Juventus und Real Madrid: Die Finalteilnahmen

Juventus hat zweimal die Königsklasse gewonnen, während dies Real unerreichte elfmal schaffte. UEFA.com schaut zurück auf die Finalteilnahmen beider Klubs.

Juventus feiert seinen Titelgewinn 1996
Juventus feiert seinen Titelgewinn 1996 ©Popperfoto/Getty Images

Während Real Madrid elf seiner 14 Finals in der Königsklasse gewann, hatte Juventus weit weniger Glück, denn zwei Triumphen stehen acht Finalpleiten gegenüber - das ist Negativrekord. Unter den Niederlagen war auch das Endspiel 1998 gegen Real. UEFA.com schaut zurück auf die Endspiele der beiden diesjährigen Finalisten.

Juventus

1983 final: Hamburg gewinnt gegen Juventus
1983 final: Hamburg gewinnt gegen Juventus

1972/73: AFC Ajax - Juventus 1:0
Juve verlor sein allererstes Endspiel gegen Ajax, das damals seinen dritten Sieg in Folge feierte. Den Unterschied zwischen beiden Mannschaften machte in Belgrad nur das Tor von Johnny Rep aus. Juventus musste 23 Jahre lang auf die Revanche warten.

1982/83: Hamburger SV - Juventus 1:0
Die zweite Endspielteilnahme der Italiener endete so wie die erste – ein Traumtor von Hamburgs Mittelfeldspieler Felix Magath sorgte für eine weitere, knappe Niederlage, dieses Mal in Athen.

Highlights von 1996: Juventus schlägt Ajax im Elfmeterschießen
Highlights von 1996: Juventus schlägt Ajax im Elfmeterschießen

1984/85: Juventus - Liverpool FC 1:0
"Ich erinnere mich sehr gut an diesen Abend, aber leider aus den ganz falschen Gründen", sagte Zbigniew Boniek über das Endspiel in Heysel. "Wenn die Leute ins Stadion gehen, um ein Europapokal-Endspiel zu sehen, ist es absolut unfassbar, dass sie dann nie wieder nach Hause zurückkehren." Insgesamt 39 Fans fanden durch Fanausschreitungen vor dem Spiel den Tod. Michel Platinis Strafstoß in der 56. Minute ließ Juventus erstmals den Titel gewinnen, doch es gab wenig zu feiern.

1995/96: Juventus - AFC Ajax 1:1 (n.V., Juventus siegt 4:2 im Elfmeterschießen)
Jari Litmanen glich in Rom die frühe Führung von Fabrizio Ravanelli aus, doch im Elfmeterschießen wurde Angelo Peruzzi, der gegen Edgar Davids und Sonny Silooy parierte, zum Matchwinner. Ravanelli sagte: "Ajax hatte damals eine große, große Mannschaft mit wunderbaren Spielern, aber wir waren perfekt vorbereitet, haben Kampfgeist, Herz und Bescheidenheit gezeigt, und dass man damit ein Spiel gewinnen kann."

Mijatović sorgt 1998 für Real-Sieg
Mijatović sorgt 1998 für Real-Sieg

1996/97: Borussia Dortmund - Juventus 3:1
Juve war gegen den BVB stark favorisiert und reiste als Titelverteidiger an, doch gegen eine Dortmunder Elf mit den ehemaligen Bianconeri-Akteuren Julio César, Jürgen Kohler, Paulo Sousa und Andreas Möller musste man sich am Ende geschlagen geben. Nach dem Doppelpack von Karl-Heinz Riedle in der ersten Halbzeit konnte Alessandro Del Piero zwar verkürzen, doch Lars Rickens Jahrhunderttor besorgte die Entscheidung.

1997/98: Juventus - Real Madrid CF 0:1
Juventus stand zum dritten Mal in Folge im Endspiel, unterlag aber erneut, da Predrag Mijatovićs Tor nach der Pause Madrid zum insgesamt siebten Triumph reichte.

