UEFA-Präsident: Aleksander Čeferin

Aleksander Čeferin wurde im September 2016 auf dem 12. Außerordentlichen UEFA-Kongress in Athen zum siebten Präsidenten der UEFA gewählt.
Aleksander Čeferin wurde im September 2016 auf dem 12. Außerordentlichen UEFA-Kongress in Athen zum siebten Präsidenten der UEFA gewählt. ©UEFA

Profil: Aleksander Čeferin

Aleksander Čeferin, Jurist und Fußballadministrator aus Slowenien, wurde am 13. Oktober 1967 in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana geboren.

Von 2011 bis 2016 war er Präsident des Slowenischen Fußballverbands. Seit dem 14. September 2016 ist er Präsident des europäischen Fußball-Dachverbands UEFA.

Nach seinem Jura-Abschluss an der Universität von Ljubljana trat er in die Anwaltskanzlei seiner Familie ein, wo er sich auf die Vertretung von Profisportlern und Sportklubs spezialisierte. Später übernahm er die Leitung der Kanzlei von seinem Vater.

Im Rahmen seiner Tätigkeit im Vorstand des Futsalklubs FC Litija begann Čeferin, sich beruflich im lokalen Fußball zu beschäftigen. Seit 2005 ist er Vorstandsmitglied des Amateurvereins FC Ljubljana Lawyers, und von 2006 bis 2011 gehörte er dem Vorstand von NK Olimpija Ljubljana an.

2011 wurde Čeferin zum Präsidenten des Slowenischen Fußballverbands gewählt. Von 2011 bis 2016 war er zudem zweiter bzw. dritter Vizevorsitzender der UEFA-Kommission für Rechtsfragen.

Wahl zum UEFA-Präsidenten
Am 14. September 2016 wurde Aleksander Čeferin beim 12. Außerordentlichen UEFA-Kongress in Athen zum siebten UEFA-Präsidenten gewählt. Mit dieser Wahl wurde er automatisch auch FIFA-Vizepräsident. Den Kongressdelegierten sagte er: „Ich freue mich, eng mit Ihnen allen zusammenzuarbeiten, um den Fußball auf unserem Kontinent zu fördern, zu schützen und weiterzuentwickeln und gleichzeitig sicherzustellen, dass die europäische Fußballfamilie stets geeint bleibt... jetzt und in Zukunft.“

Wahrung der Stabilität der UEFA – stärkere Einbindung der Interessenträger
Im Zentrum von Čeferins Kampagne und seinem Manifesto standen notwendige Good-Governance-Reformen, die der UEFA ein solides Fundament verleihen sollten. Seine Vorschläge wurden im April 2017 beim 41. Ordentlichen UEFA-Kongress in Helsinki von den UEFA-Mitgliedsverbänden angenommen. Die Reformen beinhalteten die Einführung von Amtszeitbegrenzungen für den UEFA-Präsidenten und die Mitglieder des Exekutivkomitees sowie die Anforderung, dass Kandidaten für die Wahl ins UEFA-Exekutivkomitee ein aktives Amt (Präsident, Vizepräsident, Generalsekretär oder CEO) innerhalb ihres jeweiligen Nationalverbands innehaben müssen.

Zu den weiteren vom UEFA-Kongress in Helsinki genehmigten Statutenänderungen gehörten die Stärkung der UEFA-Kommission für Governance und Compliance mit der zusätzlichen Ernennung von zwei unabhängigen Mitgliedern sowie die Aufnahme von zwei Vertretern der Europäischen Klubvereinigung (ECA) als Vollmitglieder in das UEFA-Exekutivkomitee. Beim ordentlichen UEFA-Kongress im Februar 2018 in Bratislava wurde zudem den European Leagues (früher EPFL – Verein der europäischen Berufsfußballligen) eine Vollmitgliedschaft im UEFA-Exekutivkomitee gewährt.

