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Russinnen siegen nach Elfmeter-Drama

Russland - Frankreich 2:2 (Russland gewinnt 6:5 nach Elfmeterschießen)
Russland gewinnt die UEFA-U19-EM der Frauen in einem dramatischen Finale.

Von Kevin Ashby im ZTE-Stadion

Russland hat zum ersten Mal die UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen gewonnen. Der Sieg stand aber erst nach einem dramatischen Elfmeterschießen fest, in dem Torhüterin Elvira Todua zur Heldin wurde. Die reguläre Spielzeit endete 2:2.

Heldin Todua
Die Russinnen waren nur sechs Minuten davon entfernt, schon nach der regulären Spielzeit den Titel zu erobern. Elena Danilova (77.) sorgte nach dem ersten Treffer von Elena Terekova aus der 47. Minute für die erneute russische Führung. Elodie Thomis hatte in der 66. Minute zwischenzeitlich zum Ausgleich der Französinnen getroffen. Und Morgane Courteille erzielte schließlich kurz vor Ende der regulären Spielzeit den erneuten Ausgleich. Doch nachdem Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi den vorentscheidenden Elfmeter an die Latte schoss, hatte die russische Torfrau die Chance, zur Heldin zu werden.

Exzellente Torhüterinnen
Bouhaddi, die wie Todua in den beiden Wochen vor dem Endspiel hervorragend hielt, hatte sehr viel Pech. Zuvor brachte sie Elena Morozova mit zwei Glanzparaden in der Anfangsphase zur Verzweiflung. Auch den dritten Versuch der russischen Rechtsaußen in der zehnten Minute machte sie zunichte, indem sie den Ball nach einer akrobatischen Flugeinlage parierte. Außerdem hielt sie noch einen Lupfer von Terkehova und lief aus ihrem Tor heraus, um den Ball der herannahenden Danilova wegzuspitzeln.

An die Latte
Dazwischen flankte auf der anderen Seite Courteille einen Ball flach von rechts in die Mitte. Doch Verteidigerin Anna Koznikova lenkte das Leder an die Latte, bevor Thomis am kurzen Pfosten eingreifen konnte. Die schnelle Thomis und die kraftvolle Marie-Laure Delie sorgten für sporadische Gefahr für das russische Tor. Doch es war ein Schuss von Mittelfeldspielerin Inès Dahou in der 39. Minute, der Todua zu einer Parade zwang.

Kapitänin vergibt Großchance
Die Torfrau rettete später noch akrobatischer. Denn gleich der anschließende Eckball landete bei der französischen Spielführerin Sabrina Delannoy. Doch aus Nahdistanz scheiterte sie an der famos reagierenden Todua. Russland gelang zwei Minuten nach Wiederbeginn die Führung. Terekhova drang in die rechte Hälfte des Strafraums ein und schoss flach auf das Tor. Bouhaddi hatte zwar ihre Finger noch am Ball, doch der schlug dennoch im Netz ein.

Ausgleich
Die Torhüterin war in der 65. Minute wieder bezwungen. Doch der knallharte Linksschuss von Danilova aus zentraler Position außerhalb des Strafraums klatschte gegen die Latte. Dies war das Alarmsignal für die Französinnen. Und nur 60 Sekunden später trafen sie tatsächlich zum 1:1-Ausgleich. Thomis reagierte am schnellsten, nachdem Todua eine Flanke von der linken Seite nicht entscheidend abwehren konnte.

Brillantes Tor
Danilova ließ sich aber ihre zweite Chance nicht nehmen und traf in der 77. Minute zur erneuten Führung der Russinnen. Nach einem flachen Anspiel von der Mittellinie ließ sie die letzte Abwehrspielerin aussteigen und lupfte den Ball herrlich über Bouhaddi ins rechte obere Toreck.

Verlängerung
Dieser Schuss wäre ein würdiger Siegtreffer gewesen. Doch Courteille stieg wenig später nach einer Ecke von Dahou am Fünf-Meter-Raum am höchsten, köpfte ins Tor und erzwang damit die Verlängerung. In den darauf folgenden 30 Minuten passierte nicht mehr viel. Doch mit dem allerletzten Angriff hätten die Französinnen den Siegtreffer erzielen müssen. Die eingewechselte Marie-Pierre Castera zwang Todua zu einer Rettungsaktion. Und während die noch auf dem Boden lag, schoss Julie Peruzzetto den abgeprallten Ball aus drei Metern an die Latte.

Zu nervös
Zunächst waren die Französinnen aber auch im anschließenden Elfmeterschießen im Vorteil. Denn Oxana Titova schoss den zweiten Elfmeter für Russland weit über das Tor. Doch daraus konnten sie kein Kapital schlagen. Denn Bouhaddi nagelte den zehnten Schuss ans Gebälk. Todua, Coralie Ducher und Ksenia Tsybutovich trafen anschließend. Die nervöse Boulleau schoss schließlich Todua an, und die russischen Feierlichkeiten konnten beginnen.