2002/03: Juventus - AC Milan 0:0 (n.V., Milan siegt 3:2 im Elfmeterschießen)
Das bislang einzige rein italienische Endspiel jemals war eng umkämpft und ging im Old Trafford ins Elfmeterschießen. Clarence Seedorf und Kakha Kaladze vergaben für Milan, doch bei Juve verschossen mit David Trezeguet, Marcelo Zalayeta und Paolo Montero gleich drei Spieler, sodass am Ende die Rossoneri jubelten.

2014/15: Juventus - Barcelona 1:3
Juve stellte einen einzigartigen Rekord auf, denn noch nie hatte eine Mannschaft sechsmal ein Finale in der Königsklasse verloren. Bereits in der vierten Minute lagen die Italiener nach dem Treffer von Ivan Rakitić' zurück. Zwar konnte Álvaro Morata zu Beginn der zweiten Hälfte ausgleichen, doch Luis Suárez stellte den alten Abstand für Barça wieder her, ehe Neymar im Berliner Olympiastadion mit dem letzten Schuss der Partie für den Endstand sorgte.

Real Madrid

1955/56: Real Madrid CF - Stade de Reims 4:3 
Im ersten Europapokal-Finale der Vereinsgeschichte gelang den Königlichen nach 0:2-Rückstand noch ein 4:3-Erfolg über Stade de Reims im Parc des Princes. Den entscheidenden Treffer erzielte Héctor Rial elf Minuten vor dem Ende.

1956/57: Real Madrid CF - AC Fiorentina 2:0
Im seinem zweiten Endspiel hatte Madrid Heimvorteil und konnte diesen auch nutzen. Einfach machten es die Gäste aus Italien Real im Santiago Bernabéu nicht, doch dank der Treffer von Alfredo Di Stéfano (Elfmeter) und Paco Gento stand am Ende ein verdienter 2:0-Erfolg.

1957/58: Real Madrid CF - AC Milan 3:2 n.V.
Diesmal lag Madrid zweimal zurück, konnte die Partie im Heysel-Stadion aber noch drehen. Di Stéfano erzielte den erste Ausgleich, ehe Rial elf Minuten vor dem Ende das 2:2 schaffte. In der Verlängerung sorgte Gento mit seinem Treffer in der 107. Minute für die Entscheidung.

1958/59: Real Madrid CF - Stade de Reims 2:0
Wie schon im ersten Finale hatten die Königlichen auch in dieser Partie gegen die Franzosen die Nase vorne. Mit zwei Treffern jeweils zu Beginn der beiden Spielhälften sorgten die Königlichen frühzeitig für klare Verhältnisse im Neckarstadion zu Stuttgart. Die Treffer erzielten Enrique Mateos und Di Stéfano.

1959/60: Real Madrid CF - Eintracht Frankfurt 7:3
In Glasgow konnte Madrid sein fünftes Europapokal-Finale in Serie gewinnen. Ferenc Puskás erzielte als erster Spieler überhaupt in einem Finale einen Dreierpack und legte sogar noch einen vierten Treffer nach - auch Di Stéfano traf dreimal vor 127.000 Zuschauern im Hampden Park.

1961/62: SL Benfica - Real Madrid CF 5:3
Zum ersten Mal verlor Madrid ein Europapokal-Endspiel. Zwar war Puskás erneut dreimal erfolgreich, doch im Olyxmpiastadion von Amsterdam sollte es nicht für den Titel reichen. Benfica war nicht zuletzt dank der beiden Treffer von Eusébio diesmal eine Nummer zu groß für die Königlichen.

1963/64: FC Internazionale Milano - Real Madrid CF 3:1
Zwei Jahre später war das Finale ebenfalls kein Feiertag für Real. Die Italiener gingen im Wiener Praterstadion durch Treffer von Sandro Mazzola und Aurelio Milani mit 2:0 in Führung, bevor Felo für den Anschlusstreffer der Königlichen sorgte. Doch es war erneut Mazzola, der das Spiel zu Gunsten von Inter entschied.

