Interview mit John McGinn: Aston Villas Kapitän über seinen Europa-League-Traum und Unai Emerys Einfluss
Montag, 18. Mai 2026
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"Wir können Geschichte schreiben", sagt John McGinn vor Aston Villas Finale in der UEFA Europa League gegen Freiburg.
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Ganz gleich, wie das bevorstehende Finale der UEFA Europa League zwischen Aston Villa und Freiburg in Istanbul ausgeht – die Saison 2025/26 wird dem charismatischen Kapitän der Engländer, John McGinn, noch lange in Erinnerung bleiben.
Der ehemalige Mittelfeldspieler von St. Mirren und Hibernian verhalf nicht nur seiner Heimat Schottland zur ersten WM-Qualifikation seit fast 30 Jahren, sondern spielte auch eine entscheidende Rolle dabei, dass Aston Villa zum ersten Mal seit 1982 wieder ein europäisches Finale erreichte. Der Höhepunkt war sein Doppelpack mit zwei Toren von außerhalb des Strafraums, mit denen er den Triumph im Halbfinal-Rückspiel gegen Nottingham Forest klarmachte.
Im Gespräch mit der UEFA vor dem großen Finale am Mittwoch im Beşiktaş Park spricht McGinn darüber, wie es sich anfühlt, nach acht Spielzeiten und mehr als 300 Pflichtspieleinsätzen endlich mit Villa in einem Finale zu stehen.
"Das bedeutet mir alles", sagt er. "Es ist ein so traditionsreicher Verein. Früher war er an der Spitze des englischen und des europäischen Fußballs, und die Fans haben jahrelang gelitten."
"Ich bin wirklich stolz auf den Weg, den wir zurückgelegt haben. Es ist ein anspruchsvoller Verein, für den man spielt, daher muss man mutig sein, an sich glauben und volles Vertrauen in sich selbst haben, und ich denke, wenn man diese Eigenschaften mitbringt, kann man ein erfolgreicher Villa-Spieler sein."
"Ich war schon früher bei Vereinen, bei denen man eine lange Wartezeit auf einen Titel beendet hat, und dieses Gefühl – und die Freude sowie die Emotionen in den Gesichtern aller zu sehen – ist einfach unglaublich."
Villa ist nur noch einen Schritt davon entfernt, seine 30 Jahre andauernde Durststrecke zu beenden (der letzte Titelgewinn war der englische Ligapokal 1996), doch McGinn weiß, dass noch viel zu tun ist. Er nimmt die jüngsten Enttäuschungen in Europa als Warnung, nachdem man 2023/24 im Halbfinale der Conference League gegen Olympiakos verloren hatte und in der vergangenen Saison im Viertelfinale der Champions League gegen Paris ausgeschieden war.
"Wir können uns rehabilitieren und Geschichte schreiben", betont er. "Wir haben natürlich einige Veränderungen am Kader und an der Mannschaft vorgenommen, und diesmal herrscht im Kader definitiv eine andere Stimmung."
"Was wir auf keinen Fall tun dürfen, ist, das Finale als selbstverständlich anzusehen. Freiburg hat natürlich eine großartige Geschichte in Deutschland, war aber noch nie in dieser Situation. Deshalb werden sie sich einen eigenen Platz in der Geschichte sichern wollen und absolut alles geben, um uns zu schlagen – wir müssen also in Bestform sein."
Ein Vorteil für Villa ist Trainer Unai Emery, ein Europa-League-Fachmann, der vier der fünf Endspiele gewonnen hat, an denen er teilgenommen hat.
"Ich kann gar nicht genug loben, was er hier geleistet hat", erklärt McGinn. "Er hat die Einstellung hier und die Ambitionen fast im Alleingang verändert. Sein Ehrgeiz, seine Arbeitsmoral, seine Entschlossenheit zum Erfolg und die Art, wie er uns jeden Tag antreibt. Wir können uns sehr glücklich schätzen, ihn hier zu haben, und hoffentlich können wir ihn so lange wie möglich hier behalten."
"Er und ich haben ein tolles Verhältnis. Er weiß, dass er mich bis an meine Grenzen bringen kann. Er weiß, dass er mir auf jeder Position vertrauen kann, die er für mich auswählt. Ich finde es wichtig, jemanden zu haben, dem dein Wohl am Herzen liegt. Und wie er immer sagt: Das Beste von mir ist das Beste von ihm."
Auf die Aussicht, mit Villa einen Titel zu holen, kommt McGinn zu folgendem Schluss: "Wir sind jetzt so nah dran. Es wäre sicher genauso, wenn Sie den Kapitän von Freiburg interviewen würden. Wir sind jetzt so nah dran, dass man den Erfolg fast schon schmecken und spüren kann. Aber wir wissen, dass wir noch eine Aufgabe zu erledigen haben."
"Wir haben 90 Minuten – vielleicht sogar 120 – Zeit, um zu Legenden dieses Vereins zu werden. Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Wir wissen, was wir tun müssen, und das spornt uns definitiv zu noch mehr an."
"Für mich persönlich würde das alles bedeuten. Es gibt niemanden in dieser Umkleidekabine, der sich das mehr wünscht als ich. Ich habe hier viel durchgemacht, daher würde es mir absolut alles bedeuten, diesen Pokal in die Hände zu bekommen."
Dieses Interview wurde am 13. Mai 2026 geführt.