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Mehr als ein Spiel: Wie der Frauenfußball Menschen in Europa zusammenbringt

In der Saison 2025/26 unterstützten mehr Fans denn je in der UEFA Women’s Champions League ihre Herzensvereine vor Ort, wodurch ein starkes Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit entstanden sind.

Spielerinnen des FC Barcelona mit Betreuerstab und Fans nach dem Halbfinale der UEFA Women‘s Champions League.
Spielerinnen des FC Barcelona mit Betreuerstab und Fans nach dem Halbfinale der UEFA Women‘s Champions League. UEFA via Getty Images

Es ist 19.00 Uhr an einem kalten Oktoberabend in Oslo. Vålerenga-Fans sind in ihr Stadion geströmt, um das Spiel ihres Teams gegen den VfL Wolfsburg zu verfolgen. Blaue und rote Fahnen wehen in der Luft, Fans versammeln sich auf den Tribünen und zeigen sich von ihrer lautstarken Seite.

Als das Team das Spielfeld zum Aufwärmen betritt, bricht großer Jubel aus und es erklingt unisono die Vereinshymne „Vålerenga Kerke“. Diese Gruppe eingefleischter Fans, der sogenannte Østblokka, ist sich bestens bewusst, wie eine leidenschaftliche, gut organisierte Fangemeinde zum Spiel beitragen kann.

Ähnlich sah es bei jedem Heim- und Auswärtsspiel von Vålerenga in der UEFA Women’s Champions League in dieser Saison aus. Auch beim letzten Spiel des Teams gegen Bayern München war diese kleine, aber feine Fangruppe trotz der 1 500 km langen Anreise zugegen. Nach dem Abpfiff bedankten sich die Spielerinnen bei ihrer treuen Anhängerschaft – einer Gruppe von Menschen, die durch die Liebe zu ihrem kleinen, aber rasant wachsenden Klub zusammengehalten werden.

Am Samstag, 23. Mai findet in Norwegen das Endspiel der Women‘s Champions League statt. Eine lebendige Fankultur im Frauenfußball gibt es allerdings nicht nur im hohen Norden, denn in ganz Europa sind verschiedenste Fangruppen entstanden und gewachsen.

Es ist spürbar, wie der Sport Menschen zusammenbringt – oft gehen ganze Nachwuchsmannschaften gemeinsam zu den Spielen, Freunde tragen dieselben Fanartikel oder ganze Familien sitzen im Stadion zusammen, um den Spieltag gemeinsam zu erleben.

Vålerenga Olso konnte in der Women’s Champions League auf eine große Fangemeinde zählen.
Vålerenga Olso konnte in der Women’s Champions League auf eine große Fangemeinde zählen.UEFA via Getty Images

Aufbau einer Fankultur – auch bei Auswärtsspielen

Beim Endspiel der Women’s Champions League 2025 in Lissabon war das Gemeinschaftsgefühl der angereisten Fans in der ganzen Stadt spürbar. Die in den Farben ihrer Teams gekleideten Fans waren omnipräsent und erweckten so den Eindruck eines riesigen Straßenfests.

Die stadtbekannte, rosafarbene Rua Nova do Carvalho füllte sich mit Arsenal-Fans, die Gesänge anstimmten, während sich entlang der Promenade rot-blau angemalte Gesichter des Barcelona-Fanlagers versammelten. Die Anhängerinnen und Anhänger beider Teams vermischten sich in der Stadt problemlos und Menschen, die sich noch nie begegnet waren, schlossen neue Freundschaften durch ihren Verein.

Vor allem die große Zahl der Barcelona-Fans dürfte keine Überraschung gewesen sein. Die Barça-Frauen waren in den letzten Jahren Dauergast im Finale der Königsklasse, sodass die Fangruppen des Klubs entsprechend gut organisiert sind und auch Auslandsreisen auf sich nehmen.

Almogàvers, eine nach aragonesischen Soldaten aus dem Mittelalter benannte Fangruppe, hat es sich in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht, Fanreisen an Spielorte wie Eindhoven, Bilbao und Lissabon zu organisieren. Kleinere Fangruppen in ganz Katalonien sind dem Beispiel gefolgt und bieten mittlerweile Gruppenreisen an. So entsteht eine leidenschaftliche und engagierte Fangemeinde der Blaugrana, die nicht nur bei Heimspielen zugegen ist. Gleichzeitig sind Fans der Barça-Frauen Teil eines einladenden und dynamischen Umfelds.

