Zehn großartige EURO-Momente: Charisteas' Kopfballtor

Noch drei Tage: Nur wenige glaubten an eine Überraschung, als Griechenland im Endspiel der UEFA EURO 2004 auf Gastgeber und Favorit Portugal traf, aber Otto Rehhagels Mannen verdarben die Partystimmung.

Der Treffer von Angelos Charisteas reichte Griechenland zum Finalsieg
Der Treffer von Angelos Charisteas reichte Griechenland zum Finalsieg ©UEFA.com

Das Spiel: Portugal - Griechenland 0:1, Endspiel 2004
Der Tag: 4. Juli 2004
Der Ort: Estádio do Sport Lisboa e Benfica, Lissabon
Der Protagonist: Angelos Charisteas

Was machte das Tor so besonders?
Das Tor, das für die Riesensensation sorgte und Griechenland zum Überraschungseuropameister machte, war einfach in seiner Ausführung, aber verheerend in seiner Bedeutung. Nach knapp einer Stunde wurde ein nervöses, aufreibendes Endspiel mit Leben gefüllt, als Griechenland einen Eckball zugesprochen bekam – was die Fans dazu veranlasste, so zu jubeln, als wäre Griechenland bereits in Führung gegangen.

So kam es dann aber auch. Otto Rehhagels Mannen hatten während der Vorbereitung sorgfältig an ihren Standardsituationen gearbeitet, was sich auszahlen sollte, als Angelos Basinas den Eckball von der rechten Seite in die Mitte trat, wo sich Charisteas gegen Costinha durchsetzen konnte. Da Portugals Keeper Ricardo sein Tor verlassen hatte, köpfte der Stürmer ins leere Tor ein, und Griechenland war nicht mehr aufzuhalten.

Was bedeutete das Tor?
Der Treffer von Charisteas besiegelte Griechenlands dritten 1:0-Sieg in Folge in der K.-o.-Phase, alle drei Tore wurden mit dem Kopf erzielt – zwei davon gingen auf das Konto des Stürmers von Werder Bremen. Sein Tor gegen Portugal sicherte Griechenland den Titel gegen den Gastgeber und hohen Favoriten. Eine bemerkenswerte Leistung für ein Team, das vor der UEFA EURO 2004 keinen einzigen Sieg bei einem großen Turnier eingefahren hatte.

Wie Charisteas das Tor in Erinnerung hat …
"Ich muss zugeben, dass ich das Tor einige Male zufällig verfolgt habe, wenn es im Fernsehen lief. Wenn ich es noch mal vor meinem geistigen Auge abspiele, scheint es so, als wäre ich im Strafraum komplett allein, ohne Gegenspieler um mich herum. Ich denke sehr viel an dieses Tor, vor allem wenn es schlecht läuft. Es gibt mir einen Schub und hilft mir dabei, psychologisch zurückzuschlagen. Selbst in 50 Jahren wird sich jeder daran erinnern, dass ich das Tor erzielt habe, das Griechenland zum Europameister gemacht hat. Wir haben Geschichte geschrieben."

Otto Rehhagel, damaliger griechischer Trainer
"'Harry' spielte nicht viel für Werder Bremen. Ich musste viel mit ihm sprechen, ihn ermutigen und ihn davon überzeugen, dass er in der Lage ist, Großes zu vollbringen. Ich habe immer an ihn geglaubt, und er hat mich bestätigt. Er avancierte zu einem Star des Turniers."

Traianos Dellas, damaliger griechischer Verteidiger
"Als Angelos traf, dachte ich nur an eine Sache, so wie ich mich erinnere: 'Das ist es! Der Pokal gehört uns. Jetzt können wir nicht mehr verlieren!'"

Ricardo, damaliger Torhüter Portugals
"Wir haben alles für ein anderes Resultat gegeben, aber wir sind an der griechischen Mauer zerschellt. Sie waren defensiv sehr stark und waren immer darauf aus, in unserer Hälfte gelegentlich eine Standardsituation zugesprochen zu bekommen. So ist es dann leider gekommen, und sie haben getroffen."

Pressestimmen
"Melodie der Engel: Ecke Angelos Basinas, Kopfball Angelos Charisteas." Goal News (Griechenland)

"Alle in Portugals Abwehr erstarrten zur Salzsäule, als Charisteas zum Kopfball hochstieg. Ein mächtiger Kopfball, ein Tor, der Sieg." El País (Spanien)

Oben