Women’s EURO 2025: Spielerinnen hoffen auf ein bleibendes Vermächtnis
Donnerstag, 10. Juli 2025
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Vor dem Hintergrund der UEFA Women’s EURO 2025 in der Schweiz erklären Akteurinnen, welchen Einfluss das Turnier auf den Frauenfußball in Europa und in ihren Heimatländern haben kann.
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Gestützt auf höhere Investitionen, Rekordverkaufszahlen bei den Tickets und ein Engagement für ein nachhaltiges Vermächtnis soll die Women’s EURO 2025 als Katalysator für Fortschritte auf Breiten- und Elitestufe dienen.
Kaum jemand versteht die transformative Kraft großer Turniere besser als die Spielerinnen selbst; viele von ihnen erleben die rasante Entwicklung des Frauenfußballs bereits im Verlaufe ihrer eigenen aktiven Karriere mit.
Inspiration für eine neue Generation
Die dänische Spielführerin Pernille Harder bestreitet bereits ihre vierte EM-Endrunde und ist davon überzeugt, dass das Turnier Mädchen in ganz Europa inspirieren wird.
„Ich hoffe, dass viele Mädchen dieses Turnier verfolgen werden, sich inspirieren lassen und davon träumen, Profifußballerin zu werden“, sagt sie. „Es ist wichtig, es selbst zu sehen, damit man es glaubt, und ich denke, dieses Turnier ist dafür perfekt.“
Für die isländische Spielführerin Glódís Viggósdóttir verschafft die Women’s EURO 2025 dem Frauenfußball mehr Sichtbarkeit.
„Ich hoffe, dass der Ball mit diesem Turnier immer weiter rollt – und hoffentlich noch schneller. Bei der letzten Endrunde waren die meisten Spiele ausverkauft, und auch jetzt sind für die meisten keine Tickets mehr zu haben.
Das zeigt, wie schnell der Frauenfußball in kurzer Zeit gewachsen ist. Es bleibt zu hoffen, dass dies alle Teams in Europa, Fernsehanstalten, Massenmedien und alle dazu ermutigt, diesen großartigen Sport auch in Zukunft zu unterstützen. Bei diesen Turnieren sind fantastische Sportlerinnen zu sehen und sie bringen unglaubliche Vorbilder hervor – das ist etwas, was wir fördern und weiterhin unterstützen sollten.“
Ein Wendepunkt im Schweizer Frauenfußball
Um die Chance, welche die Women’s EURO 2025 bietet, zu nutzen, setzt der Schweizerische Fußballverband (SFV) in Zusammenarbeit mit der UEFA seinen Plan zur Wahrung des Vermächtnisses, „Here to Stay“, um.
Von der Verdoppelung der Anzahl Mädchen und Frauen, die in der Schweiz Fußball spielen, bis hin zur Anhebung der Standards, der Profilierung der Austragungsorte und der erhöhten Sichtbarkeit der nationalen Women’s Super League – der Plan zur Wahrung des Vermächtnisses soll sicherstellen, dass das diesjährige Turnier noch viele Jahre lang seine Wirkung entfaltet.
„Ich habe große Hoffnungen“, sagt die Schweizer Spielführerin Lia Wälti. „Ich denke, wir haben in der Schweiz in den letzten Jahren viel erreicht, vor allem jetzt mit der Ausrichtung des Turniers. Trotzdem haben wir noch einen weiten Weg vor uns.
Ich hoffe auf eine professionelle Ligaorganisation in der Schweiz, und dass wir für Mädchen und Jungen die gleichen Möglichkeiten haben. Ich hoffe wirklich, dass sich in diesem Sommer viele Menschen inspirieren lassen und uns auch in Zukunft in den Stadien und an den Bildschirmen sehen wollen.“
Die finnische Torhüterin Tinja-Riikka Korpela nimmt bereits zum vierten Mal an einer Endrunde teil und kennt als Spielerin bei Servette Chênois Féminin den Schweizer Frauenfußball aus erster Hand.
„Ich hoffe, dass die Women’s EURO hier in der Schweiz große Wirkung entfalten und die Zuschauerzahlen in der Liga steigern wird“, sagt sie. Hoffentlich kommen immer mehr Einheimische zu den Spielen und stellen fest, wie viel Spaß ein Besuch im Stadion macht, und finden ein Team, das sie unterstützen können.“
Das Vermächtnis der EURO 2022 fortführen
Der Plan zur Wahrung des Vermächtnisses der Women’s EURO 2025 baut auf den Grundlagen der jüngsten Frauenwettbewerbe auf, insbesondere auf der Ausgabe 2022 in England.
In der Zeit zwischen 2020 und 2024 holten sich die Gastgeberinnen im Wembley-Stadion den Titel im eigenen Land, nahmen 129 000 Mädchen in den acht englischen Austragungsstädten an Schulfußballprogrammen teil.
In derselben Zeit spielten 34 025 Frauen und Mädchen neu auf Breitensportebene, und weitere 10 356 bestritten Wettbewerbsspiele. Weiterhin sind seit dem Turnier 298 neue qualifizierte Trainerinnen und 247 neue Schiedsrichterinnen im englischen Fußball tätig.
„Ich denke, dass die Erfolge, die wir in England im Frauenfußball gesehen haben – von jungen Mädchen, die Fußball spielen, bis hin zu den Zuschauerzahlen im Stadion –, das sind, was wir uns für jedes Land der Welt wünschen.
Wir hoffen, dass sich in der Schweiz durch die Ausrichtung eines weiteren erfolgreichen Turniers mehr Menschen im Fußball engagieren und dass der Zugang zum Fußball verbessert wird sowie die Zuschauerzahlen steigen werden.“
Möglichkeiten für Neulinge
Ewa Pajor führt die polnische Auswahl bei ihrem EM-Debüt in der Schweiz an. Als eine der erfolgreichsten Stürmerinnen im Frauenfußball hat sie bereits die Auswirkungen der Qualifikation ihres Landes für die Endrunde erlebt.
„Der Frauenfußball hat sich in Polen in den letzten Jahren unglaublich weiterentwickelt“, sagt sie. „Die größte Veränderung, die mir aufgefallen ist, betrifft das Nationalteam. Die Trainingslager, die Art, wie wir spielen, die Organisation – alles fühlt sich jetzt professionell an.
Im Vergleich zu früher spielen heute so viel mehr junge Mädchen Fußball. Es ist ein enormer Anstieg. Dank unserer Qualifikation für die Endrunde konnten wir bereits ein wachsendes Interesse und höhere Zuschauerzahlen in den Stadien feststellen.
Hoffentlich wird unsere Teilnahme an diesem Turnier die Entwicklung des Frauenfußballs weiter vorantreiben. Ich hoffe, dass mehr Mädchen mit dem Fußballspielen anfangen, dass uns mehr Fans unterstützen, und dass der Frauenfußball zu einem festen Bestandteil in der polnischen Sportlandschaft wird.“