Debütanten mit starken Nerven

Auch wenn die Niederlande und die Ukraine erstmals bei einer UEFA-Europameisterschaft die Endrunde erreicht haben zeigen beide vor dem Auftaktspiel keinerlei Nervosität.

Die niederländische Trainerin Vera Pauw bei der Abschluss-PK vor dem Ukraine-Spiel
Die niederländische Trainerin Vera Pauw bei der Abschluss-PK vor dem Ukraine-Spiel ©Sportsfile

Auch wenn sowohl die Niederlande als auch die Ukraine erstmals bei einer UEFA-Europameisterschaft die Endrunde erreicht haben zeigen beide vor dem Auftaktspiel der UEFA WOMEN'S EURO 2009™ im Stadion von Turku keinerlei Anzeichen von Nervosität.

Zuversichtlich
Vor allem die Niederländer strahlen eine große Zuversicht aus, Trainerin Vera Pauw ist selbst ein wenig überrascht, wie cool ihre Truppe vor dem ersten Spiel der Gruppe A auftritt. "Wir hatten ein bisschen befürchtet, dass die Spielerinnen nervös sein könnten, aber das ist überhaupt nicht der Fall", meinte die Trainerin, die ihr Team mit einem Play-off-Sieg gegen Spanien zu dieser Endrunde geführt hatte. "Es ist sogar überraschend, wie relaxed die Spielerinnen sind. Aber so wie wir das Training strukturiert haben, brauchen sie auch nicht nervös zu sein. Sie müssen nur voll konzentriert in das morgige Spiel gehen."

Wunschtraum
Ähnlich sieht es Ukraines Trainer Anatoliy Kutsev, dessen Team vor Vorfreude schier nicht mehr zu bändigen ist. "Wir haben so lange auf dieses Ziel hingearbeitet und jetzt wollen alle nur noch zeigen, dass wir nicht zufällig hierher gekommen sind", sagte er. Ihre Stärken hat die Mannschaft eindeutig in der Defensive, in zehn Qualifikationsspielen, darunter zwei Play-offs gegen Slowenien, gab es gerade drei Gegentreffer.

Vorsicht
"Die Ukraine spielt gerne abwartend und lauert auf Konter", weiß Pauw. "Darin unterscheiden sie sich völlig von Dänemark, die wiederum ganz anders sind als die Finnen. Solche Statistiken lassen uns kalt, aber es zeigt, dass es schwer wird, gegen sie Tore zu erzielen. Das erste Spiel ist unheimlich wichtig, denn ein Sieg und ein Unentschieden sollten reichen, um in die nächste Runde zu kommen. Wir dürfen jetzt nicht nachlässig sein, wir müssen in diesem Spiel punkten."

Unglaublicher Fortschritt
Beide Trainer sind überzeugt, dass dieses Turnier das gestiegene Niveau des Frauenfußballs demonstrieren wird. "Die Ausweitung der Endrunde auf zwölf Mannschaften war entscheidend", erklärte Pauw. "Das hat uns ein Ziel gegeben und es ist unglaublich, was bei uns in den letzten vier Jahren passiert ist, vor allem in den letzten sechs Monaten. Wir hätten diese Entwicklung nicht gemacht, wenn hier nicht zwölf Teams antreten dürften." Kutsev fügte hinzu: "Vor fünf oder sechs Jahren haben wir noch sehr naiven Fußball gespielt, doch heute kommen die Frauen dem [Niveau] der Männer immer näher. Es gibt hier keine schwachen Mannschaften, aber nur wenige werden die Deutschen auf Augenhöhe fordern können."