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UEFA-Präsident Aleksander Čeferin

Präsident

Aleksander Čeferin, Rechtsanwalt und ehemaliger Präsident des Slowenischen Fußballverband (NZS), ist seit 2016 UEFA-Präsident. Er wurde beim jährlichen UEFA-Kongress am 5. April 2023 in Lissabon für eine weitere vierjährige Amtszeit wiedergewählt.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin hält seine Rede während des 48. ordentlichen UEFA-Kongresses in Paris, Frankreich. AFP via Getty Images

Im Folgenden blicken wir auf einige der wichtigsten Meilensteine in den neun Jahren, seitdem Alexander Čeferin an der Spitze des europäischen Fußball-Dachverbands steht.

Schutz des Fußballs

2019 stellte Alexander Čeferin die auf fünf Jahre angelegte UEFA-Strategie „Gemeinsam für die Zukunft des Fußballs“ und damit seine Vision für den Schutz und die Förderung des europäischen Fußballs vor.

2024 trat die aktuelle Strategie, Vereint für Erfolg, in Kraft, in deren Rahmen anhand von sieben strategischen Prioritäten die Arbeit der UEFA und ihrer Interessenträger bis 2030 angeleitet wird.

Sieben strategische Prioritäten von „Vereint für Erfolg“

1) Übernahme einer zentralen Rolle innerhalb der Gesellschaft: Als verbindende Kraft im europäischen Fußball agieren und zu einer offeneren und inklusiveren Gesellschaft beitragen.

2) Schaffung von Möglichkeiten für alle, vom Breiten- bis zum Elitefußball: Ein florierender Fußball auf allen Ebenen in ganz Europa, an dem alle teilhaben können.

3) Stärkung des Fundaments des Fußballs: Ein geeinter Fußball in Europa durch ein System offener, sportlich ausgeglichener und nachhaltiger Wettbewerbe.

4) Zusammenarbeit gemäß den höchsten Governance-Standards: Ein inklusives Umfeld, in dem bewährte Vorgehensweisen ausgetauscht und alle Interessenträger berücksichtigt werden, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

5) Organisation erstklassiger Wettbewerbe: Die weltweit meistverfolgten und attraktivsten Sportveranstaltungen für alle Fans ausrichten, unter Maximierung der Einnahmen, die in den Fußball zurückfließen.

6) Maximierung des Potenzials des Frauenfußballs: Mehr Mädchen und Frauen in ganz Europa motivieren, Fußball zu spielen und den Sport zu verfolgen; mehr berufliche Möglichkeiten eröffnen; mehr Entwicklungsmöglichkeiten schaffen; attraktive und finanziell nachhaltigere Wettbewerbe ausrichten.

7) Förderung einer Kultur der Nachhaltigkeit: Die Auswirkungen des Fußballs auf die Umwelt durch die Nutzung seiner Kraft, das Bewusstsein zu schärfen und Maßnahmen anzuregen, verringern.

Mit seinem Engagement und seiner Solidarität hat Aleksander Čeferin den europäischen Fußball in den Zeiten zweier riesiger Herausforderungen geschützt: die Covid-19-Pandemie und die versuchte Einführung einer geschlossenen European Super League.

Globale Pandemie

Nachdem die Covid-19-Krise im Frühjahr 2020 die gesamte Sportwelt zum Erliegen brachte, reagierte die UEFA schnell und verschob die EURO 2020 um ein Jahr. Dies ermöglichte es den nationalen Ligen Europas, ihre Wettbewerbe im Sommer abzuschließen. Gleichzeitig tätigte die UEFA Vorauszahlungen aus dem HatTrick-Programm, um die finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf ihre Mitgliedsverbände aufzufangen, und passte ihre Bestimmungen zum finanziellen Fairplay an, um die Einbußen der Eliteklubs im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf und den Übertragungsrechten abzufedern.

Der UEFA-Präsident war auch mit Blick auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine treibende Kraft: Zunächst durch die Beaufsichtigung der Einführung eines rigorosen medizinischen und operativen Protokolls, anschließend durch die Umstellung auf Finalturniere mit acht Mannschaften im K.-o.-Format in den UEFA-Klubwettbewerben, um diese rechtzeitig vor dem Auftakt zur Saison 2020/21 abzuschließen. Ein Jahr später betonte der UEFA-Präsident die wichtige Rolle der EURO 2020 hinsichtlich der sicheren Rückkehr der Fans in die Fußballstadien.