Dialog und Konsens mit den Klubs
Aleksander Čeferin hat den Dialog mit den europäischen Vereinen gesucht und spielte eine tragende Rolle in der positiven Entwicklung der Beziehungen zwischen UEFA und ECA. Er hat sich gegen die Einführung einer europäischen Superliga ausgesprochen und hat die Verbesserung der Ausgeglichenheit der europäischen Wettbewerbe und die Verringerung des Abstands zwischen den Eliteklubs und dem Rest zu einer der obersten Prioritäten seiner Präsidentschaft erklärt.

Finanzielles Fairplay
Der UEFA-Präsident hat außerdem seinen Willen bekräftigt, die Maßnahmen des finanziellen Fairplays zu verschärfen. Dieses wurde 2009 zur Verbesserung der Stabilität im europäischen Klubfußball, insbesondere in Bezug auf die Finanzverwaltung der Vereine, eingeführt. Neue regulatorische Bestimmungen für den Wettbewerbszyklus 2018-21 gewährleisten den anhaltenden Fortschritt, nachdem bereits über mehrere Jahre vielversprechende Ergebnisse erzielt werden konnten. Gemäß dem jüngsten, im Januar veröffentlichten UEFA-Benchmarking-Bericht zur Klublizenzierung, der über 700 Erstligaklubs in Europa beleuchtet, generierten die entsprechenden Vereine im Finanzjahr 2017 erstmals seit der Einführung des finanziellen Fairplays 2009 gemeinsam einen Nettogewinn.

Dialog auf europäischer Ebene
Im Rahmen seines Ziels, die Kooperation und Kommunikation mit den wichtigsten Interessengruppen im europäischen Fußball zu konsolidieren, hat Čeferin die Beziehungen sowohl mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments als auch mit dem Europarat und der Europäischen Kommission gestärkt. Vor diesem Hintergrund hat die UEFA eine Reihe von Kooperations- und Entwicklungsvereinbarungen unterschrieben, womit sie ihr Engagement auf dieser Ebene unterstreicht.

Breiten- und Frauenfußball im Zentrum
Zu den Kernanliegen von Aleksander Čeferin gehören Investitionen in den Breiten- und Frauenfußball. So wurde beim UEFA-Kongress 2018 in Bratislava ein beispielloser Betrag für die Fußballentwicklung gesprochen; zudem beschloss die UEFA im gleichen Jahr, die für Frauenfußball-Entwicklungsprojekte zur Verfügung gestellten Beiträge um 50% zu erhöhen. Der UEFA-Präsident wohnte im Dezember 2018 ferner der Unterzeichnung der Sponsoringvereinbarung mit VISA bei – der ersten, die ausschließlich für Frauenfußball abgeschlossen wurde.

Zweite Amtszeit als Präsident
Beim 43. Ordentlichen UEFA-Kongress am 7. Februar 2019 in Rom wurde Aleksander Čeferin von den 55 Mitgliedsverbänden per Akklamation für weitere vier Jahre als Präsident wiedergewählt. In seiner Antrittsrede unterstrich der UEFA-Präsident sein Bestreben, daran zu arbeiten, dass „der europäische Fußball geeint bleibt, dass der europäische Fußball respektvoll, respektabel und respektiert bleibt und dass der europäische Fußball sich auch weiterhin solidarisch zeigt und als Hoffnungsträger auftritt.“

