Europa League: Das bietet der vierte Spieltag

Liverpool, Ajax, Celtic und Fenerbahçe steht vor der nächsten Partie der UEFA Europa League schon mächtig unter Druck, während bei Borussia Dortmund und Napoli alles wie am Schnürchen läuft.

Jürgen Klopp würde sich sicherlich mal über einen Dreier freuen
Jürgen Klopp würde sich sicherlich mal über einen Dreier freuen ©Getty Images

Gruppe A
Celtic will Krisengerede verstummen lassen
Die wütende Reaktion von Kris Commons bei seiner Auswechslung während der 1:3-Pleite von Celtic in Molde am dritten Spieltag war nicht der einzige Ausrutscher bei den Schotten in den letzten Tagen, schließlich kam es im Training auch noch zu einem Zusammenstoß zwischen Emilio Izaguirre und Nadir Çiftçi.

Die 700 Fans, die sich den Trip nach Norwegen angetan hatten, ließen nach dem Schlusspfiff ihren Unmut über die Darbietung der Truppe von Ronny Deila freien Lauf. "Das war inakzeptabel von uns", sagte Flügelflitzer Gary Mackay-Stephen. "Wir müssen es mit Fassung tragen." Celtic, Letzter der Gruppe A, muss jetzt Wiedergutmachung betreiben. "Müssen wir jetzt alle drei Partien gewinnen?", fragte Verteidiger Dedryck Boyata. "Natürlich, aber das sind drei schwere Spiele."
Celtic - Molde, 19.00 Uhr MEZ

Ajax bangt ums Weiterkommen
Da Ajax, Fenerbahçe und Celtic allesamt in derselben Gruppe spielen, war von vornherein klar, dass es eine große Mannschaft erwischen wird, aber die unerwarteten Erfolge von Molde haben den Druck auf die drei Teams noch verstärkt. Nach Fernandãos spätem Treffer in Istanbul ist Ajax seit vier Europapokal-Spielen ohne Sieg, und Trainer Frank de Boer weiß, dass eine weitere Pleite bedeuten könnte, dass Ajax erstmals in der Gruppenphase des UEFA-Pokals bzw. der UEFA Europa League scheitern könnte. "Das nächste Heimspiel gegen Fenerbahçe ist entscheidend", erklärte er. "Wenn man zu Hause nicht gewinnt, dann scheidet man aus."
Ajax - Fenerbahçe, 19.00 Uhr MEZ

Gruppe B
Remiskönig Klopp vor hoher Auswärtshürde
Drei Unentschieden in seinen ersten drei Partien als Reds-Manager waren kaum der dynamische Start, den sich Jürgen Klopp erträumt hatte, als er seinen neuen Klub übernahm; am dritten Spieltag agierte Liverpool etwas nervös, als man gegen Rubin in Überzahl nur den Ausgleich schaffte. Die nächste Herausforderung für die Klopp-Truppe ist es, als erstes englisches Team nicht bei Rubin zu verlieren. Wigan Athletic, Chelsea und Tottenham Hotspur hatten in Russland allesamt den Kürzeren gezogen. "Weil wir den Ausgleich kurz vor Schluss kassiert haben, fühlt es sich wie das Ende der Welt an – aber es ist nicht das Ende der Welt", sagte er nach dem 1:1-Remis in der Liga gegen Southampton. "Bei aller Enttäuschung, die wir wegen des Ergebnisses fühlen, habe ich bei uns den nächsten Schritt einer Entwicklung gesehen."
Rubin - Liverpool, 19.00 Uhr MEZ

Thomas Tuchel und Dortmund sind voll in der Spur
Thomas Tuchel und Dortmund sind voll in der Spur©Getty Images

Gruppe C
Dortmund und Tuchel in der Erfolgsspur
Unter Klopps Nachfolger Thomas Tuchel hat Borussia Dortmund in der Gruppenphase bereits sieben Punkte geholt und peilt im Heimspiel gegen Qäbälä den nächsten Dreier an. Keine Frage, der 42-Jährige kommt in Dortmund gut an, was die Spieler nur bestätigen können. "Tuchel macht jeden von uns besser", sagte İlkay Gündogan.
Dortmund - Qäbälä, 19.00 Uhr MEZ

