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Wer ist Dortmunds Gegner Qäbälä?

Borussia Dortmunds nächster Gegner verblüffte vor nicht allzu langer Zeit seinen damaligen Trainer Tony Adams damit, dass im Training plötzlich eine Kuh über den Platz stolzierte.

Vojislav Stanković ist einer der Stars von Qäbälä
Vojislav Stanković ist einer der Stars von Qäbälä ©AFP/Getty Images

Qäbälä ist nach Neftçi und Qarabağ der dritte Klub aus Aserbaidschan, der den Sprung in die UEFA Europa League geschafft hat. Auf den Verein mit den drei Ä wartet jetzt mit den zwei Duellen gegen Borussia Dortmund die wohl schwerste Aufgabe seiner Vereinsgeschichte. UEFA.com hat ein paar Fakten zu dem Klub zusammengetragen, den wohl bisher kaum einer kannte.

Die frühen Jahre
Gegründet wurde der Verein 1995 als Göy Göl (wörtlich "Blauer See") – dem Namen seiner Heimatstadt aus dem Nordwesten Aserbaidschans. 2006 gewann der Klub unter dem Namen Gilan die Meisterschaft in der 2. Liga, nach dem Umzug in die Stadt Qabala folgte der Aufstieg in die erste Liga und schließlich im August 2007 die erneute Umbenennung in Qäbälä. Der Spitzname Radarlar (die Radare) stammt noch aus Sowjetzeiten, als in der Stadt eine - heute stillgelegte - Radaranlage errichtet wurde, die im Kalten Krieg als Raketen-Frühwarnsystem dienen sollte.

Erstmals international von sich reden machte der Klub, als er vor der Saison 2010/11 die ehemalige Arsenal-Legende Tony Adams als Trainer präsentierte. Adams kam, sah und staunte ("eines Tages marschierte eine Kuh über unseren Trainingsplatz"), ist aber nach seinem zwischenzeitlichen Abschied im Januar 2015 als Sportdirektor zu Qäbälä zurückgekehrt - die Trainingsbedingungen sollen sich inzwischen erheblich verbessert haben.

Qäbäläs Trainer Roman Hrygorchuk
Qäbäläs Trainer Roman Hrygorchuk©Qäbälä FK

Die Gruppenphase
Der ukrainische Trainer Roman Hrygorchuk wurde Mitte der letzten Saison verpflichtet, nachdem er zuvor mit Ventspils drei lettische Meistertitel gewonnen hat. Mit Chornomorets Odesa zog er 2013/14 in die Runde der letzten 32 in der UEFA Europa League ein. Unter Hrygorchuk erreichte Qäbälä den dritten Platz und schaffte damit den Sprung in die Qualifikation zur UEFA Europa League, wo man überraschend in den Play-offs Panathinaikos ausschalten konnte und als einziges Team neben Rosenborg den Aufstieg von der ersten Qualifikationsrunde in die Gruppenphase schaffte.

Die Stars
Qäbäläs bekannteste Spieler waren in den letzten Jahren der jamaikanische Stürmer Deon Burton, der Russe Marat Izmaylov und der ehemalige Ajax-Jungstar Lorenzo Ebecilio. Heute sind drei Ukrainer die Stars des Teams: Torhüter Dmytro Bezotosniy, Innenverteidiger Vitaliy Vernydub und der defensive Mittelfeldspieler Olexiy Gai. Herausragend von den nationalen Spielern ist der vielseitige Arif Dashdemirov.

Seit 2011 spielt der brasilianische Kapitän Dodô, 28, für den Klub. Der Mittelfeldspieler erzielte beim Sieg gegen Panathinaikos in den Play-offs am 4. Oktober 2015 beide Tore und hält zudem den Rekord in der aserbaidschanischen Liga für das schnellste Tor: beim 6:0 gegen Xäzär Länkäran benötigte er nur acht Sekunden.

Die Fans von Qäbälä bei einem Spiel in der UEFA Europa League
Die Fans von Qäbälä bei einem Spiel in der UEFA Europa League©Qäbälä FK

Spielsystem
Qäbälä liebt das britische Spiel mit langen Bällen, kann aber bei Bedarf auch auf Kurzpass-Fußball umschalten. In der Europa League bevorzugt Qäbälä zwar einen etwas defensiveren Stil, agiert aber dennoch meist mit vier eher offensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern. Hinzu kommt eine Spezialität, der Klub ist immer wieder für Last-Minute-Tore gut. "Jedes Team in unserer Gruppe ist stark und gefährlich, aber das heißt nicht, dass wir jedes Spiel verlieren werden", sagt Gai. "Wir werden alles versuchen, egal, wie prominent unser Gegner ist."

Was dem Team fehlt, ist ein ausgesprochener Torjäger, auch auf der Spielmacherposition ist der Klub nicht optimal besetzt, daher versucht man immer wieder, über die Flügel für Gefahr zu sorgen.

Wahre Schönheit
Die Dortmunder Fans sollten nach dem Schlusspfiff ruhig noch ein bisschen in der Stadt verweilen. Die Region um Qabala ist berühmt für ihre spektakuläre Landschaft – nicht umsonst finden sich die kaukasischen Berge im Klubwappen.

"Qabala ist keine große Stadt, bietet uns aber ideale Voraussetzungen, um Fußball zu spielen", erklärte Abwehrspieler Vernydub mit Blick auf die Infrastruktur den Klubs, die seit den Zeiten eines Tony Adams einige einschneidende Verbesserungen erlebt hat.

Die Region ist berühmt für seine schöne Landschaft
Die Region ist berühmt für seine schöne Landschaft©Incity.az

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