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Belgrad zieht Kraft aus 1991

Belgrad konnte schon einmal gegen Bayern gewinnen, doch ein Ex-Star ist der Meinung, dass den Gastgebern gegen den FCB nur eine Spielabsage helfen würde.

Vor dem Duell gegen den FC Bayern München erinnert sich der FK Crvena Zvezda (Roter Stern Belgrad) an eine frühere Begegnung mit dem deutschen Rekordmeister. Ein ehemaliger Spieler ist dagegen der Meinung, dass die Gastgeber eine Niederlage nur vermeiden können, wenn sie "das Spiel absagen".

Frühere Europapokalsieger
Die beiden früheren Europapokalsieger stehen sich in der wahrscheinlich interessantesten Begegnung des ersten UEFA-Pokal-Spieltags in Belgrad gegenüber. Für den ehemaligen Crvena-Zvezda-Spieler Dragoslav Stepanović, der in der Bundesliga unter anderem Eintracht Frankfurt trainierte, "gibt es für Crvena Zvezda nur eine Möglichkeit, eine Niederlage zu vermeiden - wenn man das Spiel absagt". Für Stepanović sind die Bayern nicht zu stoppen, auch wenn es der Tabellenführer der Bundesliga immerhin mit dem serbischen Meister zu tun hat.

Bayern ist schlagbar
Stevan Stojanović, der Sportdirektor von Crvena Zvezda, weiß aus eigener Erfahrung, dass man die Bayern schlagen kann, deshalb versteht er diese negativen Äußerungen nicht. Er stand im Tor, als die Serben 1990/91 im Halbfinale des Pokals der europäischen Meistervereine mit insgesamt 4:3 gegen die Münchener gewinnen konnten. Im Finale konnte sich der Rote Stern dann im Elfmeterschießen gegen Olympique de Marseille durchsetzen.

Sensationeller Erfolg
Im Hinspiel in München ging Bayern in Führung, doch Darko Pancev und Dejan Savićević sorgten mit ihren Treffern für den Auswärtssieg des damaligen jugoslawischen Meisters. Für Stojanović war dies "der wichtigste Auswärtssieg in unserer Geschichte". Damit war aber noch nichts entschieden, im Rückspiel folgte Dramatik pur, sowohl für Stojanović als auch Bayern-Verteidiger Klaus Augenthaler.

"Nahe an einer Katastrophe"
"Ich werde mich für den Rest meines Lebens an jede Minute dieses Spiels erinnern", sagte Stojanović. "Als Siniša Mihajlović mit einem Freistoß aus 30 Metern die Führung erzielte, hat jeder gedacht, es ist vorbei und wir stehen im Finale. Doch die Deutschen sind eben die Deutschen, ihre mentale Stärke ist fantastisch. Bayern machte in der zweiten Halbzeit zwei Tore. Wir waren ganz nahe an einer Katastrophe."

"Ein Wunder"
"Ich habe den größten Fehler meiner Karriere gemacht, als ich einen Schuss von Augenthaler aus 25 Metern durch die Beine rutschen ließ", erinnerte er sich. "In der letzten Sekunde stand es immer noch 1:2, und dann drosch Mihajlović den Ball weit nach vorne in Richtung des Tores von [Raimond] Aumann. Augenthaler wurde dabei zum ersten Mal in diesem Spiel auf dem falschen Fuß erwischt, und so unterlief ihm ein Eigentor. Das war ein Wunder. Ich denke, wir waren die bessere Mannschaft, aber wir benötigten die Hilfe von Gott, um ins Finale einzuziehen."

Personalsorgen bei Bayern
Crvena Zvezda hat im Vorfeld der Partie heute Abend anscheinend erneut himmlischen Beistand bekommen, denn bei den Bayern fallen Martín Demichelis, Franck Ribéry, Daniel Van Buyten und Luca Toni wegen Verletzungen beziehungsweise Krankheiten aus. Dazu wissen die Bayern, welche Atmosphäre sie in Belgrad erwartet. Mittelfeldspieler Hamit Altıntop meinte: "Die Fans werden sehr aggressiv sein, aber wir dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen."

Bekannte Gesichter
Torhüter Michael Rensing, der erneut den verletzten Oliver Kahn vertritt, wird auf der Tribüne eventuell einige bekannte Gesichter erkennen. Seine Mutter stammt aus dem früheren Jugoslawien, und einige Verwandte aus der Nähe der serbischen Hauptstadt werden kommen, um ihn zu sehen. Stojanović hofft unterdessen, dass die Mannschaft 2007 den Erfolg des Teams von 1991 wiederholen kann.