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Conference League Performance Insights: Das Erfolgsrezept von Crystal Palace

Die Technischen Beobachter der UEFA, Jan Peder Jalland und Rui Faria, beleuchten die Einzelheiten des Sieges von Crystal Palace im Finale der UEFA Conference League gegen Rayo Vallecano.

Crystal Palace' japanischer Mittelfeldspieler Daichi Kamada mit dem Pokal der Conference League
Crystal Palace' japanischer Mittelfeldspieler Daichi Kamada mit dem Pokal der Conference League AFP via Getty Images

"Er geht auf jedes Detail ein – vor jedem einzelnen Spiel analysiert er alles sehr gründlich. Er hat sich den Gegner unzählige Male angesehen und wusste, dass es ein hartes Spiel werden würde, aber wir hatten einen Matchplan und haben daran festgehalten."

Oliver Glasners Ansehen war noch nie so hoch wie nach dem Sieg von Crystal Palace im Finale der UEFA Conference League; die Art und Weise, wie sein Team diesen Sieg errang, brachte ihm die obige Lobeshymne seines Mittelfeldspielers Adam Wharton ein.

In diesem Artikel befassen sich die Technischen Beobachter der UEFA in Zusammenarbeit mit der UEFA-Abteilung für Spielanalysen eingehend mit den Faktoren, die es dem Klub aus England ermöglichten, seinen ersten europäischen Titel zu gewinnen.

Das Spiel im Ticker: Palace - Rayo 1:0

Ballbesitz, Raumaufteilung und Spiel im Mittelfeld

Wie Wharton als Spieler des Spiels bestätigen würde, lag es an den kleinen Details – angefangen bei der Strategie von Palace bei Ballbesitz über die Raumaufteilung bis hin zum Spiel der beiden zentralen Mittelfeldspieler.

In Leipzig bot die taktische Situation, die sich durch die defensive Spielweise von Rayo Vallecano ergab, Palace Raum auf der linken Seite, den sie auszunutzen versuchten, indem entweder der linke Innenverteidiger Chadi Riad mit dem Ball in diesen Bereich vorstieß oder Whartons Mittelfeldpartner Daichi Kamada sich nach außen zog, um den Ball zu bekommen.

Die Besetzung der linken Seite durch die Eagles war Teil von Glasners Matchplan, der auf koordinierte Bewegungen innerhalb der üblichen Aufstellung von Palace abzielte. "Ich habe mir genug Spiele von Palace angesehen, und normalerweise ziehen sich die Sechser nicht weit nach außen", bestätigte der Technische Beobachter der UEFA, Jan Peder Jalland. "Normalerweise sind sie nicht so flexibel. Sie haben diesen Raum freigespielt, um ihn dann zu nutzen."

Conference League Performance Insight: Palace nutzt den Raum

Das erste Video zeigt zwei Beispiele dafür, wie sie dem Pressing der vorderen Viererreihe von Rayo entgegengingen; die Ausschnitte verdeutlichen die konsequente Struktur, das Raumverständnis und die Positionssicherheit einer gut eingespielten Mannschaft. "Palace passte sich den von Rayo gebotenen Räumen an, blieb dabei aber weitgehend seiner Struktur treu", sagte der Technische Beobachter der UEFA, Rui Faria.

Was das Tor angeht: Sobald es Palace gelang, den Druck der vorderen Viererreihe zu durchbrechen, hatten die Eagles die Möglichkeit, aus der Tiefe heraus eine Chance zu kreieren. Nach einem Pass von Kamada ergriff Wharton die Initiative mit einem Vorstoß nach vorne, der von enormem Elan und Einsatz zeugte, und nutzte die Tatsache aus, dass die Verteidiger von Rayo mit den Stürmern von Palace beschäftigt waren. "Wharton hatte die Freiheit, den Ball nach vorne zu treiben und zu schießen", sagte Jalland.

"Adam und Daichi haben sehr, sehr gut gespielt, weil wir wussten, dass sie uns mit einem Mann weniger unter Druck setzen würden, um hinten einen Mann mehr zu haben, und dann hieß es: Wie schnell können wir die Seite wechseln?"

Crystal-Palace-Trainer Oliver Glasner

War das Zusammenspiel der beiden 6er der Schlüssel zum Erfolg von Palace, so konzentriert sich die nächste Videosequenz darauf, wie sie agierten, und beleuchtet dabei ihre Passvielfalt und ihr Spiel nach vorne. Oft folgte auf einen Querpass ein Pass nach vorne, der eine Abwehrreihe durchbrach und die Stürmer oder Außenverteidiger erreichte.

