Werdegänge bei der UEFA: Barbara Albertoni – 31 Jahre bei der UEFA
Montag, 13. April 2026
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Als Barbara zur UEFA stieß, bestand das HR-Team aus lediglich zwei Personen, heute unterstützt dieses eine Belegschaft von mehr als 800 Mitarbeitenden. In dieser Zeit zeigte sich Barbara Albertoni stets engagiert, empathisch und zuverlässig.
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Bei der UEFA schlagen viele Kolleginnen und Kollegen lange Karrieren ein, was das starke Zugehörigkeitsgefühl in dieser Organisation widerspiegelt. So erweisen sich einige Menschen als tragende Säulen, da sie den Verband in- und auswendig kennen. Dazu gehört auch Barbara Albertoni, die in diesem Jahr auf 31 Dienstjahre bei der UEFA zurückblicken kann. Sie hat die Entwicklung der UEFA aus erster Hand miterlebt, angefangen bei einem Team von nur 40 Personen bis hin zu einer Belegschaft von heute mehr als 800 Mitarbeitenden. Seit mehr als drei Jahrzehnten stellt Barbara innerhalb der Personalabteilung, die in dieser Zeit von zwei auf 20 Personen angewachsen ist, ihre Professionalität, Hingabe und Einfühlsamkeit unter Beweis. Im Interview spricht sie über ihre Aufgaben sowie die Projekte, die ihren beruflichen Werdegang geprägt haben, ebenso wie die zahlreichen Veränderungen, die sie innerhalb der Organisation miterlebt hat, und die Dinge, die sie ihrem jüngeren Ich mitgeben würde.
Barbara, wie haben sich deine Aufgaben im Laufe der Jahre verändert?
Als ich zum HR-Team stieß, waren wir nur zu zweit. Angefangen habe ich als persönliche Assistentin des Direktors der UEFA-Administration. Ich kümmerte mich um die Erstellung von Mitarbeiterakten, die Aktualisierung von Stellenbeschreibungen und das Personalreglement. Zu dieser Zeit hatte die UEFA nur 40 Mitarbeitende. Mit dem Wachstum der Organisation veränderten sich auch meine Aufgaben. Ich wurde HR-Spezialistin und der Fokus meiner Arbeit lag auf der Rekrutierung, wobei ich die UEFA bei ihrer Erweiterung auf rund 280 Mitarbeitende unterstützt habe. Es war ein fantastisches Abenteuer, bei dem ich die Funktionsweise und Bedürfnisse jeder Abteilung besser verstehen und dazu beitragen konnte, gut zusammenarbeitende Teams zu bilden.
„Ich wurde HR-Spezialistin und der Fokus meiner Arbeit lag auf der Rekrutierung, wobei ich die UEFA bei ihrer Erweiterung von 40 auf rund 280 Mitarbeitende unterstützt habe.“
Im Laufe der Zeit übernahm ich weitere Aufgaben, von der Organisation von Schulungen und Konferenzen bis hin zur Koordination sozialer Events und Initiativen zum Wohlbefinden. Ich war schon immer davon überzeugt, dass jede und jeder hier dazu beiträgt, dass die UEFA ein einzigartiger Arbeitsplatz ist. In meiner Rolle wollte ich Menschen dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. So habe ich mich hin zu meiner jetzigen Coaching-Rolle entwickelt, die mir wirklich Spaß macht. Heute ist das HR-Team deutlich größer, somit habe ich eine leitende Funktion in der Personalentwicklung übernommen. Mein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Kompetenzen, Wissen und Fähigkeiten, um Mitarbeitende dabei zu unterstützen, sich innerhalb der Organisation unterstützt zu fühlen und berufliche Neuorientierungen, neue Aufgaben oder komplexe Lebenssituationen zu bewältigen.
Welche Veränderungen hast du im Laufe deiner Zeit bei der UEFA miterlebt?
Als unsere Organisation rund 300 Mitarbeitende zählte, fühlte es sich wirklich an wie eine Familie. Wir sind uns nicht nur in den Fluren begegnet, sondern wir kannten uns auch persönlich, unsere Stärken, Schwächen, aber auch Aspekte unseres Privatlebens. Diese Nähe erleichterte es, Kontakte zu knüpfen, sich innerhalb der Organisation zurechtzufinden und positiven Einfluss zu nehmen. Heute, bei einem viel größeren Personalstand, kann es mitunter schwieriger sein zu verstehen, wie alle am besten unterstützt werden können und welche Schulungen, Ideen oder Programme die Mitarbeitenden motivieren und ihnen dabei helfen, die Kompetenzen zu entwickeln, die sie für ihre künftigen Rollen und Projekte benötigen.