1966: Gentos sechster Triumph
1966: Gentos sechster Triumph

1965/66: Real Madrid CF - FK Partizan 2:1
Partizan erreichte als erstes osteuropäisches Team das Finale, für den Sieg reichte es bei der Premiere aber nicht. In Brüssel gingen die Jugoslawen zwar durch Velibor Vasović in Führung, doch dank der Treffer von Amancio Amaro und Fernando Serena sicherte sich Madrid am Ende doch den Sieg.

1980/81: Liverpool FC - Real Madrid CF 1:0
Nach einer Durststrecke von 15 Jahren stand Madrid wieder in einem Finale und musste sich prompt geschlagen geben. Diesmal brachte der Parc des Princes Real kein Glück, denn die Engländer sicherten sich den Sieg dank des Treffers von Alan Kennedy.

1997/98: Real Madrid CF - Juventus 1:0
Diesmal waren es sogar über 15 Jahre Wartezeit, doch das Hoffen sollte sich lohnen. Zum ersten Mal stand Madrid im Finale der UEFA Champions League, und dank des Treffers von Predrag Mijatović holte sich Real seine siebte kontinentale Krone - 'La Séptima'.

1999/2000: Real Madrid CF - Valencia CF 3:0
Nur zwei Jahre später war der nächste Erfolg unter Dach und Fach. Das Finale im Stade de France ging dank der Treffer von Fernando Morientes, Steve McManaman und Raúl González klar und deutlich an überlegene Madrilenen.

2001/02: Real Madrid CF - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Wieder waren es nur zwei Jahre und es war erneut der Hampden Park. Gegen das Überraschungsteam aus Leverkusen erzielte Raúl den ersten Treffer der Partie und traf damit als erster Spieler überhaupt in zwei Endspielen der UEFA Champions League. Im Anschluss sorgte Lúcio für den Ausgleich, doch Zinédine Zidane erzielte den Siegtreffer mit seinem legendären Volleytreffer.

Highlights: So holte Real La Décima
Highlights: So holte Real La Décima

2013/14: Real Madrid - Atlético Madrid 4:1 n.V.
Im ersten Finale um die Königskrone, an dem zwei Teams aus dem selben Land teilnahmen, schien es lange so, als könnte der frischgebackene spanische Meister Atlético erstmals den Henkeltopf gewonnen, weil Diego Godín seine Mannen in der ersten Hälfte in Front gebracht hatte. Doch Sekunden vor dem Schlusspfiff glich Sergio Ramos per Kopf aus. Das Team von Carlo Ancelotti legte in der Verlängerung einen Zahn zu und holte nach Treffern von Gareth Bale, Marcelo und Cristiano Ronaldo "La Décima", den zehnten Titel; Ronaldos Elfmetertor in der letzten Minute war sein 17. Treffer in diesem Wettbewerb - damit stellte er den alten Rekord ein.

Finale 2016: So sicherte sich Real in Mailand den Titel
Finale 2016: So sicherte sich Real in Mailand den Titel

2015/16: Real Madrid - Atlético Madridd 1:1 (n.V.; Real Madrid gewinnt 5:3 im Elfmeterschießen)
Zidane, der bis dahin Ancelotti Assistent gewesen war und nun dessen Posten übernommen hatte, führte Real Madrid zum nächsten Triumph. In Mailand wurde Ramos der fünfte Spieler, der in zwei Finals der UEFA Champions League traf. Nachdem Atléticos Antoine Griezmann einen Elfmeter an die Latte geschossen hatte, sorgte Yannick Carrasco mit dem Ausgleich für die Verlängerung und schließlich für das Elfmeterschießen. Der ehemalige Real-Spieler Juanfran traf mit dem vierten Versuch von Atlético den Pfosten, sodass Ronaldo den entscheidenden Elfmeter verwandeln könnte. Es war der 11. Titel.