„Investitionen in das Personal sind ein zentraler Aspekt. Es geht nicht nur um die Menschen, die sich um die Spielerinnen kümmern. Hier werden Grundlagen geschaffen, um Einnahmen zu generieren.“
Gezielt investieren: was die Vereine für nachhaltigen Erfolg im Frauenfußball tun sollten
Montag, 2. November 2026
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Bei der Ausgabe 2026 der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ diskutierten führende Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball darüber, welche strategischen Investitionsentscheidungen die Vereine treffen können, um das anhaltende Wachstum des Frauenfußballs zu unterstützen.
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In den Frauenfußball wird immer mehr investiert, doch dabei verlagert sich das Augenmerk darauf, wie dieses Geld ausgegeben werden sollte, um eine langfristig nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Bei der diesjährigen UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ diskutierten Xavier O’Callaghan, Direktor Profisport beim FC Barcelona, Carlos Valenzuela, Vizepräsident des mexikanischen Vereins Club Tigres und die ehemalige norwegische Nationalspielerin Maren Mjelde darüber, in welchen Bereichen gezielte Investitionen im Frauenfußball erforderlich sind.
In einem Podiumsgespräch mit Beteiligung des Publikums erörterten sie die Frage, wie Investitionen in Infrastruktur, Personal und Nachwuchsförderung den Vereinen helfen können, kurzfristige Prioritäten mit langfristiger sportlicher und finanzieller Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.
Erfolg dank guter Infrastruktur
Die Runde war sich einig darüber, dass Infrastruktur, Spielfelder und gute Trainingsbedingungen die Grundlage für langfristigen Erfolg und eine funktionierende Nachwuchsförderung bilden.
„Die Infrastruktur prägt das alltägliche Umfeld der Spielerinnen“, sagte Valenzuela. „Mit talentierten Spielerinnen wächst man sicherlich schneller, aber ohne die richtige Infrastruktur sind die Möglichkeiten begrenzt.“
Maren Mjelde, die nach sechs Meistertiteln mit Chelsea in der Women’s Super League zu ihrem Stammverein Arna-Bjørnar zurückgekehrt ist, sprach über die Fortschritte im Frauenfußball und betonte, dass weitere Investitionen in die Infrastruktur für seinen nachhaltigen Erfolg unerlässlich seien.
„Der Frauenfußball wächst seit vielen, vielen Jahren. Aber um den nächsten Schritt zu machen, ist die Infrastruktur wirklich wichtig. Man braucht dafür die richtigen Rahmenbedingungen und die entsprechenden Leute.“
Bedeutung der Menschen hinter den Kulissen
Mjeldes Ausführungen zeigen, welch wichtige Rolle das Personal spielt. Erstklassige Einrichtungen sind das eine, doch die Vereine sind auch auf kompetente Mitarbeitende angewiesen, um maximalen Nutzen daraus zu ziehen.
Für Xavier O’Callaghan bedeutet dies, dass in den gesamten Betrieb investiert werden muss, von Coaches, Analyst/-innen und medizinischem Personal bis hin zu den Mitarbeitenden im kommerziellen Bereich und Ticketing. Nur so kann das gesamte Ökosystem funktionieren.
„Investitionen in das Personal sind ein zentraler Aspekt. Es geht nicht nur um die Menschen, die sich um die Spielerinnen kümmern. Hier werden Grundlagen geschaffen, um Einnahmen zu generieren“, so O’Callaghan.
Carlos Valenzuela wies seinerseits auf die Bedeutung spezialisierter Fachleute für die Frauenfußball-Abteilungen der Vereine hin, auch wenn diese mit Zusatzkosten verbunden sein könnten. Bei Tigres Femenil seien mittlerweile über 30 Personen im sportlichen und geschäftlichen Bereich tätig.
„Bei Vereinen mit Männer- und Frauenteams ist es nicht sinnvoll, zum Beispiel einfach den Physiotherapeuten der Männer ins Frauenteam zu holen“, erklärte Valenzuela.
Nachwuchsförderung als Zukunftsinvestition
Die größte Übereinstimmung unter den Teilnehmenden der Podiumsdiskussion herrschte beim Thema Nachwuchsförderung; alle drei betonten die Bedeutung besserer Förderstrukturen für die nächste Generation.
Maren Mjelde verglich in diesem Zusammenhang die heutigen Akademien mit ihrer eigenen Erfahrung als junge Spielerin, als es keine klaren Karrierewege in den Frauenfußball gab. „Die Investitionen in den Nachwuchs sind entscheidend. Ich hatte als Kind keinen Zugang zu Akademien und auch nicht mit spezialisierten Coaches gearbeitet, aber es ist der beste Weg, um mehr Talente hervorzubringen.“
Bei Tigres ist die Nachwuchsförderung zu einem zentralen Bestandteil des Vereinsmodells geworden. „Ich denke nicht, dass der Frauenfußball nur durch Transfers von Spielerinnen wachsen kann“, sagte Carlos Valenzuela. „Es braucht das richtige System und die richtige Nachwuchsförderung.“
Xavier O’Callaghan bekräftigte zudem den strategischen Wert der internen Förderung von Spielerinnen. „Wenn man Eigengewächse hat, kennen die das System bereits, sie wurden entsprechend trainiert und ausgebildet. Es verleiht einem mehr Sicherheit, weil man nicht gänzlich vom Transfermarkt abhängig ist.“
Die Diskussion förderte eine klare Botschaft zutage: Langfristiger Erfolg hängt davon ab, ob man das richtige Gleichgewicht zwischen unmittelbaren sportlichen Prioritäten und den Faktoren für ein nachhaltiges Wachstum – sprich Infrastruktur, Personal und Entwicklungsstrukturen – findet.
Ausgabe 2026 der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“
Die fünfte Ausgabe der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzials des Frauenfußballs“ fand im Vorfeld des ausverkauften Endspiels der Women’s Champions League zwischen dem FC Barcelona und OL Lyonnes statt.
Bei der Veranstaltung kamen einmal mehr einflussreiche Stimmen aus dem Sport zusammen. In Podiumsdiskussionen und Vorträgen wurde erörtert, wie sportlicher Erfolg, eine starke Governance und kommerzielles Wachstum mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Frauenfußballs Hand in Hand gehen können.