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Die wichtigsten Trends im europäischen Klubfußball

Die UEFA Finanzwesen

Rekordzuschauerzahlen, beispiellose Transferausgaben und bedeutende Entwicklungen im Frauenfußball gehören zu den wichtigsten Erkenntnissen des unlängst veröffentlichten UEFA-Berichts zum Talent- und Wettbewerbsumfeld im europäischen Klubfußball.

Die wichtigsten Trends im europäischen Klubfußball

Der Bericht deckt die Saison 2025/26 und die jüngste Sommertransferperiode ab. Er bietet einen umfassenden datengestützten Überblick über Spieler, Coaches, Vereine und Wettbewerbe sowie jeweils gesonderte Erkenntnisse zum Frauenfußball. Auf der Grundlage einer Analyse von über 700 Vereinen geht der Bericht über reine Kennzahlen hinaus und beleuchtet die Erfolge, Herausforderungen und sich verändernde Dynamik des Klubfußballs in ganz Europa.

Die Ergebnisse geben einen umfassenden Einblick in das Fußball-Ökosystem, das weiterhin auf eine außerordentliche Unterstützung zählen kann, während es sich an die sich verändernden sportlichen und finanziellen Gegebenheiten anpasst.

„Die Ergebnisse dieses Berichts bekräftigen erneut den nachhaltigen Wert des europäischen Sportmodells“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. „Die Ausgeglichenheit der Wettbewerbe bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Attraktivität des Fußballs, und die letzten Spielzeiten haben dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

In ganz Europa konnten die Fans neue Landesmeister feiern und miterleben, wie ambitionierte Klubs etablierte Hierarchien infrage stellen und talentierte Spieler sich auf höchstem Niveau beweisen. Dies zeigt eindringlich, dass offene Wettbewerbe, sportliches Verdienst und enge Verbindungen zwischen dem Breiten- sowie dem nationalen und europäischen Fußball nach wie vor entscheidend für das Wohlbefinden und die Attraktivität unseres Sports sind.“

UEFA-Bericht zum Talent- und Wettbewerbsumfeld im europäischen Klubfußball herunterladen (nur auf Englisch)

UEFA-Bericht zum Talent- und Wettbewerbsumfeld im europäischen Klubfußball Sechs prägende Entwicklungen

Transferausgaben übersteigen EUR 10 Mrd.

Während der Sommer-Transferperiode wurde bei den Männern erstmals die Marke von EUR 10 Mrd. überschritten. Dies entspricht einem Anstieg von 8 % im Vergleich zu 2025 sowie einem Anstieg von 43 % im Vergleich zum Höchstwert vor der Pandemie (2019).

Der Rekordwert war in erster Linie auf höhere Preise zurückzuführen und nicht auf einen nennenswerten Anstieg der Anzahl an Transfers. Im Vergleich zum Vorjahr wurden nur 0,3 % mehr Transfergeschäfte abgeschlossen, während die Zahl der Transfers mit einem Wert von über EUR 50 Mio. zwischen 2025 und 2026 von 23 auf 35 stieg.

Zudem konzentriert sich der Markt immer mehr. Englische Klubs waren an 52 % aller Transfergeschäfte nach ihrem Wert beteiligt, wobei die direkten Transfers zwischen englischen Klubs rund EUR 2,2 Mrd. ausmachten. Zum ersten Mal entfielen 60 % aller wertmäßigen Transferaktivitäten auf den englischen Markt – dieser ist somit größer als alle anderen Märkte zusammen.

Junge Spieler stehen weiterhin im Mittelpunkt der Rekrutierungsstrategien der Klubs. Investitionen in junge Spieler betrugen rekordträchtige EUR 1,2 Mrd., wobei 56 % aller Transferausgaben auf U23-Spieler oder jünger entfielen.

