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UEFA-Präsident Aleksander Čeferin: „Der europäische Fußball hat eine vielversprechende Zukunft“

Die UEFA Kongress

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sprach bei seiner Eröffnungsrede anlässlich des UEFA-Kongresses über die Kraft des Fußballs, Menschen zusammenzubringen, und über die Notwendigkeit, Fans und Aktive sowie die Verankerung des Sports auf lokaler Ebene weiterhin in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Rede von Aleksander Čeferin beim UEFA-Kongress in Brüssel.

Im Folgenden erfolgt ein Überblick über einige der wichtigsten Botschaften aus der Rede des Präsidenten an die Delegierten des 50. Ordentlichen UEFA-Kongresses in Brüssel, einer Stadt im Herzen Europas.

Über die einende Kraft des Fußballs

Es ist leicht zu verstehen, warum die Europäische Union das Motto „In Vielfalt geeint“ gewählt hat. Drei Worte. Ein Ziel. Eine leise Warnung: Einheit ist niemals garantiert.

In einer Welt, die auseinanderdriftet, ist es der Fußball, der weiterhin verbindet. Auf einem Kontinent, der sich streitet, ist es der Fußball, der immer noch Menschen zusammenbringt. In gespalteten Gesellschaften ist es der Fußball, der immer noch eine gemeinsame Sprache bietet.

Deshalb gilt „In Vielfalt geeint“ nicht nur für die EU. Es gilt genauso für den europäischen Fußball – für die 55 nationalen Fußballverbände. Tausende Vereine. Millionen Aktive, Volunteers und Fans. Unterschiedliche Geschichten. Unterschiedliche Realitäten. Aber alle unter einer Pyramide.

In einer Welt, in der Meinungsverschiedenheiten allzu oft in Respektlosigkeit ausarten und in der man sich anschreit, statt zuzuhören, zeigt der Fußball einen anderen Weg – den des Respekts. Respekt zwischen Rivalen. Respekt für gemeinsame Regeln. Respekt für den Fußball an sich.

Respekt ist die stille Supermacht des Fußballs – eine, die der Welt immer mehr abhanden kommt. Wenn Respekt auch unter Druck gewahrt wird, zeigt dies, dass der Fußball dort erfolgreich ist, wo die Politik allzu oft versagt. So sieht Führungsstärke aus. Und so führen wir den europäischen Fußball weiter – durch verantwortungsvolle Entscheidungen, die auf Einheit und Stabilität beruhen.

Trotz der Aufregung, trotz des Drucks, trotz der Zweifel: Der europäische Fußball hat eine vielversprechende Zukunft.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin beim 50. Ordentlichen UEFA-Kongress in Brüssel.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin beim 50. Ordentlichen UEFA-Kongress in Brüssel.UEFA via Getty Images

Über die Bewältigung der jüngsten Herausforderungen

Der Fußball war und ist mit größeren Herausforderungen konfrontiert als je zuvor. Eine globale Pandemie. Kriege. Geopolitische Spannungen. Wirtschaftlicher Druck.

Der europäische Fußball ist aber standhaft geblieben. Er ist standhaft geblieben, weil wir Einheit über Zersplitterung gestellt haben. Weil wir Verantwortung über Improvisation gestellt haben. Weil uns die Überzeugung antreibt, dass der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat.

Über die Offenheit des europäischen Fußballs und den Schutz des europäischen Sportmodells 

Führungskräfte kommen und gehen. Imperien steigen auf und gehen unter. Der Fußball bleibt – Saison für Saison, Generation für Generation. Er ist fest in unserer Gesellschaft verankert: Busfahrten zu Auswärtsspielen, volle Tribünen, leidenschaftliche Fangesänge... Wir müssen dafür sorgen, dass dies so bleibt.

Fußball kann weder gekauft noch verkauft werden. Er wird sich nie abschotten. Er gehört allen. Und was allen gehört, ist stärker als jede einzelne Kraft. Deshalb hat der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft.

Europa-League-Partie zwischen Celta Vigo und OSC Lille.
Europa-League-Partie zwischen Celta Vigo und OSC Lille. UEFA via Getty Images

Über das neue Format der UEFA-Klubwettbewerbe

Viele haben daran gezweifelt. Einige haben uns gewarnt. Andere haben vorausgesagt, dass wir scheitern werden. Was haben wir also getan? Wir haben beraten. Wir haben zugehört. Wir haben uns angepasst. Dann haben wir gehandelt – gemeinsam. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Das neue Format war von Beginn an ein Erfolg. Die Wettbewerbe sind dynamischer und ausgeglichener geworden und voller Tore, Spannung und Dramatik vom ersten bis zum achten Spieltag.

Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines Systems, in dem Startplätze jede Saison auf dem Rasen erkämpft werden müssen und nicht einigen wenigen vorbehalten sind. Ein System mit offenen, gemeinsam konzipierten und verantwortungsbewusst durchgeführten Wettbewerben, die nicht in Eigenregie entwickelt, im Geheimen ausgehandelt und von wenigen für wenige gestaltet werden.

Über die Vereinbarung mit den European Football Clubs (EFC) und Real Madrid diese Woche

Ich persönlich bin sehr froh, dass Real Madrid und Barcelona wieder Teil der Familie sind. Wir alle hatten diese Auseinandersetzungen satt. Es gab einige Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten von Real Madrid, Florentino Pérez, doch lassen Sie es mich deutlich sagen: Wir haben nie den Respekt vor uns selbst und füreinander verloren, ebenso wenig wie unsere Begeisterung für den Fußball. Lassen Sie es mich noch deutlicher sagen: Der einzige Gewinner dieser Situation ist der Fußball.

Zweikampf zwischen Fermin Lopez (Barcelona) und Alvaro Carreras (Real Madrid) in einem Spiel der spanischen Meisterschaft.
Zweikampf zwischen Fermin Lopez (Barcelona) und Alvaro Carreras (Real Madrid) in einem Spiel der spanischen Meisterschaft.Getty Images

Über die Verantwortung des Fußballs gegenüber den Fans und die Intensivierung des Dialogs mit Fanorganisationen

Eine Kernwahrheit dürfen wir nie vergessen: Selbst die größte kollektive Leistung verblasst, wenn sie sich von den Menschen entfernt. Der Fußball darf das nie tun. Er kann eine große, aber niemals eine politische Bühne sein. Es ist ein Spiel für die Menschen und kein Instrument der Mächtigen.

Beim Fußball geht es um Zugehörigkeit, nicht um Markenwerte. Um Identität, nicht um Geschäft. Um Gemeinschaft, nicht um Handelsware

Wenn der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat – und sie ist vielversprechend –, dann auch dank derjenigen, die ihn am leidenschaftlichsten leben: die Fans.

Wir haben den Dialog mit Fanorganisationen intensiviert. Natürlich ist unsere Beziehung nicht immer einfach. Wir sind uns nicht immer einig. Aber wir bleiben immer am Verhandlungstisch – denn die Fans sind nicht nur Kulisse. Sie sind das Fundament. Jedes Bauwerk, das sein Fundament vernachlässigt, stürzt früher oder später ein.

Wir müssen Türen öffnen und nicht schließen. Wir müssen die echten Fans schützen und dürfen sie nicht vertreiben. Fußballstätten müssen Orte der Zugehörigkeit, nicht des Ausschlusses sein. Denn Sicherheit und Inklusion schließen sich nicht gegenseitig aus. Sie sind voneinander abhängig. Das ist der Geist, den wir verteidigen – und gemeinsam stellen wir weiterhin sicher, dass der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat.

Über die Eintrittskartenpreise für die UEFA EURO 2028

Die UEFA engagiert sich weiterhin für ein fanfreundliches Ticketing. Am deutlichsten wird dies bei der EURO 2028 zu sehen sein, wo eine faire und transparente Preisgestaltung ohne Einsatz von Algorithmen dafür sorgen wird, dass die Fans an erster Stelle stehen. Wir werden verhindern, dass sich Familien einen Spielbesuch nicht leisten können. Fanloyalität darf kein Luxus sein.

Nur ein Spiel, das weiß, wo Grenzen gezogen werden müssen, ist zukunftsfähig. Ein Spiel, das seine Grenzen vergisst, verliert irgendwann an Interesse.

Über den Schutz von Spielerinnen und Spielern und die engere Zusammenarbeit der UEFA mit FIFPRO Europe

Das Engagement der Spielerinnen und Spieler auf dem Platz zeigt, warum der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat.

Werden sie jedoch mit künstlichen Wettbewerben und eigennützigen Veranstaltungen überlastet, wird aus Ehrgeiz Maßlosigkeit. Topspieler brauchen eine angemessene Erholung. Der Fußball braucht sie in ihrer besten Verfassung und nicht am Anschlag.

Auch müssen die Einsatzzeiten besser aufgeteilt werden – weniger überlastete Spieler, weniger Kurzauftritte. Ein kleiner Stamm sollte nicht die ganze Verantwortung tragen, während andere von der Seitenlinie zuschauen.

Darauf basiert unsere Zusammenarbeit mit der FIFPRO Europe. Aus einem einst schwierigen ist ein konstruktiver Dialog geworden – Kooperation statt Konfrontation, gemeinsame Lösungen statt festgefahrene Positionen. Und diese Reise hat gerade erst begonnen.

Über die Austragung von Spielen nationaler Wettbewerbe im Ausland

Die nationalen Ligen schöpfen ihre Stärke aus ihren lokalen Identitäten, ihren Traditionen und den Fans in den Stadien.