Europäisches Sportmodell

2021 gelang es Aleksander Čeferin, die Nationalverbände, Ligen, Vereine und Fans sowie politische Institutionen zusammenzubringen, um sich der sogenannten European Super League erfolgreich entgegenzusetzen. Durch ihr entschlossenes Handeln stärkte die UEFA das europäische Sportmodell, dessen auf sportlichen Leistungen basierende Werte seit über 70 Jahren das Herzstück der europäischen Wettbewerbe bilden. Mit Unterstützung der UEFA verabschiedeten im November 2021 sowohl das Europäische Parlament als auch der Rat der Europäischen Union wegweisende Entschließungen zur Unterstützung dieses Modells. Diese Unterstützung wurde beim UEFA-Kongress im Februar 2024 erneuert, als die 26 EU-Sportminister eine gemeinsame Erklärung zur „Bedeutung des Schutzes und der Stärkung“ des Modells herausgaben.

Welche Aufgaben hat der UEFA-Präsident?

Der UEFA-Präsident vertritt die UEFA und leitet den UEFA-Kongress sowie die Sitzungen des UEFA-Exekutivkomitees. Bei Abstimmungen hat er den Stichentscheid.

Zudem ist der Präsident verantwortlich für die Beziehungen der UEFA mit:

  • FIFA
  • den fünf UEFA-Schwesterkonföderationen: CAF (Afrika), AFC (Asien), Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), OFC (Ozeanien) und CONMEBOL (Südamerika)
  • den 55 UEFA-Mitgliedsverbänden
  • politischen Instanzen und internationalen Organisationen

Durch die Aufsicht der UEFA-Administration im schweizerischen Nyon ist der UEFA-Präsident auch für die Umsetzung der Beschlüsse des Kongresses und des Exekutivkomitees verantwortlich. Bei der Ausübung dieser Verantwortlichkeiten berät sich der Präsident mit dem Exekutivkomitee. In Abwesenheit des Präsidenten übernimmt der erste Vizepräsident bzw. die erste Vizepräsidentin dessen Aufgaben.

Fußballentwicklung

Der UEFA-Präsident hat stets sichergestellt, dass 97,5 % der gesamten Nettoeinnahmen der UEFA in alle Ebenen der Fußballpyramide zurückfließen, vom Breiten- bis hin zum Elitefußball.

HatTrick-Programm

Beim UEFA-Kongress 2022 in Wien kündigte Aleksander Čeferin rekordhohe Ausschüttungen für das HatTrick-Programm 2024-28 an, in dessen Rahmen Einnahmen aus der Endrunde der Fußball-Europameisterschaft der Männer über die UEFA-Mitgliedsverbände in Entwicklungsprojekte investiert werden. Für den Zyklus 2024-28 wird knapp eine Milliarde Euro in sämtliche Bereiche des Fußballs fließen: Stadien und Trainingseinrichtungen, Frauenfußball, Trainer- und Schiedsrichterkurse, Nachwuchsförderung, Governance, die Bekämpfung von Diskriminierung und Initiativen im Bereich soziale Verantwortung.

„Es gibt zwar kein spezielles Erfolgsgeheimnis hinter dem HatTrick-Programm, aber mehrere Schlüsselfaktoren, die zu seiner Wirksamkeit beitragen: Partnerschaften und Zusammenarbeit, Transparenz und Rechenschaftspflicht, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sowie eine globale Perspektive.“

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin

UEFA Together

2017 brachte die UEFA mit Assist ein Unterstützungsprogramm für die Fußballentwicklung außerhalb Europas auf den Weg. Ziel des Programms ist es, die Expertise im europäischen Fußball mit den fünf Schwesterkonföderationen außerhalb Europas und deren Regional- und Mitgliedsverbänden zu teilen.

2024 wurde das Nachfolgeprogramm UEFA Together auf den Weg gebracht, das auf der bestehenden Zusammenarbeit mit der AFC (Asien und Australien), CAF (Afrika), Concacaf (Nord- und Mittelamerika und Karibik), CONMEBOL (Südamerika) und OFC (Neuseeland und Südpazifik) beruht.

Männerwettbewerbe

Unter der Ägide ihres Präsidenten entwickelt die UEFA ihre Klub- und Nationalmannschaftswettbewerbe der Männer und Frauen weiter, um die Standards weiter anzuheben und dabei größtmöglichen Zugang für die Verbände und Vereine zu schaffen.