Europäische Klubs erwirtschafteten zudem schätzungsweise EUR 10,3 Mrd. aus Spielerverkäufen, was zu erwarteten Transfergewinnen von EUR 6,8 Mrd. führte, die Eingang in die Jahresabschlüsse 2026 und 2027 finden. Steigende Preise, abgegrenzte Zahlungen und steigende Transferschulden können jedoch eine größere Abhängigkeit von künftigen Verkäufen und einer anhaltenden Marktliquidität schaffen. Dies setzt die Klubs gegebenenfalls zusätzlich unter Druck, falls die Nachfrage zurückgeht bzw. der Transferwert sinkt.

Bei den Transferangaben für die Sommerperiode 2026 handelt es sich um vorläufige Schätzungen auf Grundlage der gemeldeten Werte. Diese werden erst dann bestätigt, wenn die Vereine ihre Finanzdaten direkt bei der UEFA eingereicht haben.

Rekordzuschauerzahlen

In der Saison 2025/26 besuchten mehr als 242 Millionen Menschen Klubwettbewerbs- und Länderspiele der Männer in Europa. Dies bedeutet einen weiteren Zuschauerrekord und zeugt von der anhaltenden Attraktivität von Fußballerlebnissen in den Stadien.

Die höchsten Spielklassen der Männer zogen 116 Millionen Zuschauer/-innen an, ein Anstieg von 1,4 % im Vergleich zum bisherigen Rekordwert. Die vergangene Saison war die dritte Spielzeit in Folge, in der über 110 Millionen Zuschauer/-innen in den Stadien gezählt wurden. Die Zuschauerzahlen stiegen in 27 europäischen Topligen, wobei in 17 die höchsten Zuschauerzahlen seit mindestens zehn Jahren verzeichnet wurden.

Die Faszination eines Fußballerlebnisses im Stadion reicht weit über Topligen hinaus. Bei Spielen der unteren Ligen wurden weitere 82 Millionen Zuschauer/-innen gezählt, während nationale Pokalwettbewerbe 13 Millionen Besucher/-innen verzeichneten und 20 Millionen Zuschauer/-innen zu den Spielen der UEFA-Klubwettbewerbe der Männer kamen. In den Topligen verzeichneten 19 Klubs bei ihren Heimspielen jeweils mehr als eine Million Zuschauer/-innen.

In einer Zeit, in der mehr Spiele übertragen und mehr Fußballinhalte online verfügbar sind als je zuvor, zeigen diese Zahlen, dass die Fans nach wie vor das gemeinsame Erlebnis im Stadion schätzen.

Neue Landesmeister

Die Wahrung offener Wettbewerbe in Europa war in der Saison 2025/26 wegweisend, da in 36 von 55 Männerligen ein anderer Landesmeister im Vergleich zum Vorjahr gekrönt wurde.

Sechs Klubs gewannen ihre nationale Meisterschaft zum ersten Mal, darunter zwei, die erst in der Saison zuvor aufgestiegen waren.

Auf- und Abstiege entlang der Fußballpyramide bleiben ebenfalls bedeutend. In den letzten zehn Jahren spielten 1 240 verschiedene Klubs in ihrer jeweils höchsten Spielklasse der Männer. Auf europäischer Ebene vermieden rund zwei Drittel der aufgestiegenen Klubs in der ersten Saison auf höchster Spielklasse den direkten Wiederabstieg.

Diese Zahlen stehen für die Dynamik des europäischen Sportmodells, in dem Auf- und Abstieg, offene Wettbewerbe und eine auf sportlichem Verdienst basierende Qualifikation Chancen für alle schaffen und für eine Verbindung aller Ebenen des Fußballs sorgen.

 

„Die Ausgeglichenheit der Wettbewerbe bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Attraktivität des Fußballs, und die letzten Spielzeiten haben dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Aleksander Čeferin, UEFA-Präsident

Lokal ausgebildete Spieler fast die Hälfte der Zeit im Einsatz

Selbst in einem zunehmend internationalen Transfermarkt bieten die Klubs und Ligen lokal ausgebildeten Spielern weiterhin umfassende Einsatzmöglichkeiten.

