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Hintergrund: Salzburg - Marseille

Salzburg muss zum zweiten Mal in Folge zu Hause einen Rückstand von zwei Toren aufholen - dieses Mal gegen Marseille.

Die Spieler von Salzburg nach dem Hinspiel
Die Spieler von Salzburg nach dem Hinspiel ©AFP/Getty Images

Salzburg muss Ähnliches wie im Viertelfinale leisten, um zu verhindern, dass Marseille zum Finale nach Lyon fährt. Die Franzosen kommen mit einem komfortablen 2:0-Sieg im Stade Vélodrome im Rücken nach Österreich. Doch die Salzburger befinden sich zu Hause in herausragender Form.

• Die Salzburger, die kurz vor dem fünften Meistertitel in Folge stehen, sind seit November 2016 in 38 Heimspielen ungeschlagen. Davon gewann man 30 Spiele. 2018 ging man aus neun von zehn Heimspielen siegreich hervor.

• Beide Vereine zeigten im Viertelfinale ihre Comeback-Qualitäten. Marseille hatte das Hinspiel in Leipzig mit 0:1 verloren, setzte sich vor eigenem Publikum aber mit 5:2 durch. Salzburg feierte im Rückspiel gegen Lazio ein 4:1, nachdem man zuvor beim 2:4 in Rom erstmals nach 20 Europapokalspielen verloren hatte.

Highlights: Marseille - Salzburg 2:0
Highlights: Marseille - Salzburg 2:0

• Wie Marseille steht auch Salzburg erstmals im Halbfinale der UEFA Europa League. Zum vierten Mal konnten die Österreicher ihre Gruppe gewinnen und feierten danach in der K.-o.-Runde Siege mit einem Tor Unterschied gegen Real Sociedad und Borussia Dortmund.

• Marseille beendete die Gruppe I hinter Salzburg als Zweiter. Anschließend setzten sich die Franzosen gegen Braga (insgesamt 3:1) und Athletic Club (3:1 zu Hause, 2:1 auswärts) durch.

Frühere Begegnungen
• Tore von Florian Thauvin und dem eingewechselten Cllinton Njie sorgten im Hinspiel für den achten Europapokal-Heimsieg von Marseille in dieser Saison. Beide Tore bereitete Kapitän Dimitri Payet vor. Salzburg verpasste durch den Pfostenschuss von Fredrik Gulbrandsen den Anschlusstreffer.

• Die beiden Teams standen sich vor dieser Saison noch nie in einem Pflichtspiel gegenüber.

• Am zweiten Spieltag gab es im Heimspiel einen 1:0-Sieg für Salzburg. Der israelische Stürmer Munas Dabbur erzielte in der 73. Minute das goldene Tor. Nach dem torlosen Unentschieden am sechsten Spieltag erreichte Marseille hinter den bereits qualifizierten Salzburgern die Runde der letzten 32. Salzburg stellte mit der fünften Partie hintereinander ohne Gegentor an diesem Abend einen Rekord in der UEFA Europa League auf.

• Salzburg hatte es in der K.-o.-Phase noch nie mit einem Team aus Frankreich zu tun; die bisherigen sechs Begegnungen fanden allesamt in der Gruppenphase der UEFA Europa League statt.

• Salzburgs Bilanz in sieben Spielen gegen französische Gegner: 3 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen. Heimbilanz: 2 Siege, 1 Niederlage.

• Für Marseille ist es in einer K.-o.-Runde das zweite Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft aus Österreich. In der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Champions League 2003/04 gab es einen 1:0-Gesamtsieg gegen Austria Wien.

Florian Thauvin feiert mit Marseille
Florian Thauvin feiert mit Marseille©AFP/Getty Images

• Marseilles Bilanz in sieben Spielen gegen österreichische Klubs steht bei 3 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen. Auswärtsbilanz: 1 Sieg, 2 Niederlagen.

Hintergrund
• Salzburg war bis zur Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel gegen Lazio in 19 Spielen auf europäischer Ebene ungeschlagen (11 Siege, 8 Unentschieden). Zudem sind sie seit zehn Partien in UEFA-Wettbewerben zu Hause ungeschlagen (7 Siege, 3 Unentschieden), bei einem Torverhältnis von 20:3.

• Zum vierten Mal konnte Salzburg die Gruppenphase der UEFA Europa League ohne Niederlage überstehen (Rekord), nun steht man erstmals in der Vereinsgeschichte im Halbfinale. Das bisher beste Abschneiden verzeichnete man 2013/14, als man ins Achtelfinale kam.

• Nur einen Gegentreffer musste Salzburg in der Gruppenphase der laufenden Saison hinnehmen - auch dies ist ein Europa-League-Rekord. Den teilen sich die Österreicher nun mit Standard Liège (2011/12). Allerdings erzielte keiner der insgesamt zwölf Gruppensieger so wenige Treffer wie Salzburg (7). Seitdem trafen sie aber zwölfmal in sieben K.-o.-Rundenspielen.

• Salzburg, österreichischer Double-Gewinner der letzten vier Jahre und 1994 UEFA-Pokal-Finalist, verpasste in der vergangenen Saison den Sprung in die K.-o.-Runde der UEFA Europa League, nachdem dies in den drei Jahren zuvor gelungen war.

