Fußball zu spielen, wie sie wollte, fand sie einen anderen Weg, ihrem Lieblingssport treu zu bleiben: das Schiedsrichterwesen.

Es war ein ungewöhnlicher Weg. Damals gab es nur sehr wenige Schiedsrichterinnen, aber genau das bestärkte sie in ihrem Vorhaben.

2017 ermutigte sie Mädchen aus ihrem Leichtathletikverein, sich auch als Schiedsrichterin zu versuchen, um gemeinsam gegen die herrschenden Klischees vorzugehen.

„Die Tätigkeit als Schiedsrichterin war ein Beweis für meine Entschlossenheit“, erklärt sie. „Trotz des Drucks, der Vorurteile und Hindernisse hat mich nichts davon abbringen können. Als Schiedsrichterin war ich da, wo ich sein wollte: mitten im Spielgeschehen.“

„Der Sport war für mich der Schlüssel dazu, selbstbestimmt zu leben und meinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Er hat mir geholfen, aus jeder Herausforderung gestärkt hervorzugehen.“

Aminata Bah

Ein neues Kapitel in Frankreich

Aminata erhielt eine neue Gelegenheit, sich zu beweisen, als sie 2024 zu den Olympischen Spielen nach Paris reiste.

Dort entstand ein Kontakt zu Kabubu, einer Organisation, die Sport als Instrument für soziale Inklusion und Integration sieht.

Dank Kabubu kehrte sie zum Fußball zurück und baute sich ein neues Leben auf. Die Organisation bot ihr die Möglichkeit, neben der Arbeit zu studieren, und unterstützte sie auf dem Weg zu einem Abschluss als Sportlehrerin.

„Der Sport war für mich der Schlüssel dazu, selbstbestimmt zu leben und meinen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Er hat mir geholfen, aus jeder Herausforderung gestärkt hervorzugehen, und enge Kontakte in einem neuen Umfeld zu knüpfen.“

Team Frankreich im Vorfeld des Unity EURO Cup 2026.
Team Frankreich im Vorfeld des Unity EURO Cup 2026.

Ein Traum wird wahr beim Unity EURO Cup 

Aminata nimmt dieses Jahr an ihrem ersten Unity EURO Cup teil. Bei der von der UEFA in Zusammenarbeit mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) organisierten Veranstaltung treten Teams bestehend aus Flüchtlingen sowie Spielerinnen und Spielern aus ihren aufnehmenden Gemeinden gegeneinander an. Der französische Verband hat Aminata in einer Zusammenarbeit mit Kabubu in seinen Kader für die fünfte Ausgabe des Turniers berufen.

Für sie ist der Unity EURO Cup der Höhepunkt ihrer jahrelangen Bemühungen.

„Ich bin so stolz darauf, am Unity EURO Cup teilnehmen zu dürfen. Es ist das Ergebnis einer langen Reise, die zeigt, dass Träume kulturelle und familiäre Hürden überwinden können.“

Die Werte des Turniers – Einheit, Widerstandsfähigkeit und Inklusion – spiegeln sich in ihrer eigenen Geschichte wider.

Aminata hofft, dass ihre Erfahrungen eine Inspiration für andere sein können.

„Ich bin so stolz darauf, am Unity EURO Cup teilnehmen zu dürfen. Es ist das Ergebnis einer langen Reise.“

Aminata Bah

„Meine Botschaft an alle jungen Mädchen und an Geflüchtete lautet: Lasst euch von niemandem eure Leidenschaft nehmen oder euch vorschreiben, was aus euch werden soll. Wenn der Weg schwer ist oder ihr Zweifel habt, bleibt stark. Glaubt an euch und nutzt alle Gelegenheiten, die der Sport bietet, um eure Zukunft zu gestalten.“

Dieses Zugehörigkeitsgefühl wurde auch beim Trainingslager des französischen Teams in Clairefontaine deutlich sichtbar. Zwei Tage lang trainierten die Spieler und Spielerinnen, aßen zusammen, nahmen an Medienaktivitäten teil und schlossen im Vorfeld ihrer Reise nach Florenz Freundschaften.

Für Aminata und ihre Teamkolleg/-innen war das Trainingslager mehr als nur eine Vorbereitung auf ein Turnier; es war ein weiteres Beispiel, wie der Fußball Möglichkeiten schaffen, Gemeinschaften stärken und Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen kann.

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