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Gleichberechtigung durch Glaubwürdigkeit und Tradition Wie europäische Wettbewerbe den Frauenfußball voranbringen

Die UEFA Frauenfußball

Führende Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball kamen im Rahmen der Veranstaltung „Business Case for Women‘s Football“ (Geschäftspotenzial des Frauenfußballs) zusammen, um zu erörtern, wie die Nationalmannschafts- und Klubwettbewerbe der Frauen Chancen schaffen und die Entwicklung des Frauenfußballs auf allen Ebenen vorantreiben.

Sarina Wiegmann als Rednerin bei der Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ (Ausgabe 2026)
Sarina Wiegmann als Rednerin bei der Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ (Ausgabe 2026) UEFA via Getty Images

Mit dem Finale der UEFA Women's Champions League zwischen dem FC Barcelona und OL Lyonnes im Ullevaal-Stadion von Oslo bot sich der passende Rahmen für einen Austausch darüber, wie die UEFA-Wettbewerbe Standards anheben, die Entwicklung von Spielerinnen beschleunigen, Investitionen anziehen und das Wachstum des gesamten Ökosystems fördern.

Bei der Podiumsdiskussion kamen verschiedene Persönlichkeiten aus dem europäischen Fußball zusammen, darunter Lise Klaveness, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees und Präsidentin des Norwegischen Fußballverbands, der stellvertretende UEFA-Generalsekretär Giorgio Marchetti, die englische Nationaltrainerin Sarina Wiegman und Manchester-United-Verteidigerin Fridolina Rolfö.

UEFA-Wettbewerbe: Ein Wachstumsmotor

Von ausverkauften Stadien über Rekordzuschauerzahlen bis hin zu steigenden Investitionen – die wichtigsten Frauenwettbewerbe der UEFA wie die Women’s Champions League, der Women’s Europa Cup und die Women’s EURO haben sich zu starken Wachstumsmotoren entwickelt und tragen zu mehr Sichtbarkeit, Investitionen und globalem Interesse bei.

Sarina Wiegman hat diese Entwicklung hautnah miterlebt. Nachdem sie die Niederlande 2017 auf heimischem Boden zum EM-Titel geführt hatte, wiederholte sie dieses Meisterstück 2022 und 2025 mit England und wurde so Zeugin des rasanten Aufstiegs des Frauenfußballs in beiden Ländern.

„Seit wir die EM in den Niederlanden ausgerichtet und gewonnen haben, hat sich viel verändert. Die Stadien sind besser gefüllt und wir erhielten Aufmerksamkeit“, so Wiegman. „Als sich der Erfolg in England einstellte, passierten viele Dinge. Rekorde wurden gebrochen, sowohl auf als auch neben dem Platz.“

Lise Klaveness hob auch die UEFA Women’s Champions League als Motor des Wandels hervor und erinnerte an das ausverkaufte Halbfinale von Barcelona gegen Wolfsburg im Jahr 2022.

„Wir kamen ins Camp Nou. Dort waren 92 000 Menschen und das ganze Stadion vibrierte“, erzählt sie. „Mir liefen die Tränen über die Wangen, weil ich nicht erwartet hatte, so etwas jemals zu erleben. Die steigende Anerkennung dieser Wettbewerbe hat den Sport also wirklich verändert.“

Für die Spielerinnen ist die Women’s Champions League mittlerweile zum Maßstab für Spitzenleistungen geworden. Fridolina Rolfö, zweifache Europapokalsiegerin mit dem FC Barcelona, schrieb dem Wettbewerb zu, ihre Entwicklung auf höchstem Niveau beschleunigt zu haben.

„Die Women’s Champions League ist das Highlight für jede Spielerin – es ist der größte Event des Jahres“, sagt sie. „Sie hat eine große Rolle in meiner Entwicklung gespielt. Gegen verschiedene Teams aus ganz Europa anzutreten, ist eine Herausforderung und hilft dabei, als Team und als Spielerin weiterzukommen. Es ist einfach eine unbeschreibliche Erfahrung und sportlich auf höchstem Niveau.“

Das ausverkaufte Halbfinale zwischen Barcelona und Wolfsburg 2022 wurde als wegweisend für den Wandel hervorgehoben.
Das ausverkaufte Halbfinale zwischen Barcelona und Wolfsburg 2022 wurde als wegweisend für den Wandel hervorgehoben.UEFA via Getty Images

Mehr Teams nach Reform des Wettbewerbsformats

Da der Frauenklubfußball weiter wächst, ist es zu einer zentralen Priorität geworden, mehr Möglichkeiten für Teams aus ganz Europa zu schaffen, sich auf höchster Ebene zu messen.