• Der zuvor einzige Auftritt von Salzburg in einem Europapokal-Halbfinale war durchaus gelungen: Im UEFA-Pokal 1993/94 wurde Karlsruhe aufgrund der Auswärtstorregel ausgeschaltet (0:0 zu Hause, 1:1 auswärts).

• Marseille hat nur eines seiner letzten neun Auswärtsspiele auf europäischer Ebene gewonnen: Mit 2:1 im Achtelfinale dieser Saison gegen Athletic Club. In diesen neun Partien erzielte man nur fünf Tore und verlor vier der letzten sechs Spiele mit 0:1. Dieses Ergebnis würde aber reichen, um weiterzukommen.

• In den Spielzeiten 1998/99 und 2003/04 erreichte Marseille das Finale im UEFA-Pokal, 2008/09 scheiterte man im Viertelfinale. Nun hat es im vierten Anlauf erstmals für ein Halbfinale der UEFA Europa League gereicht. In den Spielzeiten zuvor kam das Aus im Achtelfinale (2009/10), in der Gruppenphase (2012/13) und in der Runde der letzten 32 (2015/16).

• Marseille hat an fünf Europapokal-Halbfinals mitgewirkt. Die ersten beiden Duelle wurden verloren - gegen Ajax im Pokal der Pokalsieger 1987/88 (0:3 zu Hause, 2:1 auswärts) und gegen Benfica im Pokal der europäischen Meistervereine 1989/90 (2:1 zu Hause, 0:1 auswärts). Die nächsten drei Halbfinals wurden gewonnen – gegen Spartak Moskva im Pokal der europäischen Meistervereine 1990/91 (3:1 auswärts, 2:1 zu Hause), Bologna im UEFA-Pokal 1998/99 (0:0 zu Hause, 1:1 auswärts) und gegen Newcastle United im UEFA-Pokal 2003/04 (0:0 auswärts, 2:0 zu Hause). In der Saison 1992/93 gab es kein Halbfinale, als Marseille die erste Ausgabe der UEFA Champions League gewann.

• Die OM-Auswärtsbilanz in Europapokal-Halbfinals: 2 Siege, 2 Unentschieden, 1 Niederlage, Torverhältnis 6:4.

Payet mahnt trotz der Führung
Payet mahnt trotz der Führung

• Marseille, letzte Saison Tabellenfünfter in Frankreich, stieg in der dritten Qualifikationsrunde in die UEFA Europa League in. Dabei gab es ein 4:2 gegen den belgischen Klub Oostende, es folgte ein 4:1-Triumph über den slowenischen Verein Domžale in der Play-off-Runde. In der Gruppenphase erzielte man nur vier Tore. Doch in der K.-o.-Phase traf man 15 Mal in sieben Spielen. Jetzt liegt man gleichauf mit Salzburg, das insgesamt auf 19 Tore in 13 Spielen kommt. 

• Salzburg gewann sechs seiner 15 Duelle in UEFA-Wettbewerben, in denen sie das Hinspiel verloren - zuletzt im Viertelfinale gegen Lazio.

• Nur einmal in drei Versuchen konnten die Österreicher eine 0:2-Niederlage aufholen. Damals gewann man zu Hause mit 3:0 gegen Sporting CP in der dritten Runde des UEFA-Pokals 1993/94. Am Ende erreichte man das Finale. Bei der letzten Gelegenheit in den Play-offs der UEFA Europa League 2015/16 gegen Dinamo Minsk verlor man im Elfmeterschießen.

• Marseille hat 14 seiner 20 Duelle auf UEFA-Ebene, in denen ein Heimsieg im Hinspiel heraussprang, gewonnen. Drei davon gelangen in dieser Saison - gegen Oostende in der dritten Qualifikationsrunde, gegen Braga in der Runde der letzten 32 und gegen Athletic Club im Achtelfinale setzte man sich jeweils im Gesamtergebnis durch. 

Florian Thauvin erzielt das erste Tor im Hinspiel
Florian Thauvin erzielt das erste Tor im Hinspiel©AFP/Getty Images

• Zweimal gewann man das Hinspiel mit 2:0. Im UEFA-Pokal 1973/74 verlor man aber in der zweiten Runde gegen Köln auswärts mit 0:6. Gegen AEK Athen kam man aber in der zweiten Runde des Pokals der europäischen Meistervereine 1989/90 nach einem 1:1-Unentschieden auswärts weiter. 

Verschiedenes
• Marseille und Salzburg standen beide in Endspielen des UEFA-Pokals, konnten aber nie den großen Wurf landen. OM verlor 1999 mit 0:3 gegen Parma und 2004 mit 0:2 gegen Valencia. Salzburg musste sich nach Hin- und Rückspiel mit 0:2 gegen Internazionale geschlagen geben (1994).

• Noch nie wurde der UEFA-Pokal oder die UEFA Europa League von einem französischen oder österreichischen Team gewonnen. Salzburg ist der einzige Finalist aus Österreich, von den Klubs aus Frankreich schafften es neben Marseille auch Bastia (1977/78) und Bordeaux (1995/96) bis ins Endspiel.

