Mannschaft des Turniers der EURO 2000

Die Europameister Laurent Blanc, Lilian Thuram, Patrick Vieira und Zinédine Zidane standen auch in der Mannschaft des Turniers.

Zinédine Zidane war Frankreichs Kopf bei der UEFA EURO 2000
Zinédine Zidane war Frankreichs Kopf bei der UEFA EURO 2000 AFP via Getty Images

TORHÜTER

Francesco Toldo (Italien)
Toldo war in der italienischen Nationalmannschaft lange Jahre nur der Vertreter von Gianluigi Buffon und kam deshalb nicht allzu oft zum Einsatz. Er war bereits bei vier großen Turnieren, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben, ehe Buffon bei der UEFA EURO 2000 verletzungsbedingt fehlte und er seine Chance bekam. Toldo zeigte überragende Leistungen, vor allem im Halbfinale gegen die Niederlande, als er drei Elfmeter parierte. 1999/2000 erlebte er mit Florenz eine denkwürdige Saison in der UEFA Champions League, 2001 wechselte er zu Inter Mailand. Toldo gewann insgesamt fünfmal den Scudetto und in seiner neunten und letzten Saison bei den Nerazzurri im Jahr 2010 die UEFA Champions League, anschließend trat er zurück.

Francesco Toldo
Francesco ToldoIcon Sport via Getty Images

ABWEHR

Laurent Blanc (Frankreich)
Blanc wurde bei drei UEFA-Europameisterschaften in die Mannschaft des Turniers gewählt - 1992, 1996 und 2000. Die letztgenannte EM krönte er zugleich mit dem Finalsieg, was ihm 1998 bei der FIFA-Weltmeisterschaft noch verwehrt geblieben war, weil er im Endspiel gesperrt war. Wegen seiner Autorität, Eleganz und Führungsqualitäten bekam Blanc den Spitznamen Le Président. Insgesamt brachte er es in seiner Karriere auf 97 Länderspiele. Er begann seine Laufbahn bei Montpellier, damals noch als Mittelfeldspieler. Zu den neun Klubs, für die er anschließend als Innenverteidiger spielte, gehören unter anderem Barcelona, der Inter Mailand und Manchester United. Dabei gewann er zahlreiche Titel. Als Trainer führte er die französische Nationalelf zur UEFA EURO 2012, ehe er Coach von Paris Saint-Germain wurde.

Fabio Cannavaro (Italien)
Im Finale der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 führte Cannavaro Italien als Kapitän zum Sieg gegen Frankreich, was so etwas wie die späte Revanche für die Niederlage im Endspiel der UEFA EURO 2000 war, als die Azzurri nur Sekunden vom Triumph entfernt waren. Er stand bei dieser EM in jeder Partie auf dem Platz, doch 2006 erlebte er seinen Zenit. Er wurde nicht nur Weltmeister, sondern gewann auch den Ballon d'Or und wurde zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Der in Neapel geborene Cannavaro, der 1999 mit Parma den UEFA-Pokal gewann, kehrte nach zwei Meisterschaften mit Real Madrid zu Juventus zurück, ehe er seine Karriere bei Al-Ahli in Dubai beendete - nach 136 Länderspielen für Italien, was Rekord ist.

Paolo Maldini (Italien)
Maldini ist einer der Größten aller Zeiten. Er bestritt insgesamt mehr als 1 000 Partien für Verein und Land, von 1988 bis 2002 brachte er es auf 126 Länderspiele. Der Sohn des früheren Nationalspielers Cesare Maldini zeigte bereits bei seinem ersten großen Turnier, der EURO '88, starke Leistungen und hielt diese Form bis zu seinem letzten, der FIFA-WM 2002. 1994 war der WM-Titel zum Greifen nah, doch Italien verlor das Finale im Elfmeterschießen gegen Brasilien. Das Endspiel der UEFA EURO 2000 ging bekanntlich durch ein Golden Goal gegen Frankreich verloren. Bei den Europameisterschaften 1996 und 2000 wurde Maldini jeweils in die Mannschaft des Turniers gewählt, zudem holte er in seinen 24 Jahren beim AC Milan fünfmal die UEFA Champions League und sieben Meistertitel in der Serie A.

Lilian Thuram
Lilian ThuramIcon Sport via Getty Images

Lilian Thuram (Frankreich)
Der auf Guadeloupe geborene Thuram gehörte über 14 Jahre zur französischen Nationalelf und absolvierte in dieser Zeit 142 Länderspiele, er nahm an sieben großen Turnieren teil und triumphierte bei der UEFA EURO 2000 sowie der FIFA-WM 1998 im eigenen Land. 2000 hatte er durch seine abgeklärten Vorstellungen auf der rechten Seite maßgeblichen Anteil am Titelgewinn der Franzosen. 2005 erklärte er wie Zinédine Zidane seinen Rücktritt vom Rücktritt, um an der WM 2006 teilzunehmen. Dort scheiterte Frankreich im Finale an seiner Wahlheimat Italien, denn er spielte im Lauf seiner Karriere jeweils fünf Jahre für Parma und Juventus. 2008 hängte er seine Fußballschuhe beim FC Barcelona an den Nagel.