UEFA-Strategie für die Zukunft
Zusätzlich zu den Good-Governance-Reformen ist Čeferins Präsidentschaft geprägt von seinem Engagement, die UEFA und den europäischen Fußball kontinuierlich voranzubringen. Die im Frühjahr präsentierte Gesamtstrategie der UEFA für den Zeitraum 2019 bis 2024 soll sicherstellen, dass die UEFA ihren Grundwerten als europäischer Fußball-Dachverband treu bleibt. Sie beruht auf vier tragenden Säulen: Fußball, Vertrauen, ausgeglichene Wettbewerbe und Wohlstand. Im Vordergrund stehen dabei die Steigerung der Teilnehmerzahlen, die Verbesserung der Good Governance auf allen Ebenen, die Möglichkeit zusätzlicher Wettbewerbsspiele für die Teams und ein verstärktes Engagement zugunsten von Fußballfans weltweit. Mit ihrer Strategie appelliert die UEFA an alle Interessenträger im Fußball, im Sinne der Verbundenheit und des Zusammenhalts zusammenzuarbeiten und dabei stets das Wohlergehen des europäischen Fußballs insgesamt im Blick zu behalten.

Verfechter der sozialen Verantwortung
Aleksander Čeferin ist ein großer Verfechter sozialer und humanitärer Programme, bei denen die Kraft des Fußballs genutzt werden kann, Gutes in der Gesellschaft zu bewirken. Im November 2017 wurde er zum Vorsitzenden der UEFA-Stiftung für Kinder gewählt. Diese unterstützt humanitäre Projekte auf der ganzen Welt, welche die Rechte der Kinder fördert. Unter Čeferins Präsidentschaft ist die UEFA durch Initiativen wie die #EqualGame-Kampagne zur Förderung von Vielfalt, Inklusion und Barrierefreiheit im Fußball auch im Bereich des „sozialen Fairplays“ in eine neue Ära eingetreten.

Im November 2017 ist Čeferin zudem der Wohltätigkeitsbewegung Common Goal beigetreten. Er verpflichtete sich, ein Prozent seines Gehalts zu spenden, um so Projekte der Organisation im Bereich das Fußballs zu unterstützen.

Persönliche Ehrungen
Aleksander Čeferin wurde 2016 in einer von der slowenischen Sportzeitung Ekipa von Journalisten und Lesern durchgeführten Wahl zur Sportpersönlichkeit des Jahres gewählt. Im Januar 2019 nahm SportsPro Media Čeferin in die Liste der einflussreichsten Menschen in der Sportindustrie auf. Ein Jahr zuvor wurde er von der einflussreichen Zeitschrift World Soccer zu den Persönlichkeiten 2018 gewählt.

  

Rolle des UEFA-Präsidenten

Der UEFA-Präsident vertritt die UEFA und leitet die Sitzungen des UEFA-Kongresses sowie des UEFA-Exekutivkomitees. Bei Abstimmungen hat er den Stichentscheid.

Der UEFA-Präsident ist verantwortlich für:

  • die Beziehungen zwischen der UEFA und dem Weltverband FIFA
  • die Beziehungen zwischen der UEFA und den anderen Konföderationen
  • die Beziehungen zwischen der UEFA und ihren Mitgliedsverbänden
  • die Beziehungen zwischen der UEFA und politischen Instanzen sowie internationalen Organisationen
  • die Umsetzung der Beschlüsse des Kongresses und des Exekutivkomitees durch die UEFA-Administration
  • die Aufsicht über die Arbeit der UEFA-Administration

Bei der Ausübung dieser Verantwortlichkeiten berät sich der UEFA-Präsident mit dem Exekutivkomitee. In Abwesenheit des UEFA-Präsidenten übernimmt der Erste UEFA-Vizepräsident dessen Rechte und Pflichten.

Bisherige Präsidenten

Michel Platini (Frankreich)
UEFA-Präsident vom 26. Januar 2007 bis 14. September 2016

Michel Platini wurde am 21. Juni 1955 in Joeuf im ostfranzösischen Lothringen geboren. Er war zu seiner aktiven Zeit ein absoluter Weltklassespieler, der Frankreich 1984 zu Hause zum Gewinn der UEFA-Europameisterschaft führte und mit neun Treffern bei diesem Turnier zum Rekordtorschützen bei einer EM-Endrunde avancierte. Außerdem nahm er 1978, 1982 und 1986 an drei WM-Endrunden teil, wobei die Equipe Tricolore bei den beiden letzten Turnieren ins Halbfinale vordrang. In 72 Länderspielen für Frankreich – davon 49 als Kapitän – traf er 41 Mal ins gegnerische Tor – eine Marke, die für viele Jahre unerreicht bleiben sollte.

Michel Platini
Michel Platini©UEFA.com

Michel Platini spielte für drei Vereine – in Frankreich für AS Nancy-Lorraine (1973-79) und AS Saint-Étienne (1979-82) sowie Juventus (1982-87) in Italien. In seiner Karriere absolvierte er 501 Spiele und schoss 265 Tore, wobei er von 1983 bis 1985 drei Mal in Folge den Ballon dˊOr, die Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres, gewinnen konnte. Von 1988 bis 1992 war Michel Platini Trainer der französischen Nationalmannschaft, bevor er seine Karriere als Fußballfunktionär begann und für den französischen Verband sowie für FIFA und UEFA tätig war.

Von 1988 bis 1990 war Michel Platini Mitglied der UEFA-Kommission für Entwicklung und technische Unterstützung. Ab 2002 gehörte er dem UEFA-Exekutivkomitee an. Am 26. Januar 2007 wurde Platini beim ordentlichen UEFA-Kongress in Düsseldorf zum sechsten Präsidenten der UEFA gewählt, im März 2011 und im März 2015 wurde er im Amt bestätigt. Durch seine Wahl als UEFA-Präsident wurde er auch FIFA-Vizepräsident.

In diesem Zeitraum wurde das finanzielle Fairplay zur Stabilisierung des Finanzmanagements der Vereine auf den Weg gebracht und der Kampf gegen Spielmanipulationen, Rassismus und Gewalt in den Stadien intensiviert. Es wurden enge Beziehungen zwischen der UEFA und ihren Verbänden gepflegt und ein reger Wissensaustausch zugunsten des gesamten europäischen Fußballs gefördert. Gleichzeitig wurden die Klub- und Nationalmannschaftswettbewerbe der UEFA stetig weiterentwickelt, während sich die UEFA der Maxime verschrieb, dass der Fußball in all ihren Handlungen stets an erster Stelle stehen müsse.

Michel Platini trat am 14. September 2016 von seinem Amt als UEFA-Präsident zurück.

Lennart Johansson (Schweden)
UEFA-Präsident vom 19. April 1990 bis 26. Januar 2007
Lennart Johansson diente der UEFA 17 Jahre als Präsident. Er wurde am 5. November 1929 in Bromma, einem Vorort von Stockholm, geboren. Von Kindheitstagen an war er Anhänger seines Heimatklubs AIK Solna.

Lennart Johansson diente der UEFA 17 Jahre als Präsident.
Lennart Johansson diente der UEFA 17 Jahre als Präsident.©UEFA.com
Jacques Georges (links) mit Hans Bangerter.
Jacques Georges (links) mit Hans Bangerter.©UEFA

Nach ersten Erfahrungen in der Verwaltung von AIK arbeitete sich Johansson im Schwedischen Fußballverband (SvFF) langsam nach oben, ehe er von 1984 bis 1991 als dessen Präsident fungierte. Johansson, der sich dort den Ruf als starke und überaus fähige Führungspersönlichkeit erwarb, wurde 1990 auf dem UEFA-Kongress in Malta zum fünften UEFA-Präsidenten gewählt und blieb bis Januar 2007 im Amt.

In seiner Zeit veränderte sich das Gesicht des europäischen Fußballs sowohl in sportlicher wie auch in finanzieller Hinsicht grundlegend. Die UEFA entwickelte sich von einem reinen Verwaltungsorgan, dessen Sitz in einem Vorort Berns beheimatet war, in ein dynamisches und modernes Unternehmen, das mittlerweile in Nyon am Ufer des Genfersees ansässig ist.

Unter Johansson wurde zu Beginn der 1990er-Jahre die UEFA Champions League aus der Taufe gehoben, die sich längst zum lukrativsten und beliebtesten Klubwettbewerb der Welt entwickelt hat.

Auch der Nationalmannschaftsfußball erlebte einen großen Aufschwung, die Endrunde der UEFA-Europameisterschaft hat sich neben der FIFA-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen als einer der drei populärsten Sportevents etabliert. Auf dem UEFA-Kongress in Düsseldorf wurde Johansson im Januar 2007 von seinem Nachfolger Michel Platini zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er ist am 4. Juni 2019 im Alter von 89 Jahren verstorben.

Jacques Georges (Frankreich)
UEFA-Präsident vom 12. August 1983 bis 19. April 1990
Jacques Georges wurde nach dem tragischen Unfalltod seines Vorgängers Artemio Franchi (Italien) im August 1983 vom Vizepräsidenten zum Interimspräsidenten befördert. Auf dem UEFA-Kongress in Paris wurde er 1984 dann zum Präsidenten gewählt.

Am 30. Mai 1916 geboren, umspannt die Funktionärskarriere von Georges mehr als ein halbes Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er seine Verwaltungslaufbahn in den Vogesen im Osten Frankreichs, 1961 wurde er in den Vorstand des Französischen Fußballverbandes (FFF) gewählt und war künftig als Direktor für die französische A-Nationalmannschaft zuständig. 1968 wurde er schließlich Präsident der FFF.

1972 folgte die Wahl des ausgewiesenen Fußballfachmannes ins Exekutivkomitee der UEFA. In den darauffolgenden Jahren spielte er eine tragende Rolle bei der Modernisierung des europäischen Dachverbandes in Zeiten eines zunehmenden Medien- und TV-Interesses an den UEFA-Wettbewerben.

Während der Amtszeit von Jacques Georges drängte die EU-Politik zunehmend ins Fußballgeschäft; ein zentrales Thema war der freie Personenverkehr. Nach der Katastrophe im Heysel-Stadion von Brüssel 1985 wurden auch Sicherheitsfragen immer drängender.

Der Franzose legte den Grundstein für die moderne UEFA Champions League, ehe er 1990 von seinem Posten zurücktrat und wieder als FFF-Präsident fungierte. Der Ehrenpräsident der UEFA starb im Februar 2004.

Artemio Franchi (Italien)
UEFA-Präsident vom 15. März 1973 bis 12. August 1983
Artemio Franchi war ein brillanter Fußballfunktionär, der sich durch seine große Liebe für diesen Sport auszeichnete und dessen großartige Karriere durch einen tödlichen Autounfall in der Toskana im August 1983 ein jähes Ende fand.

Artemio Franchi
Artemio Franchi©UEFA.com

Er diente zehn Jahre als UEFA-Präsident, nachdem er im März 1973 auf dem außerordentlichen UEFA-Kongress in Rom zum Nachfolger des verstorbenen Gustav Wiederkehr gewählt worden war. Franchi war in jungen Jahren selbst als Spieler und Schiedsrichter aktiv gewesen. Später wurde er Präsident des AC Florenz und übernahm in der Italienischen Fußballliga und im Italienischen Fußballverband (FIGC) verschiedene Aufgaben. Von 1967 bis 1976 und von 1978 bis 1980 war er Präsident des Verbands.

Franchi wurde 1962 UEFA-Kommissionsmitglied, 1968 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Als Präsident leistete er wertvolle Dienste bei der Modernisierung der UEFA-Wettbewerbe und sorgte zum Beispiel dafür, dass bei der UEFA-Europameisterschaft 1980 in Italien erstmals acht Teams an der Endrunde teilnehmen durften. Zudem war er mitverantwortlich für die Einführung des UEFA-Pokals. Seine besondere Leidenschaft galt dem Kampf gegen die Gewalt in den Stadien, schon damals wusste er sehr wohl um die Kraft des Fußballs als soziale Komponente.

