San Marino feiert, Italien hat Schwein
Freitag, 13. September 2013
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Gianluigi Buffon und Robin van Persie haben ihre Nationalmannschaften zur WM-Qualifikation geführt, müssen sich das Rampenlicht aber mit San Marinos U21 und dem Schweinchen Peppa teilen.
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Mannschaft: San Marino U21
San Marinos 1:0-Erfolg gegen Wales wird höchstwahrscheinlich nicht ausreichen, damit sich das Team für die UEFA-U21-Europameisterschaft 2015 qualifiziert, vielleicht bleibt es aber die größte Überraschung der insgesamt 194 Qualifikationsspiele. Die kleine Republik, die weniger Einwohner als die zwölftgrößte Stadt von Wales (Aberdare) hat, setzte sich dank des Treffers von Juri Biordi durch. Es war im 86. Spiel der erste Pflichtsieg auf U21-Ebene und San Marinos erster Erfolg im Rahmen einer UEFA-Qualifikation seit einem Triumph der U17 gegen Andorra im Jahre 2002.
"Ganz San Marino sollte stolz auf die Jungs sein", meinte Trainer Pier Angelo Manzaroli, der sein Team im Juni 2012 bereits zu einem 0:0 gegen Griechenland geführt hatte. "Ich habe das Glück, mit Spielern arbeiten zu können, die ihren Ambitionen mit ganzem Herzen nachgehen. Wenn man ein wenig Technik und Taktik hinzufügt, dann kann man großartige Ergebnisse erzielen, wie wir es heute gemacht haben."
Spieler: Gianluigi Buffon (Italien)
Buffon kann mit seiner Woche relativ zufrieden sein. Letzten Freitag zeigte er eine bärenstarke Parade und hielt Italiens 1:0-Sieg gegen Bulgarien fest, anschließend feierte man einen 2:1-Triumph über die Tschechische Republik und holte sich so das WM-Ticket. Buffon bestritt dabei sein 136. Länderspiel und stellte den Rekord von Fabio Cannavaro ein. "Nun können wir einfach nur feiern", sagte Buffon. "Meinen persönlichen Rekord, aber natürlich auch die WM-Teilnahme. Ich danke meinen Teamkollegen, die mir diese Feierlichkeiten ermöglicht haben."
Tor: Anders Svensson (Schweden)
Eigentlich war Svenssons Siegtreffer in der Republik Irland nichts Besonderes: Ein solider Abschluss am kurzen Pfosten nach Vorlage von Zlatan Ibrahimović brachte den wichtigen 2:1-Erfolg, der Schweden zumindest die theoretische Chance erhält, Deutschland im Rennen um den Sieg in der Gruppe C noch abzufangen. Allerdings war es eine riesige Belohnung für den 37-Jährigen, der mit seinem 143. Länderspiel die Rekordmarke von Thomas Ravelli egalisierte.
Zahl: 19 (FC Viktoria Plzeň)
Am Dienstag starten die Tschechen in ihre zweite Gruppenphase der UEFA Champions League, nachdem man in zwei Qualifikationsrunden sowie den Play-offs erfolgreich war. Zunächst geht es gegen Manchester City FC, anschließend folgen Spiele gegen den FC Bayern München und PFC CSKA Moskva. Der Verein gab den Dauerkarten-Inhabern nun die Möglichkeit, sich Tickets für die Spiele zu sichern und sechs enthusiastische Fans kamen 19 Stunden vor Öffnung der Geschäftsstelle, um auf jeden Fall nicht zu kurz zu kommen. "Wir haben Stühle mitgebracht, Karten gespielt und im Schlafsack übernachtet", so der 17-Jährige Ondřej.
Zitat: Paul Philipp (Luxemburg)
"Ich kann nur noch einmal betonen, dass es ein großer Tag für Luxemburgs Fußball ist." Der Präsident des Luxemburger Fußballverbands über den 3:2-Erfolg gegen Nordirland, nach 44 Spielen der erste Heimsieg in der WM-Qualifikation.
Comeback: Island
Island hat sich vor den entscheidenden Qualifikationsspielen im Oktober auf dem zweiten Platz der Gruppe E festgesetzt und träumt von der ersten Teilnahme an einem großen Turnier. Mit ihrer Moral könnte es durchaus klappen: Gegen die Schweiz lagen sie in Bern eine halbe Stunde vor Schluss mit 1:4 zurück und holten dank des Traumtores von Jóhann Berg Gudmundsson kurz vor Schluss doch noch einen Punkt.
"Eine der beeindruckendsten Leistungen eines isländischen Spielers aller Zeiten", schrieb die Zeitung Visir über den dreifachen Torschützen Gudmundsson. Die Eidgenossen waren verständlicherweise angefressen, konnten ihren Ärger aber in eine starke Leistung in Norwegen umwandeln und stehen nach dem 2:0-Erfolg dicht vor der WM-Teilnahme.
Persönliches Opfer: Patrick Kluivert (Niederlande)
Robin van Persie hat seine Länderspielausbeute mit einem Doppelpack beim 2:0-Sieg gegen Andorra auf 38 Treffer ausgebaut und liegt jetzt nur noch zwei Tore hinter Rekordtorschütze Patrick Kluivert. Und ausgerechnet Kluivert, der als Offensivcoach bei der Oranje arbeitet, hat dem Star von Manchester United FC dabei geholfen.
"Er ist eine große Unterstützung für mich", sagte Van Persie. "Wir reden viel miteinander, vor allem, ob ich zum kurzen oder langen Pfosten laufen soll. Dann denke ich darüber nach und setze es auf dem Platz um."
Tattoo: Alberto Gilardino (Italien)
Juventus-Torwart Buffon musste sich letzten Freitag beim Sieg gegen Bulgarien die Schlagzeilen mit Torschütze Gilardino teilen. Allerdings nicht unbedingt wegen dessen Treffer, sondern wegen einem neuen Tattoo: Gilardino hat sich ein Bild des Schweinchen Peppa stechen lassen, eine Hommage an die Lieblingssendung seiner Kinder Giulia, Ginevra und Gemma. "Ich fühle mich wie ein 31 Jahre junger Spieler", so Gilardino.
Verletzung: Klaus Eder (Physiotherapeut Deutschland)
Normalerweise ist er dazu da, sich um die Verletzungen der Spieler zu kümmern, doch letzten Freitag gegen Österreich hat es Eder – der seit 1988 für den Deutschen Fußballbund (DFB) arbeitet – selbst erwischt. Als er sich auf den Weg machte, um Marcel Schmelzer zu behandeln, rutschte er aus und zog sich einen Muskelriss sowie einen Fingerbruch zu. "Der kann ja kaum laufen", sagte Joachim Löw. "Ich weiß gar nicht, wen wir nachnominieren könnten. Wir haben nur ihn."