Napolis Stürmer Gonzalo Higuaín
Napolis Stürmer Gonzalo Higuaín©Getty Images

Gruppe D
Napoli erwartet noch mehr von Higuaín
Napoli, mit bislang elf Treffern die torhungrigste Mannschaft der Gruppenphase, siegte zuletzt mit 4:1 beim dänischen Meister Midtjylland 4-1. Trainer Maurizio Sarri erwartet noch mehr von seinen Mannen – vor allem von Gonzalo Higuaín, der den vierten Treffer erzielte. "Uns stehen vorne viele Klasseleute zur Verfügung, aber Gonzalo ist eine Klasse für sich", sagte Napolis Trainer. "Er ist immer glücklich und macht Witze im Training. Er ist in einer sehr guten Form, aber ich denke, dass er sich immer noch verbessern kann. Er hat erst 80 Prozent seines Potenzials erreicht."
Napoli - Midtjylland, 19.00 Uhr MEZ

Gruppe G
Lazio kommt immer besser in Schuss
Lazio ist nach einem 3:1-Sieg gegen Rosenborg auf dem besten Weg zum Gruppensieg. Auf Felipe Anderson sollte man ein Auge haben: Der Brasilianer hat seinen Riecher für Tore wiedergefunden. "Ich freue mich sehr über die Tore, aber hauptsächlich, weil ich dem Team endlich so helfen kann, wie man es erwartet hat. Die Leute sprechen über mich, wenn ich Tore schieße, aber es ist die Stärke unserer Mannschaft, die den Unterschied macht."
Rosenborg - Lazio, 21.05 Uhr MEZ

Vedran Ćorluka (links) wird das Rückspiel gegen Beşiktaş verpassen
Vedran Ćorluka (links) wird das Rückspiel gegen Beşiktaş verpassen©AFP/Getty Images

Gruppe H
Lokomotiv rollt weiter
"Ich hasse Vorhersagen", sagte Lokomotivs Trainer Igor Cherevchenko nach dem 1:1 gegen Beşiktaş. "Drei Mannschaften haben die Chance aufs Weiterkommen, die letzten drei Spieltage können alles auf den Kopf stellen." Mit einem Sieg in der Türkei könnten sie sich qualifizieren, doch die Russen müssen ohne Kapitän Vedran Ćorluka klarkommen. "Ohne ihn wird es nicht einfach, aber [Ján] Ďurica ist wieder fit. Wir werden sehen, was passiert."
Beşiktaş - Lokomotiv, 17.00 Uhr MEZ

Gruppe I
Lech versteckt sich nicht
Der polnische Meister ist in der Liga auf dem letzten Platz, gewann am letzten Spieltag jedoch überraschenderweise gegen Fiorentina. "Wir sind diese Saison sehr schlecht gestartet, aber die letzten Ergebnisse ändern alles. Siege wie der gegen Fiorentina geben uns große Hoffnung, dass wir noch viel schaffen können", sagte Mittelfeldspieler Karol Linetty.
Lech - Fiorentina, 21.05 Uhr MEZ

Gruppe L
Europapokal gibt Athletic Selbstvertrauen
Athletics Trainer Ernesto Valverde weiß, dass seine Mannschaft viel Selbstvertrauen aus dem 2:0 gegen Partizan gewinnen konnte. "Wir müssen in der Liga gewinnen. Wir hätten Partien gewinnen müssen, in denen wir Unentschieden gespielt haben, aber das Ergebnis gegen Partizan hat uns Selbstvertrauen gegeben. Wir bleiben auf diesem Weg."
Athletic - Partizan, 21.05 Uhr MEZ

Beñat Etxebarria nach dem zweiten Tor für Athletic in Belgrad
Beñat Etxebarria nach dem zweiten Tor für Athletic in Belgrad©AFP/Getty Images