Patrick Vieira
Patrick VieiraPopperfoto via Getty Images

MITTELFELD

Patrick Vieira (Frankreich)
Vieira knackte als fünfter Franzose die Marke von 100 Länderspielen. Beim WM-Triumph 1998 war er noch eher eine Randfigur, doch bei der UEFA EURO 2000 war er ein Leistungsträger, er machte alle sechs Spiele. Vieira war sowohl in der Defensive als auch der Offensive äußerst effektiv, im Viertelfinale gegen Spanien bereitete er den Siegtreffer von Youri Djorkaeff mustergültig vor. In seinen neun Jahren bei Arsenal gewann der in Dakar geborene Vieira dreimal den Meistertitel in der Premier League sowie viermal den FA Cup, beim letzten Erfolg verwandelte er den entscheidenden Elfmeter. Zudem wurde er in seinen vier Jahren bei Inter Mailand viermal italienischer Meister.

Zinédine Zidane (Frankreich)
Zidane war der beste Fußballer seiner Generation, mit seinen beiden Kopfballtoren im Finale der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 machte er sich unsterblich. Im gleichen Jahr wurde er zu Europas Fußballer und zum Weltfußballer des Jahres gewählt (den FIFA-Preis sollte er noch zwei weitere Male gewinnen). Bei der UEFA EURO 2000 spielte er vielleicht sogar noch besser als 1998, eines der Highlights war der späte Elfmeter im Halbfinale gegen Portugal. "Zizou" trat aus der Nationalelf zwar zurück, doch 2006 kehrte er zurück und gewann den goldenen Ball, obwohl er im WM-Finale die Rote Karte sah. Er wurde Meister in Italien und Spanien, seine Ablösesumme von 76 Millionen Euro, die Real Madrid an Juventus überwies, zahlte sich zumindest teilweise im Finale der UEFA Champions League 2002 aus, als Zidane den spektakulären Siegtreffer markierte.

Luís Figo
Luís FigoBongarts/Getty Images

Luís Figo (Portugal)
Zwischen 1991 und 2006 brachte es Figo auf 127 Länderspiele (32 Tore) und ist damit der Rekordnationalspieler Portugals. Seine Dribblings und Flanken waren gefürchtet, bei der UEFA EURO 2000 blühte er regelrecht auf. Figo führte sein Land ins Halbfinale und gewann dafür sechs Monate später den Ballon d'Or. 2004 auf heimischem Boden stand er mit Portugal sogar im Finale, verlor dieses aber gegen Griechenland. Zwei Jahre später ließ er sich überreden, für die FIFA-WM 2006 wieder in die Nationalelf zurückzukehren. Figo ist einer der wenigen Fußballer, die sowohl für den FC Barcelona als auch Real Madrid gespielt haben. Mit beiden Klubs wurde er jeweils zweimal Meister, in Italien gelang ihm das gleiche Kunststück mit Inter Mailand. 2009 erklärte er seinen Rücktritt.

Edgar Davids (Niederlande)
Nach einem öffentlichen Streit wurde Davids bei der EURO '96 vorzeitig nach Hause geschickt, doch bei der FIFA-WM 1998 und der UEFA EURO 2000 führte er die Elftal jeweils ins Halbfinale. Beide Male scheiterte man dann im Elfmeterschießen. Davids war ein zweikampfstarker, entschlossener und dynamischer Mittelfeldspieler, der mit Ajax 1995 die UEFA Champions League gewann. Nach einer Saison beim AC Milan ging er für sieben Jahre zu Juventus, wo er dreimal italienischer Meister wurde. Zuvor hatte er in Amsterdam schon dreimal die niederländische Meisterschaft geholt. Davids hatte auch kurze Abschnitte beim FC Barcelona, Inter Mailand und Tottenham. Bei der UEFA EURO 2004 stand er mit den Niederlanden erneut im Halbfinale, ehe seine Karriere im Nationalteam im folgenden Jahr endete.

Patrick Kluivert
Patrick KluivertPopperfoto via Getty Images

ANGRIFF

Patrick Kluivert (Niederlande)
Niemand hat mehr Länderspieltore für die Niederlande geschossen als Patrick Kluivert, doch wenn er seine Karriere nicht aus körperlichen Zwängen so früh hätte beenden müssen, wären es sicherlich noch mehr geworden als seine 40 Treffer. Der Stürmer nahm an drei UEFA-Europameisterschaften teil, sein bestes Turnier spielte er 2000. Er erzielte dabei fünf Tore (alleine drei gegen Jugoslawien), doch im Halbfinale gegen Italien verschoss er einen Elfmeter. 1995 machte Kluivert im Finale der UEFA Champions League mit gerade einmal 18 Jahren das entscheidende Tor für Ajax. Durch seine Treffer gegen Argentinien und Brasilien bei der FIFA-WM 1998 in Frankreich verdiente er sich einen Wechsel zum FC Barcelona, anschließend spielte er auch noch in England und Frankreich.

Francesco Totti (Italien)
Totti gilt als der größte Spieler der Roma aller Zeiten, er führte den Klub in der Saison 2000/01 als Kapitän zum Scudetto und ist Rekordspieler sowie Rekordtorschütze der Römer. 2006 gewann er mit Italien zwar die FIFA-Weltmeisterschaft, doch dabei spielte er nur eine Nebenrolle und beendete kurz darauf seine Karriere im Nationalteam, nach 58 Länderspielen und neun Treffern. Bei der WM 2002 wurde er vom Platz gestellt und bei der UEFA EURO 2004 war er gesperrt, bei großen Turnieren war Totti das Glück also nicht unbedingt hold. Die Ausnahme bildete die EM 2000, als er zwei Tore machte und im Angriff der Azzurri glänzte. Im Finale wurde er zum offiziellen Mann des Spiels gewählt, er stellte die hochgelobte Abwehr der Franzosen einige Male vor große Probleme.

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