• Salzburg ist der einzige nationale Meister, der noch im Wettbewerb mitmischt. Außerdem ist es der einzige Halbfinalist, der noch nie einen großen UEFA-Titel gewinnen konnte. Allerdings war man letztes Jahr Sieger in der UEFA Youth League, als Marco Rose den Nachwuchs zum Finalerfolg über Benfica führte.

• Für die Österreicher ist es das 20. Europapokalspiel 2017/18 - kein anderer Halbfinalist kann mehr Spiele vorweisen. Verteidiger Andreas Ulmer stand in jeder Minute auf dem Platz. Dabbur war in allen 19 Partien in der Anfangsformation.

• Österreich ist die elfte Nation, die einen Vertreter im Halbfinale der UEFA Europa League stellt. 

• Salzburg schaffte es in dieser Saison als erster Verein zum vierten Mal, Gruppensieger in der UEFA Europa League zu werden. Elf anderen gelang dies dreimal.

• Dies ist Salzburgs 60. Spiel in der UEFA Europa League (ab der Gruppenphase); lediglich die spanischen Klubs Villarreal (62) und Athletic Club (61) haben mehr auf dem Konto. Mit 30 Siegen liegt man nur noch hinter Villarreal (33), und lediglich Villarreal und Athletic haben mehr Treffer erzielt als die 94 von Salzburg.

Salzburger Wahnsinn: Triumph gegen Lazio
Salzburger Wahnsinn: Triumph gegen Lazio

• Salzburgs ausgeliehener Verteidiger Jérôme Onguéné begann seine Profikarriere in Frankreich bei Sochaux; er spielte dort in der Reservemannschaft, während Marseille-Torhüter Yoann Pelé (2014-15) bei den Profis war. Im Mai 2015 spielten beide zusammen in drei Partien für die Profimannschaft.

• Payet hat bereits sechs Assists in der diesjährigen Europa League auf dem Konto. Damit liegt er gleichauf mit Real Sociedads Sergio Canales. Salzburgs Stefan Lainer legte bisher fünf Tore auf.

• Verteidiger Adil Rami, der in 15 von 17 Europapokalspielen von Marseille in der Startelf stand, gewann 2015/16 mit Sevilla die UEFA Europa League; auf dem Weg zum Titel kam er siebenmal zum Einsatz, unter anderem im Finale gegen Liverpool.

• Luiz Gustavo ist der einzige Akteur von Marseille, der in den 13 Spielen seit Beginn der Gruppenphase der UEFA Europa League immer in der Startelf stand.

• Von den vier Halbfinalisten konnte nur Marseille bereits die UEFA Champions League gewinnen.

• Für die Franzosen ist es das 18. Europapokalspiel in dieser Saison. Damit ist es die längste Europapokalsaison in der Geschichte von OM. Sogar länger als die Saison 2003/04, in der man 17 Spiele absolvierte (Qualifikation für die UEFA Champions League bis zum Finale des UEFA-Pokals).

Clinton Njie feiert Marseilles zweites Tor mit Trainer Rudi Garcia
Clinton Njie feiert Marseilles zweites Tor mit Trainer Rudi Garcia©AFP/Getty Images

• Hiroki Sakai (Marseille) und Takumi Minamino (Salzburg) spielen gemeinsam in der japanischen Nationalmannschaft.

Elfmeterschießen
• Salzburgs Bilanz auf europäischer Ebene im Elfmeterschießen: 1 Sieg, 1 Niederlage
1993/94 Viertelfinale des UEFA-Pokals: 5:4 gegen Eintracht Frankfurt
2015/16 Play-offs der UEFA Europa League: 2:3 gegen Dinamo Minsk

• Marseilles Bilanz auf europäischer Ebene im Elfmeterschießen: 2 Siege, 1 Niederlage
1990/91 Pokal der europäischen Meistervereine: 3:5 gegen Crvena zvezda
2005/06 Erste Runde des UEFA-Pokals: 4:1 gegen Germinal Beerschot
2008/09 Runde der letzten 32 des UEFA-Pokals: 7:6 gegen FC Twente

Video: Marseille ringt Leipzig nieder
Video: Marseille ringt Leipzig nieder

Die Trainer
•  Der ehemalige Jugendtrainer Marco Rose, der den Klub 2016/17 zum Triumph in der UEFA Youth League führte, wurde im letzten Juni befördert und Nachfolger von Salzburgs Cheftrainer Óscar García. Der ehemalige Verteidiger, der bei seinem Heimatklub Leipzig sowie in Hannover und Mainz spielte, gehört seit 2013 dem Trainerstab von Salzburg an.

• Rudi Garcia ist seit Oktober 2016 Trainer von Marseille. Er begann seine aktive Karriere als Mittelfeldspieler bei Lille, später kehrte er zu diesem Klub zurück und war von 2008 bis 2013 dort Trainer - unter seiner Regie wurde 2010/11 das Double gewonnen. Anschließend war er drei Jahre Trainer der Roma, mit der er zweimal in Folge Vizemeister in der Serie A wurde.