Das Finale in Oslo markierte den Beginn einer neuen Ära in den UEFA-Klubwettbewerben der Frauen. In der Saison 2025/26 wurde in der UEFA Women’s Champions League eine neue Ligaphase mit 18 Teams eingeführt, während der UEFA Women’s Europa Cup sein Debüt feierte. So können nun mehr Vereine auf europäischer Ebene antreten und es kommt zu bedeutungsvolleren Europapokalpartien.

Die Reform zielte darauf ab, das sportliche Verdienst zu wahren und gleichzeitig den Zugang zu erweitern. Sie sorgte für ausgeglichenere Spiele, größere Unvorhersehbarkeit und zusätzliche Möglichkeiten für die Klubs, sich auf höchster Ebene zu messen.

„Für uns ist es sehr wichtig, sicherzustellen, dass niemand zurückbleibt“, so Giorgio Marchetti. „Gleichzeitig muss garantiert werden, dass die Exzellenz des Wettbewerbs erhalten bleibt und sogar noch weiter steigt.“

Der UEFA Women’s Europa Cup bietet mehr Vereinen die Gelegenheit, auf europäischer Ebene anzutreten.
Der UEFA Women’s Europa Cup bietet mehr Vereinen die Gelegenheit, auf europäischer Ebene anzutreten.UEFA via Getty Images

Jahrzehntelanger Fortschritt als Fundament

Die Ausrichtung des Endspiels der Women’s Champions League in Norwegen hat gezeigt, dass die Fortschritte auf jahrzehntelangem Engagement für den Frauenfußball beruhen.

„Der Frauenfußball in Norwegen hat eine lange Geschichte“, sagte Lise Klaveness. „Ich sehe die Menschen, auf deren Arbeit wir aufbauen können, und bin sehr stolz darauf. Es zeigt auch, welches Niveau die Women’s Champions League erreicht hat, wenn die Ausrichtung des Endspiels so viel Nationalstolz hervorruft.“

Sarina Wiegman pflichtete dem bei und erwähnte den Einfluss Norwegens während ihrer eigenen aktiven Karriere.

„Norwegen hat bei der Entwicklung des Frauenfußballs eine wichtige Rolle gespielt“, erläuterte sie. „Ich erinnere mich noch daran, wie ich gegen sie gespielt habe – wir haben nie gewonnen! In ein Land zurückzukehren, das im Frauenfußball eine Vorreiterrolle eingenommen hat, fühlt sich an, als würde sich der Kreis schließen.“

Giorgio Marchetti legte dar, wie sich die UEFA-Wettbewerbe zu Triebkräften des Fortschritts entwickelt haben, und nannte dabei zwei Meilensteine, die für Wandel gesorgt haben:

„Die Entscheidung, den Frauenpokal in die Women’s Champions League umzuwandeln, mag einfach erschienen sein, aber es hat die Wahrnehmung sofort verändert. Die Klubs begannen, sich für den Frauenfußball zu interessieren, und als das geschah, kam alles ins Rollen.“

Er verwies zudem auf die Entscheidung der UEFA, die UEFA Women’s EURO zu einer Veranstaltung der Spitzenklasse zu machen, wobei die Zuschauerzahl von 41 301 beim Finale 2013 in Stockholm die wachsende Attraktivität des Turniers verdeutlichte.

Dieses Wachstum zeigte sich besonders deutlich bei der Women’s EURO 2025, die von rekordträchtigen 657 291 Zuschauer/-innen besucht wurde. Von den 31 Spielen des Turniers waren 29 ausverkauft, einschließlich des Endspiels im St. Jakob-Park, wo 34 203 Menschen miterlebten, wie die Lionesses Europameisterinnen wurden.

Jahrzehntelange Investitionen in Möglichkeiten zu Wettbewerbsspielen haben dazu beigetragen, den Frauenfußball grundlegend zu verändern. Die UEFA-Wettbewerbe setzen mittlerweile neue Maßstäbe, schaffen Chancen und treiben das Wachstum in ganz Europa voran.

Ausgabe 2026 der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“

Die fünfte Ausgabe der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzials des Frauenfußballs“ fand im Vorfeld des ausverkauften Endspiels der Women’s Champions League zwischen dem FC Barcelona und OL Lyonnes statt.

Bei der Veranstaltung kamen einmal mehr einflussreiche Stimmen aus dem Sport zusammen. In Podiumsdiskussionen und Vorträgen wurde erörtert, wie sportlicher Erfolg, eine starke Governance und kommerzielles Wachstum mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Frauenfußballs Hand in Hand gehen können.

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