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Klublizenzierung in Europa: Verbesserung der Standards

Die UEFA Klublizenzierung Klubs

Im Rahmen des zweiten Austauschprogramms wurde die zentrale Rolle der Klublizenzierung bei der Anhebung von Standards und dem Management von Vereinen in ganz Europa hervorgehoben.

Teilnehmende am zweiten Austauschprogramm im Bereich Klublizenzierung in Nyon.
Teilnehmende am zweiten Austauschprogramm im Bereich Klublizenzierung in Nyon. Kristian Skeie/UEFA

Die Klublizenzierung findet zwar hinter den Kulissen und abseits des Rasens statt, dennoch sind ihre Auswirkungen in fast allen Bereichen des Fußballs zu sehen. Dies wurde den am UEFA-Sitz versammelten Teilnehmenden deutlich, die zum Abschluss der zweiten Ausgabe des Austauschprogramms im Bereich Klublizenzierung zusammengekommen waren.

Arturs Salnikovs, Lizenzierungsmanager beim Lettischen Fußballverband, brachte es auf den Punkt: „Ich denke, die Klublizenzierung ist eines der besten Instrumente, um die Strukturen in einem Verein zu verbessern.“

Das Klublizenzierungsverfahren der UEFA umfasst eine Reihe von Anforderungen, die Vereine erfüllen müssen, um an UEFA-Wettbewerben teilnehmen zu können. Es werden Standards in verschiedenen Bereichen festgelegt – von der Nachwuchsförderung über Finanzmanagement bis hin zu Infrastruktur, Administration und ökologischer Nachhaltigkeit.

Das Verfahren ist zu einem wichtigen Bestandteil der Entwicklungsstrategien der Vereine in ganz Europa geworden, da die Nationalverbände oder nationalen Ligen für die Anwendung und Überwachung der Klublizenzierung in ihren Ländern zuständig sind. Zudem sollen entlang der gesamten Fußballpyramide ähnliche Standards gefördert werden, damit die Verbände und Ligen entsprechende Anforderungen für ihre nationalen Wettbewerbe stellen können.

UEFA-Klublizenzierung

Ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung des Frauenfußballs

Der Frauenfußball ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Klublizenzierung den Fußball voranbringen kann. Seit der Einführung der Klublizenzierungsanforderungen im Frauenfußball 2018 bietet das System einen Rahmen für die Professionalisierung und trägt dabei den verschiedenen Entwicklungsstadien des Frauenfußballs Rechnung.

„Das Lizenzierungsverfahren hat im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung und anhaltende Professionalisierung des Frauenfußballs eine entscheidende Rolle gespielt“, sagte Jens Futterknecht, Leiter Klublizenzierung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Ein an den Kontext des Frauenfußballs angepasstes System hat sich als besonders wertvoll erwiesen. „Die Lizenzanforderungen wurden schrittweise erhöht, sodass sich die Vereine allmählich weiterentwickeln können“, so Futterknecht. „Dieser Ansatz hat dazu beigetragen, nachhaltige Standards zu etablieren und den Klubs genügend Zeit zu geben, um sich auf die steigenden Erwartungen einzustellen.“

„Das Lizenzierungsverfahren hat im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs eine entscheidende Rolle gespielt.“

Jens Futterknecht, Leiter Klublizenzierung beim DFB

Im Rahmen des Austauschprogramms arbeiteten Futterknecht und seine Kolleg/-innen mit Mitgliedern der englischen Women’s Super League (WSL) zusammen. Die WSL wird nicht vom Nationalverband betrieben, sondern von einer unabhängigen Instanz organisiert, die für die Klublizenzierung zuständig ist. Der DFB hat für die Frauen-Bundesliga – die höchste Spielklasse des deutschen Frauenfußballs – ein ähnliches Konzept aufgestellt, das demnächst umgesetzt werden soll.

Die WSL gehört zu den professionellsten nationalen Meisterschaften in Europa, doch auch hier bietet die Lizenzierung wichtige Maßstäbe.

„In einer Liga wie der unseren sind viele nationalen Kriterien bereits ähnlich, doch es gibt einige Dinge, die das UEFA-Klublizenzierungsverfahren zum Goldstandard machen, darunter die medizinischen Anforderungen im Nachwuchsbereich“, sagte Tom Beresford, Leiter der Abteilung Standards und Reglemente bei der WSL.

Die Strukturen der Klublizenzierung im Frauenfußball sind in England und Deutschland weitgehend ähnlich.
Die Strukturen der Klublizenzierung im Frauenfußball sind in England und Deutschland weitgehend ähnlich.Jasmin Walter/UEFA

Ähnlicher Kontext, gemeinsame Lösungen

Im Rahmen des Austauschprogramms arbeiten Verbände und Lizenzierungsgremien mit ähnlichen Bedürfnissen, Prioritäten oder Entwicklungsbereichen zusammen und bekommen die Möglichkeit, online oder in Präsenz sowie durch Gruppen-Workshops über die gesamte Saison hinweg neue Erkenntnisse zu gewinnen, die anschließend in konkrete Ergebnisse umgemünzt werden können.

So haben beispielsweise Mitarbeitende des Armenischen Fußballverbands (HFF) im Anschluss an einen Besuch in Lettland eine unmittelbare Änderung vollzogen.

„Unsere lettischen Kolleginnen und Kollegen haben sich über ein Forum mit Lizenzierungsfachleuten ausgetauscht, während wir per E-Mail kommuniziert haben“, sagte Naira Abramjan, Leiterin Klublizenzierung bei der HFF. „Das haben wir jetzt schon in unserem Verfahren geändert. So fand der Erfahrungsaustausch nicht nur in der Theorie statt, sondern wir konnten die Erkenntnisse direkt in unsere tägliche Praxis integrieren.“

„Durch die offene und direkte Kommunikation wurden großartige Möglichkeiten geschaffen, voneinander zu lernen.“

Naira Abramjan, Leiterin Klublizenzierung beim Armenischen Fußballverband

Die gewonnenen Erkenntnisse kamen beiden Verbänden zugute. Die Praxis des armenischen Verbands, bereits vor Beginn des Lizenzierungsverfahrens formelle Verträge mit seinen Klubs abzuschließen, bot dem lettischen Verband eine interessante Vorlage.

Als besonders wertvoll erwies sich die Möglichkeit, eng mit ähnlich großen Verbänden zusammenzuarbeiten. „Durch die offene und direkte Kommunikation wurden großartige Möglichkeiten geschaffen, voneinander zu lernen. Dabei waren die Besuche vor Ort von größter Bedeutung, da wir uns vor Ort selbst ein Bild von allem machen konnten“, so Abramjan.

„Zudem konnten wir Freundschaften knüpfen und unsere Verbundenheit stärken“, fügte sie hinzu. „Wir sagen immer, dass der Fußball alle zusammenbringt. Genau das konnten wir in der Praxis erleben.“