UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, <a href='https://www.google.com/chrome/'>Chrome</a>, <a href='https://www.mozilla.org/firefox/'>Firefox</a> oder <a href='https://www.microsoft.com/edge'>Microsoft Edge</a> zu verwenden.
Rote Karten
Clear Line

Rote Karten

Vier verschiedene Ereignisse ziehen in der Regel eine rote Karte nach sich: das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance, ein grobes Foulspiel, eine Tätlichkeit und eine zweite gelbe Karte. Im Folgenden beleuchten wir, was Referees bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen müssen, und in welchen Fällen Video-Schiedsrichterassistent/-innen (VARs) ggf. eingreifen sollten.

Zweite gelbe Karten

Eine zweite gelbe Karte führt automatisch zu einem Platzverweis, sodass diese Entscheidung vom VAR-Protokoll abgedeckt wird. Die Überprüfung hat nur ein klares Ziel: Es soll verhindert werden, dass Spieler/-innen aufgrund einer eindeutig falschen zweiten gelben Karte des Feldes verwiesen werden, wenn die Videoüberprüfung klar und deutlich zeigt, dass diese Verwarnung nicht hätte verhängt werden dürfen.

  • Von VAR-Seite kann keine zweite gelbe Karte empfohlen werden, die der/die Hauptschiedsrichter/-in auf dem Feld nicht gezeigt hat.
  • Es sollte kein VAR-Eingriff erfolgen, wenn es Zweifel an der Art des Vergehens gibt.

Begründung

Eine zweite gelbe Karte ist kein typischer Fall für das VAR-Protokoll, da das Vergehen selbst womöglich nicht schwerwiegend ist. Erst die Folgen lassen eine Überprüfung des Vorfalls zu.

Eine Verwarnung, die nicht hätte gegeben werden dürfen, bedeutet das vorzeitige Ende der Partie für einen Spieler bzw. eine Spielerin, was wiederum entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Begegnung haben kann. Aus diesem Grund erlaubt das VAR-Protokoll, einen Platzverweis zu korrigieren. Diese Entscheidungsbefugnis wirkt allerdings nur in eine Richtung. Das heißt, von VAR-Seite kann Unparteiischen nicht empfohlen werden, eine zweite gelbe Karte zu zeigen, von der sie auf dem Feld abgesehen haben.

Unparteiische berücksichtigen bei einer Entscheidung Folgendes

Bei der Beurteilung der Schwere des Vergehens:

  • Kommt es zwischen den Spieler/-innen zu einem Kontakt?
  • Reagiert ein/e Spieler/-in übertrieben auf einen Kontakt?
  • Kann das Einsteigen als rücksichtslos bewertet werden?

Bei der Beurteilung von taktischen Fouls:

  • Begeht der/die Verteidiger/-in ein Foul?
  • Simuliert der/die Angreifer/-in?

Im Falle unsportlichen Verhaltens:

  • Hat der/die Schiedsrichter/-in den Vorfall selbst bemerkt?

✅ In diesen Fällen sollten VARs die Rücknahme einer zweiten gelben Karte empfehlen

Bei physischen Vergehen: 

  • Es kommt zu keinem Kontakt zwischen den Spieler/-innen.
  • Der/die Gegenspieler/-in reagiert eindeutig übertrieben und unverhältnismäßig auf den Kontakt. (Video 1)
  • Bei dem Foul handelt es sich eindeutig nicht um ein rücksichtsloses Einsteigen. (Videos 2 & 3)

Video 1 – Zweite gelbe Karte: Karte nicht korrekt; der Spieler reagiert übertrieben auf einen minimalen Kontakt im Gesicht
Video 2 – Zweite gelbe Karte: Karte nicht korrekt; der Verteidiger spielt klar den Ball, ehe es zu einem fußballtypischen Kontakt kommt
Video 3 – Zweite gelbe Karte: Der Verteidiger spielt klar den Ball. Die VAR-Seite sollte im Falle einer zweiten gelben Karte eingreifen

Bei taktischen Fouls: 

  • Es liegt kein Vergehen vor.
  • Der/die Angreifer simuliert eindeutig.

❌ In diesen Fällen sollte kein VAR-Eingriff erfolgen

Wenn Zweifel darüber bestehen, ob: 

  • das Vergehen als fahrlässig oder rücksichtslos einzustufen ist.
  • das Vergehen einen aussichtsreichen Angriff verhindert oder nicht.

Hat eine Entscheidung nach einer Überprüfung weiterhin Bestand, bedeutet dies nicht, dass die VARs untätig gewesen sind. Es bedeutet lediglich, dass auf VAR-Seite keine klare und offensichtliche Fehlentscheidung festgestellt wurde.