Pavon bereit für Nagelprobe
Donnerstag, 8. April 2004
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Michel Pavon und sein FC Girondins de Bordeaux stehen gegen Valencia CF vor dem Spiel der Saison.
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Von Lawrence Leenhardt in Bordeaux
DerFC Girondins de Bordeaux steht vor seinem wichtigsten Spiel in dieser Saison - dem Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinals gegen Valencia CF im Stade Chaban-Delmas.
Die Hoffnungen schwinden
Die Mannschaft von Michel Pavon liegt derzeit in der Ligue 1 auf dem elften Tabellenplatz, und sieben Spiele vor Saisonende schwinden die Hoffnungen auf eine erneute UEFA-Pokal-Qualifikation. Da Bordeaux zudem aus beiden nationalen Pokalwettbewerben ausgeschieden ist, ruhen alle Hoffnungen des Vereins nun darauf, gegen Valencia die Sensation zu schaffen.
Schlechte Erinnerungen
Pavon ist sich der Schwere der vor ihm liegenden Aufgabe wohl bewusst, da er als Mittelfeldspieler dabei war, als Bordeaux 1999/00 in der UEFA Champions League auf Valencia traf. "Wir haben in zwei Spielen sieben Tore kassiert", denkt der Trainer zurück. "Doch meine aktuellen Spieler kennen diese schlechten Erinnerungen nicht. Valencia ist die stärkste Mannschaft im Viertelfinale, und über eine ganze Saison hinweg wären sie zu stark für uns. Aber in nur zwei Spielen ist alles möglich."
"Komplette Mannschaft"
Bordeauxs französischer Nationaltorhüter Ulrich Ramé hat ebenfalls schlechte Erinnerungen an die spanische Mannschaft, denn auch er war Teil des Teams, dass vor vier Jahren systematisch auseinandergenommen wurde. "Valencia hat jetzt andere Spieler, doch es ist noch immer eine sehr starke Mannschaft", sagte der Torwart. "Sie sind jetzt in allen Bereichen kompletter und rangieren auf einer Ebene mit Real Madrid [CF]."
Chance für Chamakh
Die Aufgabe der Hausherren wird durch den Ausfall von Stürmer Jean-Claude Darcheville erschwert - er fehlt, da eine alte Verletzung am rechten Knie erneut aufgebrochen ist. An seiner Stelle wird der 20 Jahre alte Marouane Chamakh die Sturmspitze bilden. Hilfe erhält er dabei von dem spanischen Duo Albert Celades und Albert Riera aus dem offensiven Mittelfeld. Pascal Feindouno hat eine Unterleibsverletzung auskuriert, und auch Hervé Alicarte und Deivid De Souze sind nach Verletzungen wieder einsatzbereit.
Bitte um Unterstützung
Verteidiger Marco Caneira betonte die Wichtigkeit des Spiels und forderte die Fans in Bordeaux auf, sich hinter die Mannschaft zu stellen. "Ich möchte die Leute bitten, ins Stadion zu kommen, um uns gegen Valencia zu unterstützen", sagte er. "Es wäre großartig, wenn das Stadion voll würde."
Fehlende Schlüsselspieler
Valencia reist in der Favoritenrolle nach Bordeaux - aber ohne Vicente Rodríguez und Miguel Angulo, zwei der Schlüsselspieler der Mannschaft. Lange wurde um den Einsatz der beiden Mittelfeldspieler gebangt, nun mussten sie aufgrund ihrer Beschwerden (Sprunggelenksverletzung bzw. Bronchitis) absagen. Damit fallen sie ebenso aus wie Pablo Aimar, der an einer Leistenverletzung laboriert, Verteidiger Fábio Aurélio und Torhüter Andrés Palop.
Lob von Albelda
Allem Gerede der französischen Presse über die Favoritenrolle Valencias zum Trotz betonte David Albelda, der Kapitän der Spanier, dass vor dem Einzug ins Halbfinale ein "Klassegegner" auf sie wartet. "Bordeaux ist eine starke Mannschaft mit jungen Spielern, und es wird für uns entscheidend sein, kein Tor zu kassieren. Es wird nicht leicht, aber wenigstens haben wir den Vorteil, dass wir im Rückspiel zu Hause antreten können." Valencia hat bereits AIK Solna, Maccabi Haifa FC, Besiktas JK und Gençlerbirligi SK aus dem Wettbewerb geworfen.
Geschichte schreiben
Trainer Rafael Benítez wird voraussichtlich einige Änderungen gegenüber dem Spiel am letzten Sonntag gegen Real Murcia CF vornehmen - Valencia hatte diese Partie mit 2:0 gewonnen und damit den zweiten Platz in der Primera División verteidigt. Der Verein liegt derzeit einen Punkt hinter Spitzenreiter Madrid. Benítez wünscht sich eine Neuauflage des letzten Besuchs von Valencia in Bordeaux - einem 4:1-Sieg in der Champions League. Bei einem ähnlichen Ergebnis würden die Spanier bereits mit einem Bein in ihrem ersten UEFA-Pokal-Halbfinale seit 40 Jahren stehen.