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Frauenfußball vom Trend zur Gewohnheit: Ausgabe 2026 der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ 

Vor dem ausverkauften Endspiel der UEFA Women’s Champions League zwischen dem FC Barcelona und OL Lyonnes kamen die wichtigsten Interessenträger in Oslo zusammen, um über eine nachhaltige Zukunft des Frauenfußballs zu diskutieren.

Frauenfußball vom Trend zur Gewohnheit: Ausgabe 2026 der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ 

Bei der fünften Ausgabe der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzial des Frauenfußballs“ kamen einmal mehr einflussreiche Stimmen aus dem Sport zusammen. In Podiumsdiskussionen und Vorträgen wurde erörtert, wie sportlicher Erfolg, eine starke Governance und kommerzielles Wachstum mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Frauenfußballs Hand in Hand gehen können.

„Diese Veranstaltung ist zu einem wichtigen Anlass für den Frauenfußball geworden. Hier besprechen wir, wie wir seine kommerzielle Seite weiterentwickeln können“, erklärte Nadine Keßler, Direktorin Frauenfußball der UEFA. „Wir sind äußerst stolz darauf, dass dies eine internationale Plattform für Partner, Rechteinhaber sowie Expertinnen und Experten im Bereich des Sports wird.“

Mit gutem Beispiel voran

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin tauschte sich mit der ehemaligen Arsenal-Verteidigerin und englischen Nationalspielerin Alex Scott aus. Dabei ging es in erster Linie darum, weshalb eine starke Führungsrolle für das anhaltende Wachstum des Frauenfußballs erforderlich ist.

„Es ist nicht nur wichtig, in den Frauenfußball zu investieren, sondern auch mit Sponsoren, Rundfunkanstalten und anderen Partnern darüber zu sprechen, weshalb sich solche Investitionen lohnen“, so Aleksander Čeferin. „So können alle dazu beitragen, dass wir das Niveau unseres Sports anheben.“

Bei der Podiumsdiskussion mit Tatjana Haenni, CEO von RB Leipzig, und Anders Billström, Präsident von BK Häcken, wurde der sportliche, kommerzielle und gesellschaftliche Wert des Klubfußballs der Frauen erörtert. Erneut ging es um verantwortungsvolles Führen.

 „Wir sollten nicht nur Millionen investieren, sondern auch sicherstellen, dass die Arbeit richtig gemacht wird“, so Haenni. „Der Frauenfußball muss am Verhandlungstisch Platz nehmen und in der Lage sein, Entscheidungen zu beeinflussen, er muss Teil von Diskussionen über Budget, Strategie und neue kommerzielle Partner sein.“

Im Rahmen der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzials des Frauenfußballs“ tauschte sich UEFA-Präsident Aleksander Čeferin mit Alex Scott aus.
Im Rahmen der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzials des Frauenfußballs“ tauschte sich UEFA-Präsident Aleksander Čeferin mit Alex Scott aus.UEFA via Getty Images

Stärkung des Fußballs

Ein weiteres Thema im Rahmen der diesjährigen Ausgabe war die Erhaltung und Weiterentwicklung sportlicher Standards. Giorgio Marchetti, stellvertretender UEFA-Generalsekretär, Lise Klaveness, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees und Präsidentin des Norwegischen Fußballverbands, die englische Nationaltrainerin Sarina Wiegman und Manchester-United-Verteidigerin Fridolina Rolfö sprachen darüber, wie in europäischen Wettbewerben ein auf Spielerinnen zentriertes Umfeld gefördert und die Standards im gesamten europäischen Frauenfußball erhöht werden können.

„Das Tempo, mit dem der Frauenfußball wächst, ist unglaublich. Dafür gibt es in dieser Form keinen Vergleich“, so Marchetti. „Aber wir dürfen die Geduld nicht verlieren, denn in vielen Bereichen müssen wir Lücken schließen. Wir müssen im richtigen Tempo investieren.“

Weitere Themen waren das Verhältnis zwischen Klub- und Nationalmannschaftsfußball, die Ausgeglichenheit der Wettbewerbe und die Frage, weshalb Europa nach wie vor viele der weltbesten Spielerinnen anzieht.

„Die Women’s Champions League ist für jede Spielerin der Höhepunkt – es ist der größte Wettbewerb des Jahres, und hat nicht zuletzt eine wichtige Rolle bei meiner Entwicklung gespielt“, erklärte Rolfö. „Gegen verschiedene Mannschaften aus ganz Europa anzutreten, ist eine Herausforderung und hilft einem dabei, als Team und als Spielerin weiterzukommen. Es ist einfach eine unbeschreibliche Erfahrung und sportlich auf höchstem Niveau.“

Fridolina Rolfö lobt die UEFA Women‘s Champions League.
Fridolina Rolfö lobt die UEFA Women‘s Champions League.UEFA via Getty Images

Neben Nadine Keßler nahmen auch UEFA-Marketingdirektor Guy-Laurent Epstein und Charlie Marshall, geschäftsführender Direktor der European Football Clubs (EFC), an der Veranstaltung teil; letztere fungieren gemeinsam als Geschäftsführer der UEFA-Tochtergesellschaft UC3.