Lokal ausgebildete Spieler bestritten in der Saison 2025/26 rund 47 % der Spielminuten in den nationalen Meisterschaften (20 analysierte Männerligen); in den Ligaphasen der UEFA-Männer-Klubwettbewerbe bestritten sie 39 % der Spielminuten.

Insgesamt standen in der vergangenen Saison 20 966 Spieler in den nationalen Topligen Europas im Einsatz, rund 10 % mehr als zehn Jahre zuvor. Die Einsatzzeit konzentriert sich allerdings auf einen relativ kleinen Kern. Die elf am häufigsten eingesetzten Spieler jedes Klubs verzeichneten 68 % aller Spielminuten; wird diese Gruppe auf die 18 am häufigsten eingesetzten Spieler erweitert, erreicht dieser Wert 89 %.

Diese Ergebnisse unterstreichen das Gleichgewicht, das Klubs zwischen kurzfristiger Leistung, Kadermanagement und langfristiger Spielerentwicklung anstreben müssen. Sie zeigen auch, dass lokal ausgebildete und junge Spieler nach wie vor einen wichtigen Platz im europäischen Fußball einnehmen.

Trainer unter ständigem Druck

Die Erstligaklubs nahmen in der vergangenen Saison 738 Veränderungen auf der Cheftrainerposition vor, 3 % mehr als in der 2024/25 und durchschnittlich etwas mehr als eine Veränderung pro Klub.

Insgesamt haben 63 % der europäischen Erstligisten ihren Cheftrainer mindestens einmal gewechselt. Rund zwei Drittel dieser Trainerwechsel waren ungeplant, was den Druck auf die Klubs unterstreicht, rasch zu reagieren, wenn Erfolge ausbleiben.

Trotz einer begrenzten Jobgarantie haben die Coaches wenig Probleme, eine neue Anstellung zu finden. In der Saison 2025/26 waren 76 % der neu ernannten Cheftrainer weniger als ein Jahr ohne Anstellung. In der Saison 2024/25 lag dieser Wert noch bei 73 %.

Fortschritte im Frauenfußball

Der diesjährige Bericht bietet auch eine ausführliche Analyse des Frauenklubfußballs und zeigt Fortschritte bei Zuschauerzahlen, Spielmöglichkeiten, Coaching-Standards und Wettbewerbsstrukturen auf.

In der Saison 2025/26 besuchten rund 5,1 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer Spiele der Frauenklubwettbewerbe. Dazu gehörten über 3,7 Millionen Fans in den nationalen Topligen. Daneben strömten die Zuschauerinnen und Zuschauer auch zu Spielen in der UEFA Women’s Champions League, in nationalen Pokalwettbewerben und in unteren Ligen.

Weiterentwicklung der beruflichen Standards In den fünf Top-Frauenligen verfügten 63 % der Cheftrainer/-innen über eine UEFA-Pro-Lizenz; in Spanien waren es sogar 89 %. Über die Hälfte der Klubs in diesen fünf Ligen tauschte in der Saison 2025/26 ihren Chefcoach nicht aus.

Zusammen spiegeln diese Trends wider, dass der Frauenfußball für die Fans immer attraktiver wird sowie das sportliche und berufliche Fundament, das für seine Entwicklung erforderlich ist, gestärkt werden.

Der europäische Klubfußball im Detail

Über diese Trends hinaus werden im UEFA-Bericht zum Talent- und Wettbewerbsumfeld im europäischen Klubfußball sämtliche Details der Erstligisten in Europa analysiert.

Der vom UEFA-Kompetenzzentrum erstellte Bericht fördert Transparenz und eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung, indem er objektiv darlegt, wie sich der europäische Fußball weiterentwickelt.

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