Klassiker der Europa League: Fiorentina - Gladbach 2:4

Im Re-Live auf UEFA.tv gibt es das dramatische Comeback von Gladbach 2016/17 – hier sind alle Infos zur Partie.

Lars Stindl (Mitte) stand in Florenz im Mittelpunkt
Lars Stindl (Mitte) stand in Florenz im Mittelpunkt

Nach dem Sieg im Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach schien die Fiorentina in der Runde der letzten 32 der UEFA Europa League 2016/17 schon so gut wie weiter. Oder auch nicht.

RE-LIVE: DAS GESAMTE SPIEL

Hintergrund

Als Vierter der Bundesliga 2015/16 hatte Gladbach die Saison in der UEFA Champions League begonnen. Gegen Barcelona und Manchester City reichte es in Gruppe C zwar nicht, aber der Einzug in die Runde der letzten 32 der UEFA Europa League gelang, wobei Dieter Hecking im Winter als Cheftrainer von André Schubert übernahm.

Die Fiorentina hatte in der Gruppenphase der Europa League leichtes Spiel und während es in der Serie A nicht unbedingt rosig lief, war das 1:0 im Hinspiel in Gladbach sehr vielversprechend für den Verbleib im Europapokal.

Highlights: Brillanter Freistoß von Bernardeschi
Highlights: Brillanter Freistoß von Bernardeschi

Schlüsselspieler

Lars Stindl: 2015 kam Stindl aus Hannover und übernahm 2016/17 die Kapitänsbinde von Martin Stranzl. In Florenz stellte er seine Leaderqualitäten unter Beweis.

Jonas Hofmann: Der Mittelfeldspieler konnte sich nie in der Startelf von Dortmund festspielen, doch für Gladbach waren seine Präsenz und seine Standards unabdingbar.

Nikola Kalinić: Der kroatische Stürmer erreichte 2015 mit Dnipro Dnipropetrovsk das Finale der UEFA Europa League und traf bei der 2:3-Niederlage gegen Sevilla. Vor dem Spiel gegen Gladbach hatte er schon 15 Tore für die Fiorentina erzielt.

Die zehn schönsten Tore der UEL-Saison 2016/17
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Was dann geschah

Nach dem 1:0 im Hinspiel schien Florenz leichtes Spiel zu haben, als Kalinić die Führung besorgte und Borja Valero zum 2:0 nachlegte. Stindl stellte mit einem verwandelten Elfmeter kurz vor der Pause den Anschluss her.

Doch wenige hatten erwartet, was danach passierte: Zwei Minuten nach Anpfiff der zweiten Hälfte erzielte Stindl den Ausgleich; in der 55. Minute machte er seinen Dreierpack mit einem direkten Freistoß perfekt. Nur wenige Minuten später folgte Gladbachs vierter Treffer nach einem Kopfball von Andreas Christensen. Die Fiorentina gab nicht auf und scheiterte am Aluminium, kam aber nicht mehr zurück.

Reaktionen

Lars Stindl, Kapitän von Gladbach: "Es war der Wahnsinn. Das 0:2 war ein Schock. In der Kabine hat uns der Trainer dann daran erinnert, dass wir schon andere Spiele gedreht haben. Für mich war es eine unvergessliche Nacht und ein ganz besonderes Spiel. Der Spielball hat einen Ehrenplatz in meinem Haus."

Dieter Hecking, Gladbach-Trainer: "Ich kann nur den Hut ziehen. Es hat geholfen, dass wir ein paar Dinge bei Standards verändert haben. Lars ist ein unglaublicher Kapitän und hat eine tolle Persönlichkeit."

Yann Sommer, Gladbach-Torhüter: "Wir waren in der Halbzeit ziemlich platt, kamen dann aber raus und konnten das Spiel drehen. Ich realisiere das erst jetzt so langsam, vielleicht gehen wir später noch raus und feiern."

Paulo Sousa, Fiorentina-Trainer: "Wir haben gegen ein sehr gutes Team verloren, dem ich viel Erfolg wünsche. Mir tut es für die Mannschaft leid, das wir ausgeschieden sind, gerade für die jungen Spieler. Ich entschuldige mich bei der ganzen Stadt, die uns voll unterstützt hat."

Was sonst noch an diesem Abend geschah

Deutsch-Italienische Klassiker
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Ein Eigentor von Harry Kane war Teil von Tottenhams Ausscheiden gegen Gent beim 2:2 an der White Hart Lane, während Anderlechts Isaac Kiese Thelin in letzter Minute Zenits Comeback verhinderte – die russische Mannschaft hatte in Belgien 0:2 verloren, führte im Rückspiel aber mit 3:0. APOEL feierte derweil einen großartigen Abend: Mit einem 2:0-Heimsieg kam man nach einer 2:3-Hinspielniederlage doch noch gegen Athletic Club weiter.

Wie es weiterging

Heckings Team blieb auch in der nächsten Runde vom Drama nicht verschont. Im deutschen Duell gegen Schalke hatte die Fohlenelf allerdings weniger Spaß: Nach einem 1:1 in Gelsenkirchen führten sie im Rückspiel zu Hause mit 2:0, kassierten dann aber noch zwei Gegentore und schieden aufgrund der Auswärtstorregel aus. Stindl ist auch jetzt noch Kapitän und stand diese Saison im Kader für die UEFA Europa League.

Für die Fiorentina war die Niederlage gegen Gladbach der Saison-Tiefpunkt. Trainer Sousa verlängerte seinen Vertrag nicht und verließ den Klub im Sommer. Seither qualifizierte sich die Fiorentina nicht mehr für den Europapokal.

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