Gemeinsam werteten sie die sportliche und kommerzielle Erfolgsgeschichte der Women‘s Champions League 2025/26 aus, die erstmals eine Ligaphase mit 18 Mannschaften umfasste. Mit dem Women’s Europa Cup wurde letzte Saison zudem ein zweiter Klubwettbewerb eingeführt.

„Wir haben ein System mit zwei europäischen Klubwettbewerben geschaffen. Das schafft neue sportliche Möglichkeiten und gewährleistet Qualität“, so Nadine Keßler. „Die Zahlen geben uns recht – sie zeigen, dass unsere Reformen echte Ergebnisse hervorbringen. Dabei geht es um mehr als Fußball – wir möchten ein nachhaltiges und florierendes Ökosystem schaffen.“

Nadine Keßler bei ihrem Vortrag über die erfolgreiche Saison 2025/26 der UEFA Women’s Champions League.
Nadine Keßler bei ihrem Vortrag über die erfolgreiche Saison 2025/26 der UEFA Women’s Champions League.UEFA via Getty Images

Investitionen für den langfristigen Erfolg

In den Frauenfußball wird zunehmend investiert, doch dabei verlagert sich das Augenmerk vermehrt darauf, wie und wo dieses Geld ausgegeben werden sollte, um eine langfristig nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

Xavier O’Callaghan, Direktor Profisport beim FC Barcelona, Carlos Valenzuela, Vizepräsident von Club Tigres, und Maren Mjelde, Verteidigerin bei Arna-Bjørnar, erörterten ferner, wie Klubs und Ligen unmittelbare Bedürfnisse mit langfristigen Prioritäten in Einklang bringen können, um sportliche und finanzielle Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Das Publikum wurde bei verschiedenen Diskussionen eingebunden, insbesondere bei der Frage, in welchen Bereichen gezielte Investitionen den größten Einfluss erzielen können – von Gehältern der Spielerinnen, Infrastruktur und Personal bis hin zur Nachwuchsförderung.

Die Referentinnen und Referenten waren sich einig, dass sowohl in das Personal als auch in die Nachwuchsförderung investiert werden muss.

„Die Investitionen in den Nachwuchs sind entscheidend“, so Mjelde. „Ich hatte als Kind keinen Zugang zu Akademien und auch nicht mit spezialisierten Coaches gearbeitet, aber es ist der beste Weg, um mehr Talente hervorzubringen.“

Xavier O‘Callaghan ergänzte: „Investitionen in das Personal sind ein zentraler Aspekt. Es geht nicht nur um die Menschen, die sich um die Spielerinnen kümmern. Hier werden Grundlagen geschaffen, um Einnahmen zu generieren.“

Maren Mjelde, norwegische Nationalspielerin bei Arna-Bjørnar, betonte die Bedeutung von Investitionen in die Nachwuchsförderung.
Maren Mjelde, norwegische Nationalspielerin bei Arna-Bjørnar, betonte die Bedeutung von Investitionen in die Nachwuchsförderung.UEFA via Getty Images

Weiterentwicklung der Fankultur

Ein weiteres Kernthema war die Frage, wie sich das wachsende Interesse am Frauenfußball in langfristig höhere Teilnehmerzahlen ummünzen lässt, wie sich eine dauerhafte Fankultur etablieren und ein nachhaltiges Wachstum für den Frauenfußball als Ganzes sicherstellen lässt.

Juliet Slot, Chief Commercial Officer von Arsenal, präsentierte ein anschauliches Beispiel für die Umsetzung dieser Strategie und zeigte, wie der Verein die Spieltage der Frauen als Wachstumsmotor nutzt.

„Wir geben siebenstellige Zahlen für die Vermarktung des Frauenfußballs aus, verdienen dabei aber viel mehr als je zuvor und können dadurch in das Fanerlebnis investieren“, so Slot. „Meiner Meinung nach kann man nicht nur ein wenig investieren, man muss stets groß denken. Denn es wird sich langfristig auszahlen – man muss nur geduldig investieren.“

Juliet Slot, Chief Commercial Officer von Arsenal, präsentierte eine Fallstudie aus ihrem Verein.
Juliet Slot, Chief Commercial Officer von Arsenal, präsentierte eine Fallstudie aus ihrem Verein.UEFA via Getty Images

Nikki Doucet, CEO der englischen Women’s Super League, Pedro Iriondo, CEO des FC Badalona, Keia Clarke, CEO von New York Liberty, sowie Frank Rutten, Senior Vice President von Sports EMEA Media Network, gingen anschließend in einem Podiumsgespräch näher auf den Bereich der Fankultur ein.

„Wir müssen die Sichtbarkeit erhöhen und dafür sorgen, dass es so einfach wie möglich ist, den eigenen Verein als Fan zu unterstützen“, so Doucet. „Die Sendeanstalten sind ungeheuer wichtig – ebenso wie die Frage einer festen Anstoßzeit für die Frauenwettbewerbe.“

„Wir müssen Zuschauergewohnheiten schaffen – das Publikum sollte wissen, wann und wo die Spiele stattfinden“, pflichtete Rutten bei. „Es ist wichtig, die Zuschauerinnen und Zuschauer bei der Stange zu halten.“

Die Diskussionen im Rahmen der UEFA-Veranstaltung „Geschäftspotenzials des Frauenfußballs“ sollen Entscheidungsträgern im Frauenfußball dabei helfen, im Sinne einer nachhaltigen Zukunft für den Sport zu handeln.

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