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Freiburg-Torhüter Noah Atubolu über seine tiefe Verbindung zum Klub und die Anspannung vor dem Finale der Europa League

"Alle, die mich auf meinem Weg hierher unterstützt haben, werden da sein", sagt Freiburg-Torhüter Noah Atubolu vor dem Finale der UEFA Europa League gegen Aston Villa.

Noah Atubolu: "Die Fans haben uns nach Istanbul getragen"

Wenn Freiburg am Mittwoch im Finale der UEFA Europa League in Istanbul gegen Aston Villa antritt – dem ersten Finale in einem UEFA-Wettbewerb in der Klubgeschichte –, wird es kaum jemanden geben, für den dieses Spiel mehr bedeutet als für den 23-jährigen Torhüter Noah Atubolu.

Live-Blog: Freiburg - Villa

Atubolu hat in dieser Saison bisher maßgeblich zum Erfolg seines Heimatklubs beigetragen. Er stand in jedem Spiel auf dem Platz, spielte fünf Mal zu Null und zeigte vor allem im Halbfinal-Hinspiel gegen Braga in einer entscheidenden Phase der Begegnung eine hervorragende Parade bei einem Elfmeter.

Im Gespräch mit der UEFA blickte Atubolu auf Freiburgs Aufstieg zurück, sprach über den Einfluss seines Trainers Julian Schuster und gab einen Einblick in seine mentale Vorbereitung auf wichtige Momente.

Über den Einzug ins Finale

Alle Tore von Freiburg in der Europa League bislang

Es ist uns gelungen, fast jedes Team zu schlagen, egal ob zu Hause oder auswärts, und wir haben die Ligaphase gut abgeschlossen. Die Spiele waren nicht immer einfach für uns, und in der K.-o.-Phase lagen wir nach dem Hinspiel oft zurück, zum Beispiel gegen Genk oder Braga. Da mussten wir alles geben und zeigen, wie stark wir darin sind, uns zurückzukämpfen, und jetzt stehen wir im Finale.

Ich glaube, für uns ist das etwas ganz Besonderes, mehr noch als für andere, vielleicht größere Klubs. Wir kommen aus einer ganz anderen Welt. Es gab ganz andere Zeiten, wo ich noch nicht dabei war, aber viele aus der Startelf haben diese Ära durchlebt, als man gegen den Abstieg kämpfte und bis zum Saisonende alles gab. Wir erleben gerade großartige Zeiten, auf die der Klub hingearbeitet hat, und wir hoffen, dass es so weitergeht.

Über seine Verbindung zu Freiburg

Ich bin schon seit meinem elften, zwölften Lebensjahr Freiburg-Fan. Mein Vater war und ist immer noch Freiburg-Fan, und er war es, der mich zum Klub gebracht hat. Damals sind wir oft zu den Spielen gegangen, auf die Südtribüne im alten Stadion. Wir haben dort viele Spiele gesehen, darunter auch welche mit Spielern, die heute noch da sind: [Matthias] Ginter, Christian Günter und so weiter.

Das sind Spieler, die ich kenne, denen ich früher beim Spielen zugeschaut habe, und jetzt ist einer von ihnen [Günter] mein Kapitän, und ich stehe mit ihm gemeinsam auf dem Platz. Das ist ein tolles Gefühl. Ich komme von hier, und meine Familie ist auch hier. Ich habe keine Tickets mehr übrig. Alle kommen: Meine Freunde, meine Familie, meine Berater – alle, die mich auf meinem Weg hierher unterstützt haben, werden da sein.

Über seinen denkwürdigsten Moment dieser Saison

Highlights: Braga - Freiburg 2:1

Das Halbfinal-Hinspiel gegen Braga, bei dem ich einen Elfmeter gehalten habe – das war natürlich ein großartiger Moment für mich. Und dann das Rückspiel, das für immer ein unvergesslicher Höhepunkt meiner Karriere bleiben wird. Die Atmosphäre hier im Stadion an diesem Abend war etwas, das ich, seit ich hier spiele, noch nie zuvor erlebt habe.

Über den Einfluss von Julian Schuster

Leider habe ich nie mit ihm gespielt, aber als Trainer kenne ich ihn mittlerweile ziemlich gut, da wir zusammenarbeiten, seit er [im Jahr 2024] das Amt übernommen hat. Der Erfolg spricht für sich. In den zwei Jahren, seit er hier ist, haben wir das Halbfinale des DFB-Pokals und das Finale der Europa League erreicht.

Letztes Jahr sind wir Fünfter geworden und haben uns für die Europa League qualifiziert. Das letzte Saisonspiel bestritten wir letztes Jahr hier im Stadion gegen Frankfurt – es ging um die Champions League. Ich glaube also nicht, dass es noch viel hinzuzufügen gibt. Der Erfolg spricht für ihn [als Trainer] und für uns als Team, was sehr positiv ist.

Über seine Erfahrungen mit Deutschland bei der U21-EM im vergangenen Sommer

Atubolus Sensationsparade gegen Frankreich

Das hat mir in meiner noch jungen Karriere viel Erfahrung gebracht und hilft mir mental, wenn ich in K.-o.-Phasen, Viertelfinals, Halbfinals und Finals spiele.

[Das Finale] war ein großes Spiel, das wir [gegen England] leider verloren haben. Ich habe [diese Erfahrung] mitgenommen und sie in Motivation umgewandelt, so schnell wie möglich wieder in ein Finale zu kommen. Ich habe dafür alles gegeben und sehr hart gearbeitet. Und jetzt spiele ich in einem weiteren Finale, bin sehr aufgeregt und möchte gewinnen.

Über die Vorbereitung aufs Elfmeterschießen

Ich analysiere viel, schaue generell viel Fußball und konzentriere mich auf diese Situationen. Die Verbesserungen kommen dann ganz von selbst. Aber ich bin auch der Meinung, dass es Zeit und Mühe kostet, die wir investieren, um auf Elfmeter oder Spielsituationen so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Letztendlich mag es natürlich am Glück oder am Momentum liegen, aber mit viel Arbeit kann man das Glück zu seinen Gunsten beeinflussen und dieses Momentum aufbauen.

Ich hoffe, wir schaffen es innerhalb von 90 Minuten, aber falls es zum Elfmeterschießen kommt, bin ich natürlich darauf vorbereitet und werde mein Bestes geben. Ich war bisher nur im Jugendbereich bei Elfmeterschießen dabei – so bin ich eigentlich überhaupt erst zum Torwart geworden.

Dieses Interview wurde am 11. Mai 2026 geführt.