Schnappschuss: Mourinhos Porto gewinnt Champions League

Da José Mourinho nun mit Chelsea nach Porto zurückkehrt, schauen wir, was die Helden des portgugiesischen Klubs, der 2004 die Königsklasse mit dem Coach gewann, heute tun.

Porto mit dem Pokal
Porto mit dem Pokal ©Getty Images

Als Außenseiter überraschte José Mourinho mit Porto 2003 die Fußballwelt und gewann nach dem Sieg im UEFA-Pokal 2003 ein Jahr später auch die UEFA Champions League. Auf dem Weg ins Finale hatten sie Manchester United, Lyon und Deportivo La Coruña rausgeworfen, ehe es in Gelsenkirchen einen deutlichen 3:0-Erfolg gegen Monaco gab. Am Dienstag kehrt "The Special One" mit Chelsea nach Porto zurück, während wir uns fragen, was die wichtigsten Helden von damals heute machen.

Geschichte der UEFA Champions League

1. André Villas-Boas
Villas-Boas folgte seinem Mentor Mourinho von Porto zu Chelsea und Internazionale, ehe er im Oktober 2009 seine erste Cheftrainerrolle bei Académica übernahm. 2011 ging er zu den Drachen und führte diese ungeschlagen zur Meisterschaft, zum portugiesischen Pokalsieg und zum Gewinn der UEFA Europa League. Nach Engagements bei Chelsea und Tottenham ist er nun bei Zenit, doch wahrscheinlich wird er bald in seine Heimat zurückkehren, nachdem er angekündigt hat, Ende der Saison sein Engagement in Russland zu beenden.

2. Pedro Mendes
Er erlebte nur eine einzige Saison im Estádio do Dragão, holte 2004 die Meisterschaft und die UEFA Champions League. Nach zwei Jahren bei Tottenham Hotspur wechselte der Mittelfeldspieler nach Portsmouth und gewann dort 2008 den FA Cup. Dann schloss er sich den Rangers an, gewann mit ihnen zweimal die schottische Premier League und den FA Cup. Er ging 2010 zurück in seine Heimatliga zu Sporting CP, ehe er nach der Saison 2011/12 seine Karriere bei Guimarães beendete. Der 36-Jährige steht seitdem nicht mehr im Rampenlicht.

3. Deco
Er war Portos größter Star unter Mourinho, denn der Spielmacher versprühte Flair, schoss Tore und bereitete welche vor. Und im Finale 2004 war er für den zweiten Treffer zuständig – es war sein letzter Einsatz für die Drachen. Er ging nach Barcelona, wo er zweimal Meister wurde, zweimal den spanischen Superpokal gewann und 2006 abermals die UEFA Champions Leagu. 2008 verließ er Spanien und wechselte zu Chelsea, wo er Meister der Premier League wurde und zweimal das Finale im FA Cup gewann, um 2010 nach Brasilien zurückzukehren, nach Fluminense. Ehe er zurücktrat, holte er dort zweimal die brasilianische Meisterschaft. Nun ist er Fußballagent und Scout.

4. Silvino Louro
Zweimal hatte er das Finale der Königsklasse verloren, 1988 und 1990 mit Benfica. Seit 2004 ist der ehemalige portugiesische Nationalspieler Torwarttrainer unter Mourinho, wobei er ihm zu Chelsea, Internazionale, Real Madrid und nun wieder zu Chelsea folgte.

5. Jorge Costa
Sein Spitzname lautet Bicho – Tier – wegen seiner geradlinigen Vorgehensweise, denn der Innenverteidiger bildete eine resolute, defensive Partnerschaft mit Ricardo Carvalho, nachdem er von Mourinho als Kapitän installiert worden war. Mit Porto gewann er achtmal die portugiesische Liga und fünfmal den portugiesischen Pokal, außerdem den UEFA-Pokal und die UEFA Champions League. Später trainierte er Braga, Cluj, AEL Limasol und Paços Ferreira. Momentan ist er für Gabun verantwortlich.

6. Pedro Emanuel
Mourinho sah den Spieler als seinen Vertreter auf dem Platz an, sagte 2003 über ihn: "Pedro Emanuel ist bereits ein Trainer." Der in Angola geborene Verteidiger war später Assistent von Villas-Boas während Portos bemerkenswerter Saison 2010/11, ehe er mit Académica 2012 portugiesischer Pokalsieger wurde. Er trainierte Arouca, verließ dann sein Heimatland, um Apollon Limassol zu übernehmen.

7. Vítor Baía
Als Profi gewann er in 18 Jahren 31 Titel, doch unter Mourinho holte er die größte Trophäe – zwölf Monate, nachdem im Finale um den UEFA-Pokal Celtic geschlagen worden war. Nun war er endgültig zur Porto-Legende geworden. Er bestritt während seiner zwei Engagements bei Porto insgesamt 406 Erstligaspiele, holte zehnmal die Meisterschaft, fünfmal den Pokal und achtmal den Superpokal. 2007 hörte er mit seiner aktiven Karriere auf und betätigt sich derzeit als TV-Experte.

8. Paulo Ferreira
Er war einer der Lieblinge von Mourinho, In der erfolgreichen Saison in der UEFA Champions League stand er in jeder einzelnen Minute auf dem Platz. Er folgte seinem Trainer zu Chelsea, wo er dreimal die Meisterschaft in der Premier League gewann, 2012 abermals die UEFA Champions League holte und ein Jahr später in der UEFA Europa League erfolgreich war. Bei Chelsea ist er derzeit Direktor für institutionelle Beziehungen.

9. Derlei
Der brasilianische Stürmer, der im Zentrum aber auch auf den Flügeln operieren konnte, erlebte seine besten Jahre bei Porto. Die Dragão transferierten ihn 2005 nach Russland, zu Dinamo Moskva, aber auch bei Benfica (Leihe), Sporting CP und Vitória zeigte er sein Talent, ehe er 2010 in seiner Heimat seine Karriere beendete.

10. Nuno Espírito Santo
Vor der Saison 2002/03 kam er von Deportivo nach Porto, war aber nicht in der Lage, Vítor Baía als Torhüter Nummer 1 zu ersetzen. Dennoch blieb er zwei Jahre in Porto, ehe er 2010 zurücktrat. 2012 wurde er Trainer von Rio Ave, wo er 2014 im portugiesischen Pokalfinale 2014 gegen Benfica verlor. Er wurde zum Coach von Valencia berufen, und schon in seiner zweiten Saison im Mestalla führte er die Mannschaft in die Gruppenphase der UEFA Champions League.

Außer der Wertung: José Mourinho
"The Special One" hatte Porto zum Gewinner der Königsklasse gemacht, um anschließend in seiner ersten Saison in England Chelsea zum ersten Mal nach 50 Jahren zur Meisterschaft zu führen. Anschließend schrieb er Geschichte, als er Inter zum ersten italienischen Team machte, das das Triple gewinnen konnte. Im Alter von 52 Jahren ist er bereits einer der erfolgreichsten Trainer aller Zeiten.

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