Unity EURO Cup: Agneaus, Ismails und Abbytas Geschichte
Freitag, 16. Oktober 2026
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Der Fußball hat Agneau, Ismail und Abbyta die Möglichkeiten gegeben, Freundschaften zu schließen, Neues zu lernen und Kontakte in einer neuen Gesellschaft zu knüpfen. Ihre ganz unterschiedlichen Geschichten zeigen, wie Kontakte auf dem Platz dazu beitragen können, sich abseits des Spielfelds ein neues Leben aufzubauen.
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Agneau stammt aus dem Kongo und lebte als Flüchtling in Kenia, bevor er in die Niederlande kam, um dort ein neues Leben aufzubauen.
Der Fußball bot ihm einen Weg, nach vorne zu blicken. Er trat dem Amateurverein CSV BOL aus Broek op Langedijk bei, wo er schnell ein fester Bestandteil der Mannschaft wurde und enge Freundschaften schließen konnte. Die Saison beendete er dabei sogar als Torschützenkönig seines Teams.
„Ich musste ganz von vorne anfangen, und jetzt stehe ich hier“, erklärt er stolz.
Die Kontakte im Verein haben Agneau auch abseits des Spielfelds geholfen, als er auf der Suche nach Arbeit war. Sein Teamkollege Ernst hat sich sehr für ihn eingesetzt. Heute arbeitet er in einer Bäckerei und besucht einen niederländischen Integrationskurs.
Agneau hat seinen Traum, Profifußballer zu werden, noch nicht aufgegeben. Aber schon jetzt hat ihm der Fußball weit mehr als nur eine Möglichkeit zum Spielen beschert. „Fußball bedeutet mir alles“, sagt er.
Zusammen mit Ismail und Abbyta hat Agneau die Gelegenheit, sein Können beim Unity EURO Cup 2026 unter Beweis zu stellen.
Der Unity EURO Cup
Die fünfte Ausgabe des Unity EURO Cup findet am 15. Oktober im technischen Zentrum des Italienischen Fußballverbands bei Florenz statt. Er ist mehr als nur ein Fußballturnier – bei der Veranstaltung geht es um die Kraft des Fußballs, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zusammenzubringen. Bei der von der UEFA in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) organisierten Veranstaltung treten Teams bestehend aus Flüchtlingen sowie Spielerinnen und Spielern aus ihren aufnehmenden Gemeinden bei einem gemischtgeschlechtlichen Turnier gegeneinander an, bei dem die wichtige Rolle des Fußballs bei der Förderung von gesellschaftlicher Inklusion im Mittelpunkt steht.
Ein besonderer Weg in die erste Mannschaft
Ismail kam aus dem Sudan in die Niederlande und fand durch ein berufliche Stellenvermittlung den Weg zum Klub VV VOP in Amersfoort. Dort lernte er Ben kennen, der ihm half, sich im Verein einzuleben, Selbstvertrauen zu schöpfen und sich auf dem Platz zu verbessern.
Während eines Fußballturniers zog Ismail die Aufmerksamkeit der Trainer auf sich und wurde zu einem Training der ersten Mannschaft eingeladen. Mittlerweile ist er dort Stammspieler und hat auch angefangen, andere zu coachen und zu unterstützen.
Im Verein hatte er die Möglichkeit, durch Gespräche mit Mannschaftskollegen Niederländisch zu üben und neue Leute zu treffen, um in seiner neuen Umgebung wirklich anzukommen.
Durch den Fußball kann er zudem ein wenig vom Stress des Konflikts in seinem Heimatland und der schwierigen Situation im Asylzentrum abschalten.
„Wenn ich auf dem Spielfeld stehe, fühle ich mich ruhig und ausgeglichen“, sagt er.
„Fußball führt Menschen zusammen. Er sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.“
Beitrag für die lokale Gesellschaft
Für Teamkollege Abbyta bot der Fußball eine gute Gelegenheit, ein neues Gemeinschaftsgefühl zu entdecken.
Der gebürtige Äthiopier begann nach seinem Umzug in die Niederlande im Alter von zwölf Jahren wieder mit dem Fußballspielen. Auf einem der örtlichen Cruyff Courts knüpfte er dauerhafte Freundschaften. Nach einem Sportstudium lässt er sich nun zum Sozialarbeiter ausbilden. Tagsüber arbeitet er Vollzeit für die zentrale niederländische Asylbehörde.
Dort hat Abbyta mitgeholfen, ein Fitnessstudio einzurichten, und er organisiert regelmäßig Fußballturniere. Durch den Sport hilft er anderen dabei, ähnliche Kontakte zu knüpfen, die ihm auch geholfen haben, sein Leben neu aufzubauen.
„Fußball führt Menschen zusammen. Er sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre“, erklärt er. „Die Menschen werden aktiver. Es ist auch gut für die Psyche. Man sieht wirklich den Unterschied.“
Seine niederländische Teamkollegin Nicole fasst es treffend zusammen: „Am Ende sind wir alle Menschen. Manchmal gibt es einfach irgendwelche Gräben, die verhindern, dass wir uns tatsächlich begegnen. Der Fußball und die Zugehörigkeit zu einem Team können dazu beitragen, diese Gräben zuzuschütten.“