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„Unstoppable“: Endspielforum der Women’s EURO über die nachhaltige Zukunft des Frauenfußballs

Wenige Stunden vor dem spannenden Abschluss der UEFA Women’s EURO 2025 kamen die größten Namen des Frauenfußballs in Basel zusammen, um zu erörtern, wie man auf dem Rekordturnier aufbauen und den Frauenfußball noch weiter voranbringen kann.

Endspielforum der UEFA Women’s EURO 2025.
Endspielforum der UEFA Women’s EURO 2025. UEFA via Getty Images

So waren unter anderem Emma Hayes und Melanie Leupolz Teil der Entscheidungsträger/-innen, Funktionär/-innen, Coaches und ehemaligen Spielerinnen beim Endspielforum der UEFA Women’s EURO 2025, die sich alle dafür einsetzen, den Frauenfußball weiter voranzubringen.

Im Zentrum der Diskussionen standen die vier langfristigen Ziele von „Unstoppable“, der Sechsjahresstrategie der UEFA zur Schaffung einer nachhaltigen Zukunft für den Frauenfußball.

Bis 2030 soll der Fußball in allen europäischen Ländern der von Frauen und Mädchen am meisten praktizierte Sport werden. Zudem soll er der nachhaltigste und investitionsstärkste Frauensport werden, der für seine einzigartigen Werte gefeiert wird. In Europa sollen außerdem die besten Spielerinnen der Welt auflaufen.

Das Endspielforum diente als Plattform, um dieses Ziel in die Tat umzusetzen. Die Teilnehmenden – darunter Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees, Präsident/-innen und Generalsekretär/-innen der Nationalverbände, Führungskräfte im Frauenfußball sowie Vertreter/-innen der europäischen Topligen und -vereine – tauschten sich mit Fachleuten aus allen Bereichen des Fußballs über die neuesten Ideen und neue Perspektiven aus.

Der stellvertretende UEFA-Generalsekretär Giorgio Marchetti und die Direktorin Frauenfußball, Nadine Keßler, begrüßten die Delegierten mit einer klaren Ansage.

„Unsere Vision ist klar. Wir wollen zahlreiche Profiligen in Europa, wo der Fußball nicht nur ein paar wenigen Elitespielerinnen, sondern Tausenden Frauen eine beruflichen Perspektive bietet. Wo 150 000 Breitenfußballvereine Jungen und Mädchen mit offenen Armen aufnehmen. Wo der Frauenfußball geschickt und mit Weitblick geführt und seine eigene beeindruckende Geschichte und Kultur pflegt.“

Nadine Keßler, geschäftsführende Direktorin Frauenfußball der UEFA

Nadine Keßler, geschäftsführende Direktorin Frauenfußball der UEFA.
Nadine Keßler, geschäftsführende Direktorin Frauenfußball der UEFA.UEFA via Getty Images

„Unstoppable“: vier langfristige Ziele bis 2030

Der Frauenfußball soll im Rahmen den Sechsjahresstrategie:

  • anhand von Entwicklungsmöglichkeiten für Spielerinnen, Coaches und Referees sowie durch Möglichkeiten im Breitenfußball die am meisten praktizierte Sportart für Frauen und Mädchen in allen europäischen Ländern sein;
  • in Europa die Heimat der weltbesten Spielerinnen, mit sechs reinen Profiligen und 5 000 reinen Profispielerinnen, sein;
  • der nachhaltigste und für Investitionen attraktivste Frauensport sein, mit rekordverdächtigen UEFA-Wettbewerben;
  • für seine Werte, Kultur und eigene Geschichte gefeiert werden, der für alle einen Platz bietet.

Heimat der weltweit besten Spielerinnen und beste Entwicklungsmöglichkeiten

Um Europas Position als Wunschdestination für Toptalente im Frauenfußball zu festigen, sollen auf dem Kontinent bis 2030 sechs reine Profiligen entstehen, in denen 5 000 reine Profis spielen.

Eine Gruppe einflussreicher Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball, darunter die ehemalige Spielführerin der englischen Nationalmannschaft, Steph Houghton, die Gewinnerin der UEFA Women’s EURO 2013, Melanie Leupolz, die Botschafterin der UEFA Women’s EURO 2025, Lara Dickenmann, sowie Lise Klaveness, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees und norwegische Verbandspräsidentin, kamen zusammen, um zu erörtern, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Die vom ehemaligen Schweizer Nationalspieler Philippe Senderos moderierte Podiumsdiskussion konzentrierte sich auf die Frage, was ein wirklich professionelles Umfeld ausmacht, wie Spielerinnen auf und neben dem Platz unterstützt werden können und wie die Zukunft des Frauenfußballs aussehen soll.