Wenn Spiele nationaler Wettbewerbe im Ausland ausgetragen werden, mag dies kurzfristigen Interessen dienen. Längerfristig werden jedoch Identifikation und Loyalität untergraben.

Wie will man Identität schaffen, wenn man ein Team aus seinem Zuhause reißt – und es denjenigen wegnimmt, die 90 Minuten lang singen, bei jedem Wetter mitreisen und ihrem Verein in jedem Wettbewerb folgen? Wie will man eine lokale Identität aufrechterhalten, wenn man sie einfach weggibt?

Natürlich können wir global agieren. Wir tun das selbstverständlich auch. Aber nie, indem wir Verwurzelung für Reichweite opfern.

Der Fußball in Europa ist am stärksten, wenn er sich dort befindet, wo seine Anhänger sind. In den Städten, in den Vororten und in den Vierteln, in denen die Vereine den Alltag prägen. Diese Stärke erwächst aus etwas Einfachem: aus Kindern, die Fußball spielen. Da nimmt alles seinen Anfang. Deshalb können wir aus gutem Grund sagen, dass der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat.

Lyon-Spielerin Selma Bacha feiert nach einem Spiel der Women's Champions League mit den Fans.
Lyon-Spielerin Selma Bacha feiert nach einem Spiel der Women's Champions League mit den Fans.Getty Images

Über die Nationalmannschaften und die FIFA-WM diesen Sommer

Der Nationalmannschaftsfußball ist die Ergänzung zum wöchentlichen Spielbetrieb auf Vereinsebene und bringt Eigenschaften mit sich, die über jede nationale Liga hinausgehen: nationale Identität und kontinentale Anerkennung.

Den Spielerinnen und Spielern bedeuten diese Wettbewerbe alles. Man kann von einem Verein zu einem anderen wechseln, aber die Nationalmannschaft bleibt immer dieselbe. Dieser Stolz ist tief verwurzelt. Es ist ein persönlicher, aber auch gemeinsamer, von Generation zu Generation vererbter, kollektiver Stolz. Wir werden dies im kommenden Sommer wieder sehen. Und allen Nationalverbänden, die Europa vertreten, wünsche ich alles Gute.

Über das anhaltende Wachstum des Frauenfußballs und die Women’s EURO 2025

Dank neuer Wettbewerbe und höheren Standards steigt der Frauenfußball in neue Sphären auf – ein weiterer Beleg dafür, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben.

Um dies zu merken, reicht ein Blick auf die Women’s EURO in der Schweiz im letzten Jahr. Es war ein atemberaubendes, rekordträchtiges und insbesondere verbindendes Turnier.

Mehr als 650 000 Fans strömten in die Stadien. Mit zwei Ausnahmen waren sämtliche Partien ausverkauft. Weltweit haben über eine halbe Milliarde Menschen am Bildschirm mitgefiebert. In einer unruhigen und instabilen Welt bescherte der Fußball Europa während einiger Wochen wieder etwas Kostbares: kollektive Freude, gemeinsamer Torjubel, Familien auf den Rängen und Mädchen, die davon träumen, selber auf dem Spielfeld zu stehen.

Momente wie diese rufen uns die einzigartige Kraft der Nationalmannschaftswettbewerbe in Erinnerung – sie bringen Menschen zusammen, sie inspirieren, sie bedeuten Fortschritt. Sowohl im Frauen- als auch im Männerfußball zeigen sie, warum der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft hat.

Über die Schaffung von Spielmöglichkeiten für Kinder durch die Nationalverbände

Alle vier Jahre fließen über 55 Millionen Euro direkt in den Breitenfußball. Am UEFA-Schulfußball-Programm haben mittlerweile 7,6 Millionen Kinder teilgenommen, darunter über drei Millionen Mädchen.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Nationalverbände das Fundament des Fußballs stärken. Gemeinsam tragen diese Bemühungen zu einem lebendigen, inklusiven und gesunden Ökosystem bei, durch das sich der europäische Fußball Jahr für Jahr erneuern kann.

Die Nationalverbände stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit – das ist Ihr Vermächtnis. Darauf können Sie stolz sein. Sie verankern den Fußball in der Gesellschaft. Sie machen aus den ersten Gehversuchen von heute das Spiel von morgen. Sie geben dem Spiel sowohl sein Fundament als auch sein Gesicht. Dank Ihrer täglichen Arbeit hat der europäische Fußball eine vielversprechende Zukunft.

Im Rahmen der UEFA-Breitenfußball-Konferenz 2025 im polnischen Sopot wurde auch Fußball gespielt.
Im Rahmen der UEFA-Breitenfußball-Konferenz 2025 im polnischen Sopot wurde auch Fußball gespielt.UEFA via Getty Images

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