Conference League Performance Insight: Wharton und Kamada der Schlüssel

Besonders häufig waren die Pässe zwischen den beiden Mittelfeldspielern, gegen Rayo fanden sie sich insgesamt zwölf Mal. "Wenn man diese Verbindung zu guten Spielern herstellen kann, dann entstehen erstklassige Vorstöße und Durchbrüche", sagte Jalland. "Mit ihrem Spielverständnis und ihrem Umschalten waren sie das Gesamtpaket."

Darüber hinaus zeigt die Grafik die von beiden Spielern abgegebenen Pässe nach vorne: 22 bei Wharton (der mit 18 auch die meisten Pässe in den gegnerischen Strafraum spielte) und 13 bei Kamada.

Rayo hatte in der ersten Halbzeit nur zwei Torschüsse verbuchen können, und es wurde nicht einfacher, die beeindruckende Fünferkette des Premier-League-Teams zu durchbrechen, nachdem Jean-Philippe Mateta in der 51. Minute die Führung erzielt hatte. Die abschließende Statistik, dass sieben von Rayos zehn Torschüssen von außerhalb des Strafraums abgegeben wurden, bestätigte die Einschätzung von Stürmer Jorge De Frutos: "Palace ist eine Spitzenmannschaft. Sie haben kein Problem damit, mit einem tiefen Defensivblock zu spielen."

Der dritte Videobeitrag zeigt, wie effektiv die Abwehrreihe von Palace agierte, während das Sturm-Trio und die beiden zentralen Mittelfeldspieler das Zentrum dicht machten und gleichzeitig die Grundlage für den Umschaltangriff bildeten.

Conference League Performance Insight: Die Fünferkette von Palace hält Rayo Vallecano in Schach

Im ersten Clip ist besonders das Wechselspiel zwischen Daniel Muñoz und Tyrick Mitchell bemerkenswert: Während sich ein Außenverteidiger nach vorne schiebt, um Druck auszuüben, wenn sich der Ball auf seiner Seite befindet, zieht sich der andere Außenverteidiger zurück, um die Viererkette aufrechtzuerhalten.

Kein Durchkommen

Generell hatten die Spieler von Iñigo Pérez mit der Stärke und der körperlichen Präsenz von Palace zu kämpfen. "Uns fehlte die Durchschlagskraft, die Energie und der Spielfluss, den wir normalerweise an den Tag legen", räumte der Trainer von Rayo ein.

Der Technische Beobachter Jalland meinte: "Die körperliche Überlegenheit von Palace machte den entscheidenden Unterschied aus, sowohl mit als auch ohne Ball. Es gelang ihnen, in Führung zu gehen und ihre körperliche Überlegenheit auszunutzen. Die defensive Leistung von Palace war für den Sieg im Finale von entscheidender Bedeutung."

Trainingsschwerpunkt: Durch das Zentrum spielen

Das Zusammenspiel von Wharton und Kamada im Mittelfeld machte mehrere Aspekte deutlich, darunter die Bedeutung des Passens nach vorne, wie sie als zwei Sechser harmonierten und welche unterschiedlichen Anspielwinkel sie schufen. Für Trainer stellte sich zudem die Frage, wie man sich am besten auf ein taktisches Duell im Mittelfeld vorbereiten kann – genauer gesagt, wie man die Sechser so trainiert, dass sie die Zehner erreichen. Für Jan Peder Jalland lautet die Antwort auf diese Frage eine Trainingsübung zum "Durchspielen durch die Mitte" in einer 3+2-Formation, die Trainern aller Spielklassen zur Verfügung gestellt werden kann.

"Der erste Gedanke galt dem zielgerichteten Spielaufbau", erklärte Jalland. "Für viele junge Trainer ist es wichtig, dass wir zeigen, dass es um Zielstrebigkeit geht, um Absicht. Das ist hier der Schlüssel: Das Spielverständnis, das Vorausdenken, die Laufwege, die Abstände und auch, dass sich das Pressing verändert, sich Räume öffnen und die Frage: Wo ist der freie Mann?"

Jan Peder Jalland, Trainer der norwegischen U21-Nationalmannschaft, begann seine Trainerkarriere im Alter von 24 Jahren und war zehn Jahre lang bei Stabæk tätig, bevor er 2019 zum norwegischen Fußballverband wechselte. Nachdem er verschiedene Jugendnationalmannschaften trainiert hatte, übernahm er 2023 die Leitung der U21.

Rui Faria war als Assistent von José Mourinho tätig und gewann mit Porto den UEFA-Pokal und die UEFA Champions League, mit Chelsea und Real Madrid mehrere nationale Titel, mit Inter die Champions League 2009/10 und schließlich mit Manchester United die Europa League 2016/17.

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