UEFA Women’s Champions League: eine neue Ära der Fankultur

Über Grenzen hinaus vernetzt

Der FC Barcelona setzt neue Maßstäbe im Frauenfußball, aber es gibt noch weitere Möglichkeiten für Fans, ihren Herzensverein zu unterstützen, auch wenn sich dieser nicht in unmittelbarer Nähe befindet.

Das zeigt die Geschichte von Kristin Schrumpf, einer Anhängerin der Bayern-Frauen aus New Jersey. Als sie 2015 ein Spiel in einem Londoner Pub verfolgte, entstand die Idee, eine internationale Fangruppe für das Team zu gründen – die Geburtsstunde der Bayern Red Ladies.

„Um einen offiziellen Fanklub von Bayern München zu gründen, braucht man elf Mitglieder. Um diese Zahl zu erreichen, musste ich meine Mutter anmelden, die selbst noch nie ein Spiel gesehen hatte. Mittlerweile haben wir mehr als 300 Mitglieder aus 40 verschiedenen Ländern.“ Die Red Ladies unterstützen sowohl die Frauen- als auch die Männermannschaft des FCB und zählen Mitglieder in Ländern wie Mosambik, Kuba und Pakistan, aber auch in ganz Europa und den Vereinigten Staaten.

„Ich habe von zwei Frauen in Argentinien gehört, die sich nicht kannten und angefangen haben, über die Bayern zu sprechen“, berichtet Kristin Schrumpf. „Eine von ihnen sagte: ,Ich bin bei den Red Ladies, du solltest mitmachen!‘ Woraufhin die andere Frau nicht mehr aus dem Staunen herauskam: ,Das glaube ich nicht, ich bin schon bei den Red Ladies!‘ Es ist überwältigend, dass zwei Frauen aus einem Land, in dem ich noch nie war, Mitglieder meines Klubs sind und sich so gefunden haben.“

Angesichts ihrer internationalen Mitgliedschaft organisieren die Red Ladies regelmäßig Treffen in verschiedensten Teilen der Welt sowie Live-Watchparties von Spielen, bei denen Grenzen oder Zeitzonen keine Rolle spielen. Dieses Gefühl der Verbundenheit durch eine gemeinsame Leidenschaft, unabhängig von Herkunft oder Wohnort, zieht sich durch den gesamten Frauenfußball.

Fans des FC Bayern München beim Halbfinale in der UEFA Women’s Champions League.
Fans des FC Bayern München beim Halbfinale in der UEFA Women’s Champions League.UEFA via Getty Images

Ein Sport für alle

Der Frauenfußball genießt zudem eine enorme Unterstützung in der queeren Community.

Da viele Spielerinnen offen queer leben, bietet dies ein großes Identifikationspotenzial für Fans. So spielten bei der UEFA Women’s EURO 2025 schätzungsweise mehr als 70 Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft. Dank dieser Sichtbarkeit genießt der Frauenfußball den wohlverdienten Ruf, besonders inklusiv zu sein.

Ein Fan, der in einem Reisebus zu einem Auswärtsspiel fährt, oder eine Anhängerin, die weit weg von ihrem Team lebt und mit ihren Freundinnen ein Spiel verfolgt, oder eben ein Fan, der ein Spiel in einer Bar verfolgt und dabei neue Freundschaften schließt – der Frauenfußball bietet allen eine Heimat.

„Es ist mir egal, ob du gestern dein erstes Spiel gesehen hast“, so Schrumpf. „Oder ob du schon jahrzehntelang ein eingefleischter Fan bist. Wir sind alle aus dem gleichen Grund hier – um dieses Team zu unterstützen. Ein Bayern-Fan ist und bleibt ein Bayern-Fan. Alle sind bei uns willkommen.“

Endspielprogramm erhalten

Dieser Text ist ein Auszug aus dem offiziellen Programm des Endspiels der UEFA Women’s Champions League 2026. Klicken Sie hier, um ein Exemplar (in englischer Sprache) zu kaufen. 

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