Return to Play: Die UEFA bereitet sich auf die sichere Rückkehr ihrer Elite-Wettbewerbe vor.

Mehr erfahren >

Die Leidenschaft ist zurück im Ländle

"Jens Keller arbeitet mit sehr viel Leidenschaft. Wir registrieren das und wollen seinem Beispiel auf dem Platz folgen", erklärte Cacau, Kapitän des VfB Stuttgart, das Erfolgsrezept nach dem 1:0 gegen Getafe CF.

Jens Keller scheint den VfB Stuttgart wieder auf Kurs zu bringen
Jens Keller scheint den VfB Stuttgart wieder auf Kurs zu bringen ©Getty Images

Souveräne Siege sehen anders aus, aber das dürfte dem VfB Stuttgart, derzeit Tabellenletzter der Bundesliga, nach dem 1:0-Sieg in der Gruppe H der UEFA Europa League gegen Getafe CF wohl ziemlich egal sein. Mit dem dritten Sieg in Folge stehen sie weiterhin ohne Punktverlust an der Tabellenspitze ihrer Gruppe.

Das internationale Erfolgsgeheimnis kann der Siegtorschütze des Abends, Ciprian Marica, auch nicht so recht in Worte fassen: "Wenn wir wüssten, woran es liegt, dann hätten wir es natürlich schon geändert. Das einzige, was aber momentan zählt, ist, dass ich durch mein Tor neues Selbstvertrauen bekommen habe und die Mannschaft durch diesen wichtigen
Sieg. Klar hätten wir mehr Tore machen können, aber ich gebe mich auch mit einem 1:0 zufrieden." Ähnlich schätzt Sportdirektor Fredi Bobic die Lage ein. "Natürlich wären zwei oder drei Tore schöner gewesen, aber am Ende zählen nur die drei Punkte, und ich bin froh, dass wir das Ergebnis über die Zeit gerettet haben", so der ehemalige Stürmer des VfB.

Ganz so milde fällt das Urteil des neuen Trainers Jens Keller aber nicht aus. "Mit der ersten Halbzeit kann ich sehr gut leben. Wir haben Druck gemacht und hinten sicher gestanden, doch bei der zweiten Halbzeit gibt es Redebedarf. Getafe hatte zu viele Chancen, und wir gingen mit unseren Möglichkeiten viel zu fahrlässig um", urteilte der Europapokal-Debütant nach dem Sieg, nur um anschließend einen doch etwas versöhnlicheren Ton anzuschlagen: "Wir wollten den Sieg um jeden Preis, und das ist uns gelungen. Ich habe gesehen, dass der Spaß auf das Spielfeld zurückgekehrt ist, und darüber bin ich sehr froh."

Der Chef auf der Bank war also größtenteils zufrieden, und wie sah es der Chef auf dem Platz? Auch Kapitän Cacau war höchst erfreut über die Leistung des VfB Stuttgart: "Wir haben viele Chancen herausgespielt, was uns in letzter Zeit nicht immer gelang. Keller arbeitet mit sehr viel Leidenschaft. Wir registrieren das und wollen seinem Bespiel auf dem Platz folgen." Etwas pragmatischer schätzte der angeschlagene Mittelfeldspieler Christian Träsch die Situation ein, der eher die alten Tugenden des Fußballs beschwor: "Kampf und Einsatz haben heute gestimmt. Wir waren entschlossen und wollten den Sieg. Das Spielerische kommt dann von ganz allein."

Ganz egal, ob es nun die Leidenschaft, der Einsatz oder der Kampf war, der VfB Stuttgart befindet sich unter Keller im Aufwärtstrend und will diesen in der Bundesliga fortsetzen. Gegen den FC St. Pauli bekommen die Schwaben am Sonntag bereits ihre nächste Chance, das zu beweisen.

Oben