Nations League

Dank der Einführung der UEFA Nations League der Männer haben die Nationalmannschaften die Garantie, mehr Wettbewerbsspiele auszutragen. Der Wettbewerb hat den Stellenwert des Fußballs in kleineren europäischen Ländern erhöht, und die zentrale Vermarktung der kommerziellen Rechte hat zusätzliche Einnahmen generiert, welche die Verbände in den Fußball investieren können.

Conference League

Die 2022 eingeführte UEFA Conference League sorgt zusammen mit der UEFA Champions League und der UEFA Europa League dafür, dass mehr Mannschaften und Länder denn je Europapokal-Abende erleben dürfen. Mittlerweile nehmen über 230 Vereine an den drei Klubwettbewerben der Männer teil, und 52 der 55 UEFA-Mitgliedsverbände waren mittlerweile in der Gruppen- oder Ligaphase eines europäischen A-Klubwettbewerbs vertreten.

Neue Formate

Im Rahmen der zur Saison 2024/25 eingeführten Formatänderung der Champions League, Europa League und Conference League wurde die traditionelle Gruppenphase durch eine Ligaphase mit 36 Mannschaften ersetzt. Dies hat den Wettbewerben durch mehr Unvorhersehbarkeit und eine gestiegene sportliche Ausgeglichenheit neuen Schwung verliehen.

    Frauenfußball

    Bahnbrechende Strategien

    Unter Aleksander Čeferin hat die UEFA ihre erste Frauenfußballstrategie „Zeit zu handeln“ auf den Weg gebracht und gleichzeitig die Mittel für den Frauenfußball um 50 % erhöht. In der Folge wurden mehr Möglichkeiten und Strukturen geschaffen, damit Frauen und Mädchen Fußball spielen können. Die aktuelle Strategie „Unstoppable“ baut auf den Erfolgen ihres Vorgängers auf: bis 2030 werden EUR 1 Mrd. aus Wettbewerbseinnahmen und UEFA-Investitionen bereitgestellt werden, um das Wachstum und eine nachhaltige Zukunft des Frauenfußballs zu unterstützen.

    Women’s EURO 2025

    Die Endrunde war in mehrfacher Hinsicht ein bahnbrechendes Turnier. 657 291 Zuschauer/-innen verfolgten die 31 Partien in den Stadien (von denen 29 ausverkauft waren) und das Preisgeld in Höhe von EUR 41 Mio. wurde im Vergleich zur Women’s EURO 2022 mehr als verdoppelt. Zudem erhielten die Spielerinnen erstmals einen festen Anteil an diesen Geldern.

    „Mit Rekordzuschauerzahlen, einer erstklassigen Berichterstattung und einem beispiellosen globalen Interesse hat die UEFA Women’s EURO 2025 weltweit für enorme Aufmerksamkeit gesorgt.“

    Aleksander Čeferin, UEFA-Präsident

    Women’s Champions League

      Das zur Saison 2025/26 eingeführte neue Format der UEFA Women’s Champions League mit einer Ligaphase mit 18 Teams sowie der neue finanzielle Verteilungsschlüssel sorgten auch durch die zentrale Vermarktung der Medien- und Sponsoringrechte für einen durchschlagenden Erfolg für den Wettbewerb und die Klubs in ganz Europa.

      Women’s Europa Cup

      Mit der Einführung eines zweiten Frauenwettbewerbs in der Saison 2025/26 erhalten mehr Spielerinnen und Teams die Möglichkeit, sich auf europäischer Bühne zu präsentieren. Dies führt auch zu mehr Investitionen in den Frauenfußball auf nationaler Ebene.

      Partnerschaften

      Durch sein Bestreben, Konsens durch Dialog zu schaffen, hat Aleksander Čeferin den gesamten europäischen Fußball geeint, von Verbänden, Ligen, Vereinen, Spieler/-innen und Coaches bis hin zu Fans, Spielervermittler/-innen, kommerziellen Partnern und politischen Entscheidungsträgern. Seit September 2021 organisierte die UEFA ihre Konvention zur Zukunft des europäischen Fußballs, ein Treffen, bei dem sich diese Interessenträger regelmäßig mit den wichtigsten Fragen im Fußball befassen.

      „Ich freue mich, eng mit Ihnen allen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die europäische Fußballfamilie stets geeint bleibt... jetzt und in Zukunft.“

      Aleksander Čeferin, UEFA-Präsident

      Vereine

      Engere Beziehungen zwischen der UEFA und den European Football Clubs (EFC) waren für die Reform des Formats der Männer-Klubwettbewerbe im Hinblick auf den Zyklus 2024-27 entscheidend. 2023 erneuerten die beiden Organisationen ihre Grundsatzvereinbarung und verlängerten damit ihre Zusammenarbeit bis 2030.