Kompetent, diplomatisch, charmant und intelligent, galt Franchi als ein ausgesprochen kultivierter Mensch, der großen Wert auf zwischenmenschliche Kontakte legte. Sein plötzlicher Tod schockte den gesamten europäischen Fußball. Stadien in Florenz und Siena wurden nach ihm benannt, ebenso für zwei Jahre (1985 und 1993) ein Pokal, der zwischen dem Europameister und dem Südamerikameister ausgespielt wurde.

Gustav Wiederkehr (Schweiz)
UEFA-Präsident vom 17. April 1962 bis 7. Juli 1972
Gustav Wiederkehr wurde am 17. April 1962 auf dem 6. Ordentlichen UEFA-Kongress in Sofia als Nachfolger von Ebbe Schwartz (Dänemark) zum zweiten UEFA-Präsidenten gewählt. Seit 1954 hatte er als Präsident des Schweizerischen Fußballverbandes (SFV) fungiert.

Gustav Wiederkehr (links) bei der Pokalübergabe an Manchester United, dem Sieger des Pokals der Meistervereine 1968.
Gustav Wiederkehr (links) bei der Pokalübergabe an Manchester United, dem Sieger des Pokals der Meistervereine 1968.©Hulton Archive

Am 2. Oktober 1905 geboren, übernahm Wiederkehr das Amt des UEFA-Präsidenten in einer kritischen Phase der Entwicklung des Verbandes. Der europäische Fußball befand sich in einer Phase des Umstrukturierung und Expansion, Grund dafür waren die neuen Europapokal-Wettbewerbe sowie die besseren Reisemöglichkeiten in Europa und das wachsende Interesse des Fernsehens am Fußball.

Wiederkehr galt als überzeugter Europäer und sah seine Rolle darin, den noch jungen Verband zu konsolidieren und die Position Europas im Weltfußball zu stärken. Er war unkompliziert, aber dynamisch, unterhaltsam und kreativ und wurde gleich mehrfach ins FIFA-Exekutivkomitee gewählt. Zeitweise war er sogar Vizepräsident des Weltverbandes.

Schon vor seiner UEFA-Präsidentschaft fungierte er als Präsident der Young Fellows Zürich. Der Teppichfabrikant diente bis zu seinem plötzlichen Tod im Sommer 1972 zehn Jahre als UEFA-Präsident.

Ebbe Schwartz (Dänemark)
UEFA-Präsident vom 22. Juni 1954 bis 17. April 1962
Der dänische Funktionär Ebbe Schwartz galt als Idealbesetzung für das Amt des ersten UEFA-Präsidenten. Er war ein geborener Diplomat mit einer internationalen Ausbildung und entstammte einem Land mit einer langen Fußballtradition.

Ebbe Schwartz war der erste UEFA-Präsident.
Ebbe Schwartz war der erste UEFA-Präsident.©UEFA.com

Am 5. März 1901 in Kopenhagen geboren, übernahm Schwartz 1931 sein Familienunternehmen aus der Stahlbranche. Bei AB Kopenhagen stand er einige Jahre zwischen den Pfosten, doch berühmt wurde er erst als Funktionär. So war er 1948 bei den Olympischen Spielen in London Leiter der dänischen Fußballdelegation und kehrte mit der Bronzemedaille im Gepäck in seine Heimat zurück. 1950 wurde er Präsident seines Nationalverbandes und behielt diese Position bis zu seinem Tod im Jahr 1964.

Schwartz diente zwei Amtszeiten als UEFA-Präsident, ehe er seinen Posten im Frühjahr 1962 aufgab, um einen Sitz im FIFA-Exekutivkomitee zu übernehmen.

Berichte

2016/17: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2015/16: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2014/15: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2013/14: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2012/13: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2011/12: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2010/11: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2009/10: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2008/09: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration
2007/08: Bericht des Präsidenten und des Exekutivkomitees - Bericht UEFA-Administration

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