„Als ich vor 14 Jahren angefangen habe, Fußball zu spielen, war es eine komplett andere Welt“, so Leupolz. „Wir mussten unsere Ausrüstung selbst waschen, einmal pro Woche kam ein Physiotherapeut und wir mussten drei Stunden auf die Behandlung warten. Für die Spielerinnen ist es wirklich wichtig zu wissen, was ihnen tagtäglich zur Verfügung steht, damit sie als Profis gute Leistungen bringen können. Ich glaube schon, dass wir noch einen gewissen Weg vor uns haben, aber wir sind jetzt auf einem so professionellen Niveau, dass ich mir fast wünschte, ich könnte meine Karriere jetzt beginnen. Gleichzeitig bin ich sehr stolz auf das, was wir in unserer Zeit erreicht haben, wie wir Grenzen verschoben und wie wir dazu beigetragen haben, dass der Frauenfußball jetzt an diesem Punkt ist. Ich weiß, dass die nächste Generation die Grenzen noch weiter und schneller verschieben will, und es ist einfach spannend zu sehen, wie sich der Frauenfußball entwickelt.“

Führende Spielerinnen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Endspielforums der Women’s EURO 2025.
Führende Spielerinnen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Endspielforums der Women’s EURO 2025.UEFA via Getty Images

Nachhaltigster und investitionsstärkster Frauensport

Da das kommerzielle Potenzial des Frauenfußballs weiter steigt, ist es eines der Hauptziele von „Unstoppable“ sicherzustellen, dass der Frauenfußball der nachhaltigste und investitionsstärkste Frauensport wird.

Zwei Vorreiterinnen, die beide einen enormen Einfluss auf das Wachstum des Frauenfußballs genommen haben, diskutierten darüber, wie dies zu erreichen sei: Jill Ellis, FIFA-Fußballdirektorin und Weltmeister-Trainerin, sowie Debbie Hewitt, Vorsitzende des Englischen Fußballverbands.

„Unsere Priorität besteht darin, dass Investitionen entlang der gesamten Pyramide getätigt werden“, so Hewitt. „Wir versuchen ständig, ein Gleichgewicht zwischen dem Bedarf an Investitionen auf den unteren Ebenen der Fußballpyramide und auf Elitestufe zu finden. Wir müssen sicherstellen, dass wir vielversprechende Talente bis ganz nach oben fördern.“

Taktische Analyse der Women’s EURO 2025

Die beiden Trainerinnen Emma Hayes und Camille Abily analysierten die Women’s EURO 2025 in taktischer Hinsicht.

Hayes, die als Cheftrainerin des FC Chelsea Women siebenmal die englische Women’s Super League (WSL) gewonnen hat und heute Trainerin des US-Frauennationalteams ist, teilte sich die Bühne mit Abily, die als Spielerin von Olympique Lyon fünfmal die UEFA Women’s Champions League gewonnen hat. Die Französin ist heute Trainerassistentin von Sonia Bompastor beim FC Chelsea Women. Die beiden schrieben in der vergangenen Saison die Siegesserie des Teams in der Women‘s Super League fort.

Hayes und Abily sprachen über die wichtigsten taktischen Aspekte der beiden Finalisten der Women’s EURO 2025 – England und Spanien –, bevor sie ihre Tipps für das Spiel abgaben.

Women’s EURO 2025: Große Träume für Mädchen

Bedeutung der Werte, Kultur und Geschichte des Frauenfußballs

Der Frauenfußball gilt seit Langem als inklusiv, fortschrittlich und widerstandsfähig und kann daher eine treibende Kraft für positiven gesellschaftlichen Wandel sein. Der Schutz und die Feier dieser einzigartigen Identität sind ein zentraler Aspekt der Strategie „Unstoppable“.

Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, sprach in seiner Rede an, wie der Frauenfußball Menschen zusammenbringt und Inklusion in ganz Europa fördert.

„Fußball kennt kein Geschlecht“, so Micallef. „Der Fußball gehört uns allen und dieser Monat hat das auf wunderbare Weise gezeigt. Auf dem Platz haben Exzellenz, Einheit und Inspiration geglänzt.“

„Dieses Turnier steht für europäische Werte, fördert Menschenrechte und heißt Fans aus allen Gesellschaftsschichten im Geiste der Freude, der Inklusion und der Einheit willkommen. Der Sport in Europa hat sich von seiner besten Seite gezeigt – dieser Sommer war wirklich ein Schaufenster für den Fußball.“

Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport

Der am häufigsten praktizierte Teamsport

Fußball soll der in Europa am häufigsten praktizierte Teamsport für Frauen und Mädchen werden. Dafür sollen mehr Breitenfußball-Angebote geschaffen werden und es muss gewährleistet werden, dass es auch für Trainerinnen und Schiedsrichterinnen entsprechende Angebote gibt.

In einer gemeinsamen Präsentation teilten Clare Daniels, Senior Manager nationale Entwicklung im Englischen Fußballverband, Marianne Miettinen, Leiterin Nachwuchsteams beim Finnischen Fußballverband, und Aleksandra Stojković, Spezialistin für digitales Marketing beim Serbischen Fußballverband, ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Erhöhung der Teilnehmerzahlen im Frauen- und Mädchenfußball.

Zudem hielt Armen Melikbekjan, Präsident des Armenischen Fußballverbands und Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, eine Rede über das Wachstum des Frauenfußballs in seinem Land.

Das Forum endete mit einer Rede der UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister, die über das historische Debüt von Wales bei einer Frauen-EM-Endrunde und dessen Bedeutung für die Zukunft des Frauenfußballs in ihrer Heimat sprach.

„Der Frauenfußball wird nur weiter wachsen, wenn es überall echte Gleichstellung von Mädchen und Frauen gibt“, so McAllister. „Große Turniere wie in diesem Sommer dienen als treibende Kraft für gesellschaftlichen Wandel, damit langfristig eine positive Dynamik entsteht.

Solange es Strategien, Ressourcen und Mittel gibt, werden Investitionen in den Breitenfußball, in Schulen und in Gemeinden langfristig zu mehr Qualifikationen, mehr sportlicher Ausgeglichenheit und weiteren Erfolg auf Elitestufe führen.“

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