      Europäische Institutionen

      UEFA-Präsident Aleksander Čeferin war federführend beim Ausbau der Beziehungen mit politischen Institutionen Europas, insbesondere dem Europarat, der Europäischen Kommission und Mitgliedern des Europäischen Parlaments. Alle drei Institutionen haben die UEFA bei der Verteidigung des europäischen Sportmodells auf bedeutende Weise unterstützt.

      CONMEBOL

      Die Beziehungen mit der südamerikanischen Fußballkonföderation CONMEBOL sind auf und neben dem Platz intensiver als je zuvor: Zunächst wurde eine bestehende Grundsatzvereinbarung verlängert und es wurden diverse Finalissima-Begegnungen zwischen den besten europäischen und südamerikanischen Nationalteams (Männer und Frauen, Nachwuchs sowie Futsal) vereinbart.

      Good Governance

      Innerhalb eines Jahres nach seiner Wahl setzte Aleksander Čeferin die Versprechen aus seinem Wahlprogramm um und sicherte sich beim UEFA-Kongress die Zustimmung zu weitreichenden Governance-Reformen. Dazu gehörten:

      • Amtszeitbegrenzung für UEFA-Präsident/-innen und die Mitglieder des Exekutivkomitees
      • Anforderung an alle Kandidat/-innen für das Exekutivkomitee, ein aktives Amt in ihrem Nationalverband innehaben zu müssen
      • Verankerung von Ethik und Good Governance als statutarische Ziele der UEFA

      Zur Stärkung der Zusammenarbeit mit allen Interessenträgern des europäischen Fußballs hat das Exekutivkomitee zudem Vollmitgliedschaften für zwei Vertreter/-innen der European Football Clubs (EFC, ehemals ECA) sowie für eine Vertretung der European Leagues geschaffen.

      2018 schuf die UEFA ein Fundament zur Stärkung der Governance im europäischen Fußball und rief zehn Grundsätze ins Leben, an denen sich die Mitgliedsverbände bei der täglichen Arbeit, der Entscheidungsfindung und der strategischen Planung orientieren können.

      Finanzielle Nachhaltigkeit

      Während der gesamten Amtszeit von Aleksander Čeferin hat die UEFA ihre 2010 eingeführten Maßnahmen zum finanziellen Fairplay kontinuierlich weiterentwickelt, um die finanzielle Nachhaltigkeit des europäischen Fußballs langfristig zu schützen. Im Mai 2026 wurde das neue UEFA-Reglement zu Klublizenzierung und finanzieller Nachhaltigkeit genehmigt, das sechs Governance-Bereiche umfasst: sportliche Angelegenheiten, soziale und ökologische Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Personal und Administration sowie rechtliche und finanzielle Angelegenheiten.

      Gesellschaftlicher Einfluss

      Der UEFA-Präsident setzt sich unermüdlich dafür ein, dass der Fußball sein enormes Potenzial, Gutes in der Gesellschaft zu bewirken, nutzt.

      Nachhaltigkeitsstrategie

      2022 brachte die UEFA ihre erste Nachhaltigkeitsstrategie „Stärke durch Einheit“ auf den Weg, in deren Rahmen Fortschritte in elf gesellschaftlichen und ökologischen Themenbereichen anhand einer Reihe von Zielen und Leistungskennzahlen gemessen werden.

      UEFA-Stiftung für Kinder

      Im November 2017 wurde Aleksander Čeferin zum Vorsitzenden der UEFA-Stiftung für Kinder gewählt, einer unabhängigen Wohltätigkeitsorganisation, die Fußballprojekte zugunsten benachteiligter junger Menschen weltweit finanziert. 2025 feierte die Stiftung ihr 10-jähriges Bestehen. Bis heute hat sie EUR 54 Mio. dafür verwendet, 577 Projekte in 138 Ländern zu unterstützen, die 4,9 Millionen Kindern zugute kamen.

      Common Goal

      Zudem trat der UEFA-Präsident der Wohltätigkeitsbewegung Common Goal bei und verpflichtete sich damit, ein Prozent seines Gehalts zu spenden, um so Projekte der Organisation zu unterstützen.

      Frühere UEFA-Präsidenten

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