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Payet-Traumtor beschert Frankreich Auftaktsieg bei der EURO 2016

Frankreich - Rumänien 2:1
Dank eines tollen Tores von Dimitri Payet kurz vor Schluss gewann Gastgeber Frankreich im Stade de France das Eröffnungsspiel der UEFA EURO 2016.

Highlights der EURO 2016: Frankreich - Rumänien 2:1
Highlights der EURO 2016: Frankreich - Rumänien 2:1


Bereits in der vierten Minute hätten die Rumänen, die mit der ältesten Startelf aller Zeiten bei einer EURO-Endrunde angetreten waren (29,3 Jahre), fast für die Führung gesorgt. Nach einer Ecke wurde der Ball von Florin Andone per Kopf auf Bogdan Stancu verlängert, der aber aus ganz kurzer Distanz Keeper Hugo Lloris anschoss. Ein erster Hinweis auf die erwarteten Probleme der Franzosen in der Abwehr.

Wissenswertes zur EURO 2016

Mindestens ebenso heiß war die Möglichkeit auf der anderen Seite, als noch nicht einmal eine Viertelstunde gespielt war. Flanke von rechts von Bacary Sagna und Antoine Griezmann köpfte die Kugel an den Pfosten. Was für ein würdiger Auftakt in diesem Auftaktspiel!

Der Stürmer von Atlético Madrid war es auch, der neun Minuten vor der Pause nach scharfer Hereingabe von Dimitri Payet aus acht Metern aus vollem Lauf die Kugel knapp neben den rechten Pfosten setzte.

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Die letzte Möglichkeit vor der Pause hatte in der zweiten Minute der Nachspielzeit Olivier Giroud mit dem Kopf nach erneuter Vorlage von Payet - knapp daneben. Rumänien hatte bis dahin überraschenderweise gut mitgehalten und die Spieler von Les Bleus wussten, dass noch viel Arbeit vor ihnen lag, wollten sie die Partie gewinnen.

So wie die erste Halbzeit angefangen hatte, begann auch die zweite: Mit einer Großchance von Stancu. Diesmal versuchte er es freistehend mit einem Seitfallzieher, nachdem er den Ball mit der Brust angenommen hatte, der dann aber am langen Pfosten am Gehäuse vorbeirollte.

Es folgten Möglichkeiten von Giroud und Paul Pogba, bis endlich der ersehnte Treffer fiel. Payet flankte von rechts auf den Kopf von Giroud, der gewann das Duell mit dem hochsteigenden rumänischen Keeper Ciprian Tătăruşanu und erzielte in seinem 50. Länderspiel per Kopf das 1:0 - das Stade de France tobte.

Doch sieben Minuten später herrschte lähmendes Entsetzen, als Patrice Evra im Strafraum Nicolae Stanciu legte und Stancu den fälligen Strafstoß verwandelte.

Aber zwei Minuten vor dem Ende machte der überragende Payet mit einem Traumtor mit links aus 20 Metern ins linke obere Eck den erwarteten Sieg klar. 80 000 Fans feierten ihre Lieblinge, die zwar viel Mühe gegen tapfere Rumänen hatten, letztendlich aber dem Druck standhielten.

Spieler des Spiels: Dimitri Payet
Der Spielmacher schob sich im Spieler-Barometer an Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimović vorbei und ist nach einer ganz starken Leistung samt Zaubertor neuer Spitzenreiter. Zudem bereitete er das Führungstor sowie acht Chancen vor und schlug 13 Flanken.

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Giroud ist nicht wegzudenken
Frankreichs Nr. 9 hatte nicht immer eine gute Beziehung zu den Fans im Stade de France, und auch diesmal schien lange kein Grund zum Jubeln zu herrschen, weil etliche Chancen vergeben wurden. Doch endlich fand er das Netz, ein verdientes Tor, das seine Gesamtleistung krönte. Er ist zwar nicht mehr so dynamisch wie viele seiner Kollegen. Doch seine körperliche Präsenz, die von Didier Deschamps so gefordert wird, gleicht das aus. Er hat nun in den letzten acht Spielen acht Tore geschossen.

Frankreich ist wirklich Favorit
Sie mussten für diesen Sieg bis zum Schluss schwitzen, aber das mit Stars gespickte Frankreich enttäuschte nicht. Pogba war wie eh und je dynamisch, N'Golo arbeitete unermüdlich, und Payet ragte heraus. Vor dem Turnier hatte jeder gesagt, dass es keinen klaren Favoriten gebe, aber Frankreich auf jeden Fall um den Titel mitreden wird. Und nach diesem Spiel ist klar: Wer den Pokal will, muss Les Bleus schlagen.

Wie bei der EURO '96
Die Gastgeber gehen in Front durch ein Tor von der Nr. 9. Schon mal gehört? Damals war es nicht Giroud, sondern Alan Shearer. Der Gegner bekommt einen Elfmeter, verursacht vom Linksverteidiger des Gastgebers. Schon mal gehört? Damals war es nicht Patrice Evra, sondern Stuart Pearce. Doch der Unterschied zum Spiel vor 20 Jahren – das Spiel endete diesmal nicht 1:1.

So sahen es die Teamreporter im Stade de France
David Crossan, Frankreich (@UEFAcomDavidC)
Giroud schoss ein Tor, auf das die Franzosen lange gewartet hatten, und ich habe erwartet, dass es danach für Les Bleus noch besser laufen würde. Payet bereitete den Treffer von Giroud vor, er war zweifellos der kreativste Spieler der Gastgeber. Rumänien hatte eine Reihe klarer Chancen, vor allem zu Beginn einer jeden Halbzeit. Frankreich muss am Abschluss arbeiten, ehe es in fünf Tagen in Marseille gegen Albanien geht. Es war nicht die flüssigste Leistung der Franzosen, aber sie haben die drei Punkte geholt.

Paul-Daniel Zaharia, Rumänien (@UEFAcomPaulDZ)
Als jemand, der das Glück hatte, nicht nur dieses Spiel zu sehen, sondern auch das bei der UEFA EURO 2008, als sich beide Mannschaften ebenfalls in der Gruppenphase gegenüberstanden, kann ich sagen: Dies hier war unterhaltsamer. Beide Mannschaften hätten das Spiel gewinnen können, wobei Rumänien – trotz des späten Gegentors – die taktischen Vorgaben ausgezeichnet umsetzte. Wer weiß, wie es jetzt weitergeht, aber Rumänien hat heute Abend gezeigt, das das eine wirklich disziplinierte Mannschaft ist.

EURO 2016: Mannschaft des Turniers

Aufstellungen

Frankreich: Lloris (K); Evra, Koscielny, Rami, Sagna; Matuidi, Kanté, Pogba (77. Martial); Payet (90.+2 Sissoko), Giroud, Griezmann (66. Coman)
Bank
: Mandanda, Costil, Jallet, Cabaye, Gignac, Schneiderlin, Mangala, Digne
Trainer: Didier Deschamps

Rumänien: Tătăruşanu; Raţ, Grigore, Chiricheş (K), Săpunaru; Pintilii, Hoban, Stanciu (72. Chipciu); Stancu, Andone (61. Alibec), Popa (82. Torje)
Bank
: Pantilimon, Lung, Măţel, Moţi, Keşerü, Găman, Filip, Sânmărtean, Prepeliţă
Trainer
: Anghel Iordănescu

Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn)