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Tessa Wullaert: Unterstützung, damit Mädchen in Belgien im Breitenfußball ihren Platz finden

Entwicklung Die UEFA Frauenfußball

Die belgische Kapitänin weiß, was es braucht, um an die Spitze zu gelangen. Diese Erfahrung nutzt sie nun, um die nächste Generation an den Breitenfußball heranzuführen.

Dank Tessa Wullaerts GRLPWR-Initiative können mehr Mädchen Fußball spielen.
Dank Tessa Wullaerts GRLPWR-Initiative können mehr Mädchen Fußball spielen. GRLPWR

Als belgische Rekordtorschützin, erste Person überhaupt mit 100 Länderspieltoren für Belgien sowie erste für den Ballon d’Or féminin nominierte Belgierin hat Tessa Wullaert ihren Platz in den Annalen des europäischen Fußballs längst sicher.

Neben ihrer eigenen Karriere konzentriert sich die Spielerin des von Como 1907 zunehmend auf die Anfänge der nächsten Generation, sprich den Breitenfußball.

Im Rahmen von GRLPWR, ihrer 2021 ins Leben gerufenen Initiative, nutzt Wullaert ihre Erfahrung und Bekanntheit, um Mädchen in Belgien mehr Möglichkeiten zu geben, Fußball zu spielen, sich weiterzuentwickeln und vor allem Spaß am Spiel zu haben.

Erste Spielerinnen sind bereits in ihre Fußstapfen getreten und agieren auf höchstem Niveau – eine ehemalige Teilnehmerin spielt diese Saison sogar in der UEFA Women’s Champions League.

Zuerst bestand GRLPWR aus Trainingseinheiten, doch mittlerweile umfasst das Programm auch Fußballcamps, Vereinsbesuche und den Tessa Wullaert Cup.
Zuerst bestand GRLPWR aus Trainingseinheiten, doch mittlerweile umfasst das Programm auch Fußballcamps, Vereinsbesuche und den Tessa Wullaert Cup.GRLPWR

Girl Power in die Praxis umsetzen

„Girl Power“ war Wullaerts erstes Tattoo, das sie sich stechen ließ, nachdem sie bei Wolfsburg unterschrieb und so ihre Auslandskarriere lancierte – anschließend diente der Slogan als Inspiration für ihre Initiative. Als sie Jahre später für Anderlecht spielte und nur abends trainierte, begann sie darüber nachzudenken, was sie neben ihrer Spielerkarriere aufbauen könnte.

„Zu Hause zu sitzen und nichts zu tun, ist nicht mein Ding“, so Wullaert. „Ich fing an, darüber nachzudenken, was mir Spaß macht, wie ich meine Zeit verbringen will und was ich bereits für meine Zukunft nach dem aktiven Fußball aufbauen könnte.“

GRLPWR war das Ergebnis. Was mit Trainingseinheiten begann, umfasst mittlerweile auch Fußballcamps, Vereinsbesuche und den Tessa Wullaert Cup. An der ersten Ausgabe dieses Wettbewerbs 2023 nahmen 32 Teams der Altersklassen U13 bis U16 teil.

„Die GRLPWR-Camps erinnern mich daran, warum ich selbst angefangen habe, Fußball zu spielen. Es geht darum, Spaß zu haben und zu lernen.“

Tessa Wullaert

Laut Wullaert ist die Schaffung von Spielmöglichkeiten speziell für Mädchen wichtig, denn es gibt nach wie vor Hürden im Breitenfußball. „Mädchen sollten sich nicht einsam oder ausgeschlossen fühlen“, sagt die belgische Rekordtorschützin. „Sie brauchen die richtige Unterstützung, eine Plattform, auf der sie sich weiterentwickeln können, und genügend Orte, an denen sie spielen können.“

Die GRLPWR-Camps bieten ein Umfeld, in dem Mädchen aus ganz Belgien zusammenkommen können. Je nach Ausgabe nehmen rund 40 bis 60 Mädchen an den Camps teil, die zwei tägliche Fußballeinheiten mit anderen Aktivitäten kombinieren.

Die Mädchen kommen, um sich fußballerisch zu verbessern, aber Wullaert möchte, dass sie nicht nur ihre neu erlangten Fähigkeiten mit nach Hause nehmen. „Die GRLPWR-Camps erinnern mich daran, warum ich selbst angefangen habe, Fußball zu spielen. Es geht darum, Spaß zu haben und zu lernen.“

Bei GRLPWR-Camps kommen 40 bis 60 Mädchen für Fußballtrainings und andere Aktivitäten zusammen.
Bei GRLPWR-Camps kommen 40 bis 60 Mädchen für Fußballtrainings und andere Aktivitäten zusammen.GRLPWR

Wenn aus Vorbildern Teamkolleginnen werden

Bei einem GRLPWR-Camp in Durbuy konnte eine gewisse Anouk Van Praet von einem ihrer Vorbilder lernen. Später nahm sie auch am Tessa Wullaert Cup teil, den sie zusammen mit einem Team aus Freundinnen verschiedener Klubs gewann. Heute spielt Van Praet für OH Löwen in der höchsten belgischen Liga und in der UEFA Women’s Champions League.

„Meine Mutter hat mich für das Camp angemeldet, weil ich ein großer Fan der Roten Flammen war“, erklärt die 18-Jährige. „Ich schaute ihnen gerne zu und war begeistert, sie auch treffen zu können.“

Laut Van Praet bieten Initiativen wie GRLPWR jungen Spielerinnen etwas, das über reines Fußballtraining hinausgeht. „Sie bieten den Mädchen nicht nur Möglichkeiten, sich spielerisch weiterzuentwickeln, sondern geben ihnen auch Selbstvertrauen, Motivation und das Gefühl, dass ihre Ziele erreichbar sind. Das macht einen riesigen Unterschied, sowohl auf als auch neben dem Platz.“

Anouk Van Praet von OH Löwen ist eine ehemalige GRLPWR-Teilnehmerin.
Anouk Van Praet von OH Löwen ist eine ehemalige GRLPWR-Teilnehmerin.Lukas Schulze/Getty Images

Die Spielerinnen, denen sie einst nacheiferte, sind mittlerweile zu Teamkolleginnen und Gegnerinnen geworden. „Damals hätte ich nie zu träumen gewagt, dass ich heute mit einigen dieser Spielerinnen auf demselben Platz stehen würde – entweder an ihrer Seite oder als Gegnerin.“

Wullaert erinnert sich daran, Van Praet in ihren Camps gesehen zu haben. Umso mehr freut sie sich, wenn ehemalige Schützlinge danach Erfolg haben.

„Meine Mutter hat mich für das GRLPWR-Camp angemeldet, weil ich großer Fan der Roten Flammen war. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass ich heute mit einigen dieser Spielerinnen auf demselben Platz stehen würde.“

Anouk Van Praet, OH Löwen

„Bei Mädchen solche Fortschritte zu sehen, ist etwas ganz Besonderes. Man merkt, dass man einen kleinen Anteil an ihrer Entwicklung gehabt hat.“ Wullaert möchte, dass GRLPWR weiter wächst und noch mehr Mädchen erreicht – letztlich soll das Programm über Belgien hinaus ausgeweitet werden. „GRLPWR ist nicht nur für Mädchen in Belgien“, so Wullaert. „Es ist ein Konzept, das alle verstehen und hinter dem alle stehen können.“

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