Unai Emery im Interview: Der Europa-League-Spezialist von Aston Villa über seine bemerkenswerte Bilanz und das Finale gegen Freiburg
Dienstag, 19. Mai 2026
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"Wir arbeiten hart, damit unsere Fans das Spiel genießen können", sagt Aston Villas Trainer Unai Emery im Vorfeld des Europa-League-Finales gegen Freiburg.
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Als Unai Emery im November 2022 zu Aston Villa kam, stand die Mannschaft auf dem 17. Platz der englischen Premier League, und er sorgte für einige Verwunderung, als er erklärte: "Mein Traum ist es, einen Titel zu gewinnen."
Dreieinhalb Jahre später ist der hochdekorierte spanische Trainer – der zuletzt von seinem Stürmer Ollie Watkins als "Genie" bezeichnet wurde – nur noch ein Spiel davon entfernt, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, denn seine Mannschaft bereitet sich aktuell auf das Europa-League-Finale gegen Freiburg in Istanbul vor.
Im Vorfeld seines sechsten Europa-League-Endspiels spricht Emery mit der UEFA über seine bemerkenswerte Beziehung zu diesem Wettbewerb, die Herausforderungen, die Freiburg seiner Mannschaft stellen dürfte, und den Aufstieg von Villa unter seiner Führung.
Über seine unglaubliche Europapokal-Bilanz
Ich bin sehr dankbar, auf der europäischen Bühne dabei sein zu dürfen, und das spornt mich an, hohe Ansprüche an mich selbst zu stellen. Meine ersten Jahre im europäischen Fußball verbrachte ich bei Valencia. Dort begann ich zu verstehen, worum es in Europa geht und was die Anforderungen des europäischen Fußballs wirklich bedeuten, und das bot mir eine sehr wichtige Plattform.
Das bedeutet Herausforderungen, Dankbarkeit und Prestige. Es ist ein besonderer Platz im Fußball, jenseits der heimischen Ligen oder Pokalwettbewerbe, an denen man spielt, egal wo man ist. Und ich fühle mich sehr wohl dabei, in Europa anzutreten.
Über die Bedeutung der Europa League
Wenn man nicht in der Champions League um den Titel mitspielen kann, bietet die Europa League eine weitere Bühne. Und man muss diesen Wettbewerb wollen, man muss ihn spüren. Das habe ich in Sevilla gelernt. Und wie ich das an die Spieler weitergebe, ist sehr wichtig.
Das verschafft einem immer Anerkennung und bietet zudem eine weltweit im Fernsehen übertragene Plattform, denn wenn man in Europa spielt und das Viertelfinale, das Halbfinale oder das Finale erreicht, wird man auf der ganzen Welt gesehen. Es ist Fußball, der überall im Fernsehen verfolgt werden kann, der über die UEFA ein breites Publikum erreicht und einem eine Bühne bietet.
Über die Herausforderung Freiburg
[Sie sind] sehr stark. Sie haben einen Trainer, der viel Intensität vermittelt, und sie verfügen über erfahrene Spieler. Es ist ein Spielstil, der stark auf Talent und Charakter setzt; diese beiden Eigenschaften zusammen bringen gute Spieler hervor, sowohl junge Talente, wie sie Freiburg hat, als auch erfahrene Spieler. Ich habe vor 12 Jahren mit Sevilla gegen Freiburg gespielt, und zwei ihrer Spieler aus jenem Spiel sind immer noch dort: (Matthias) Ginter und (Christian) Günter.
Sie spielen eine sehr gute Saison. Vor allem haben sie eine klare Vision, einen Stil, der sie sehr gut auszeichnet. Sie stehen also [im Finale], weil sie es verdient haben und weil sie sehr gut spielen, weil sie einen großartigen Trainer haben und weil sie gute Spieler haben, und vor allem eine fantastische Fangemeinde – und sie sind hungrig.
Über Villas Erfolg
Als ich hierherkam, habe ich gesagt, dass es mein Traum und mein Ziel sei, in Europa zu spielen und uns wieder zu qualifizieren – und genau das erreichen wir gerade. Wir wissen, dass wir durch weitere Spiele und Erfolge eine Verbindung zu unseren Fans aufbauen können.
Nachdem wir vor 40 Jahren den Europapokal gewonnen haben, dürfen unsere Fans nun ein Europa-League-Finale miterleben. Die Spannung und Motivation an diesem Tag in Istanbul werden etwas ganz Besonderes sein. Wir arbeiten hart daran, dass unsere Fans das Spiel genießen können, und hoffentlich können wir ihnen etwas Freude bereiten.
Dieses Interview wurde am 16. Mai 2026 geführt.