Unity EURO Cup: Jacobs Geschichte
Freitag, 16. Oktober 2026
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Slowenien schenkte dem venezolanischen Flüchtling Manuel Jacob Contreras Gomez ein Gefühl des Friedens. Dank dem Fußball hat er Menschen gefunden, die er heute als Familie betrachtet.
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Vor knapp fünf Jahren traf Jacob die schwierige Entscheidung, Venezuela zu verlassen. Er suchte Schutz angesichts des politischen Klimas im Land und des Drucks, dem er als politischer Aktivist ausgesetzt war. Obwohl er vor seiner Ankunft sehr wenig über Slowenien wusste, fand er allmählich die Ruhe und Geborgenheit, die er suchte. Heute hält er das Land für sein Zuhause. „Nach fast fünf Jahren bin ich sehr froh, hier zu sein, weil ich Slowenien wirklich mag. Die Leute hier sind nett. Ich habe in Slowenien meine Ruhe gefunden.“
Jacob hat auch einen persönlichen Weg gefunden, sich in seiner neuen Umgebung einzuleben: seine Leidenschaft für die Fotografie. Besonders beeindruckt haben ihn die Naturschönheiten Sloweniens, vor allem die Berge. „Ich bin froh, dass ich jederzeit frische Luft atmen kann“, so Jacob. „Es gibt so viele schöne Orte in Slowenien. Ich liebe Kranjska Gora – das ist wahrscheinlich mein Lieblingsort. Du gehst hin und bist einfach überwältigt.“
Heute arbeitet er an einer Reihe von Projekten im In- und Ausland, von Werbeproduktionen bis hin zu Filmprojekten. Zuletzt wirkte er an einem Kurzfilm über Migration aus Venezuela mit, in dem er auch als Schauspieler auftrat. Das Thema war für ihn besonders bedeutsam, weil es seinen eigenen Weg widerspiegelt.
Der Unity EURO Cup
Die fünfte Ausgabe des Unity EURO Cup findet am 15. Oktober im technischen Zentrum des Italienischen Fußballverbands bei Florenz statt. Er ist mehr als nur ein Fußballturnier – bei der Veranstaltung geht es um die Kraft des Fußballs, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zusammenzubringen. Bei der von der UEFA in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) organisierten Veranstaltung treten Teams bestehend aus Flüchtlingen sowie Spielerinnen und Spielern aus ihren aufnehmenden Gemeinden bei einem gemischtgeschlechtlichen Turnier gegeneinander an, bei dem die wichtige Rolle des Fußballs bei der Förderung von gesellschaftlicher Inklusion im Mittelpunkt steht.
Träume wahr werden lassen
Die Fotografie hat auch dazu beigetragen, einen von Jacobs langjährigen Träumen Realität werden zu lassen. Bei einem Fußballspiel zwischen Slowenien und Portugal hatte er die Gelegenheit, Cristiano Ronaldo zu fotografieren. „Das war eine ganz besondere Erfahrung für mich, denn Ronaldo ist mein Idol. Ich werde diesen Moment nie vergessen.“
Das Fotografieren seines Idols ist eine von vielen Möglichkeiten, die sich ihm in seinem früheren Leben in Venezuela kaum eröffnet hätten. „Einige meiner Träume sind in Slowenien wahr geworden, weil ich hier vieles tun kann, was in meiner Heimat einfach nicht geht.“
„Einige meiner Träume sind in Slowenien wahr geworden, weil ich hier vieles tun kann, was in meiner Heimat einfach nicht geht.“
Mit Stolz in den slowenischen Farben
Jacob ist selbst begeisterter Fußballer und bereitet sich auf seine dritte Teilnahme mit Slowenien beim Unity EURO Cup vor. „In diesem Jahr habe ich höhere Erwartungen, denn letztes Mal sind wir wirklich ein Team geworden. Wir sind im Laufe des Turniers zusammengewachsen und sind nun besser organisiert.“
Die Kontakte, die Jacob beim Unity EURO Cup geknüpft hat, bedeuten ihm viel mehr als das Turnier selbst. Er hat viele Menschen aus der ganzen Welt mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die weit über den Wettkampf hinaus andauern.
„Da gibt es einen wirklich netten Typen aus Kolumbien, der Kapitän des italienischen Teams war – wir sind seither in Kontakt geblieben. Solche Leute trifft man bei diesem Turnier. Man hat fast das Gefühl, Brüder zu sein, weil man so enge Beziehungen aufbaut.“
Das Turnier bietet Jacob auch eine Plattform, seine eigene Geschichte zu erzählen. Nachdem er bei seiner Ankunft in Slowenien kaum etwas über das Land wusste, erfüllt es ihn heute mit Stolz, seine neue Heimat zu vertreten – und es ist eine Gelegenheit, die neuen Freundschaften und das Leben, das er sich aufgebaut hat, zu feiern.