„Professionalität, Expertise und das Engagement innerhalb der gesamten UEFA sind bemerkenswert.“
Dennoch liegt in unserem Wachstum etwas Schönes. Professionalität, Expertise und das Engagement innerhalb der gesamten UEFA sind bemerkenswert. Es gibt unglaublich talentierte Menschen, die hier arbeiten. Es ist wunderbar, jeden zu kennen, aber genauso schön kann es sein, nur einige Menschen wirklich gut zu kennen, Qualität statt Quantität. Mit heute mehr als 800 Mitarbeitenden profitieren wir von einer großen Vielfalt an Persönlichkeiten und Kulturen. Was mich am meisten begeistert, ist die Tatsache, dass wir trotz unserer Unterschiede alle stolz sind, hier zu sein, im Fußball tätig zu sein und auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten.
Was war bisher der herausragende Moment oder der Höhepunkt deiner Karriere?
Ein Moment, der mir in Erinnerung geblieben ist, war die Pensionierung von Gerhard Aigner, dem ehemaligen UEFA-Generalsekretär, im Jahr 2003. Er hielt eine leidenschaftliche Rede und blickte auf sein Wirken im Fußball und seine Rolle bei der Schaffung der Champions League zurück. Er erinnerte uns an die Bedeutung unserer Menschlichkeit, von Familie, er sprach über seine Vaterrolle und das Leben jenseits der Arbeit. Es war ein authentischer und durchaus bewegender Moment, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Wenn ich auf die Projekte zurückblicke, an denen ich beteiligt war, bin ich stolz auf die kleinen und großen Initiativen, die wir im Personalbereich entwickelt haben, um ein aktives und gesundes Arbeitsumfeld zu fördern. Ob es darum geht, Mitarbeitenden einen Raum zu bieten, um ihre berufliche Entwicklung zu diskutieren, sie in schwierigen beruflichen oder privaten Momenten zu unterstützen oder einfach nur sinnvolle Gespräche zu führen – ich habe gesehen, wie Menschen etwas zögerlich ankommen, sich aber allmählich öffnen und sich schließlich sicher fühlen und ausdrücken können. Sie auf diesem Weg zu begleiten, schätze ich außerordentlich.
Das jährlich organisierte Weiterbildungsforum ist eines der Projekte, die mir besonders am Herzen liegen. Es ermöglicht uns, zukünftige Führungskräfte zu unterstützen, indem wir uns die Zeit nehmen, ihre Geschichten, ihr Potenzial und ihre Herausforderungen zu verstehen und ihnen dabei helfen, sowohl als Menschen als auch als Führungskräfte zu wachsen.
Ich bin auch stolz auf die finanzielle Unterstützung, die wir Eltern mit unseren Beiträgen zur Kinderbetreuung gegeben haben, sowie auf die vielen Initiativen, die einmal als einfache Ideen begonnen haben. Wir möchten sportliche Aktivitäten fördern und so gibt es mittlerweile regelmäßige Gesundheitsprogramme und -initiativen, mit denen wir die Teilnahme am Sport finanziell unterstützen. Es ist unglaublich bereichernd zu sehen, dass die Kolleginnen und Kollegen diese Initiativen wirklich zu schätzen wissen.
Was ist deine wichtigste Erkenntnis im Laufe der letzten 30 Jahre?
Ich habe gelernt, dass Intuition unglaublich wichtig ist. Früher habe ich mich nicht immer getraut, meine Meinung zu äußern, aber im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass der Austausch dem Team dabei hilft, innezuhalten, sich weiterzuentwickeln und bessere Entscheidungen zu treffen.
Ich bin auch zu der Überzeugung gelangt, dass schwierige Diskussionen notwendig sind. Es gibt viele Möglichkeiten, Dinge auszudrücken, und solange wir respektvoll und einfühlsam bleiben, können wir gemeinsam Lösungen finden. Von diesem Grundsatz habe ich mich stets leiten lassen.
„Es gibt viele Möglichkeiten, Dinge auszudrücken, und solange wir respektvoll und einfühlsam bleiben, können wir gemeinsam Lösungen finden.“
Wie bleibt man nach 30 Jahren motiviert und inspiriert?
Die Arbeit mit Menschen motiviert mich. Ich lerne ständig dazu – verstehe Verhaltensweisen, Stärken und Schwächen – und dieses ständige Lernen inspiriert mich auch weiterhin.
Ich habe auch das Glück, mit herzlichen und hilfsbereiten Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten, deren positive Einstellung mich antreibt. Ich bewege mich grundsätzliche gerne in einem solchen Umfeld. Ich weiß, dass ich ein positiver Mensch bin, und diese Einstellung hilft mir, mit Energie und Engagement bei der Sache zu bleiben.
Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, um mit dir selbst zu Anfang deiner Karriere zu sprechen, welchen Rat würdest du dir geben?
Ich würde meinem jüngeren Ich wohl raten, ehrgeiziger zu sein. Wenn ich heute die jüngeren Generationen sehe, beeindruckt mich, dass sie sich hohe Ziele stecken und diese konsequent verfolgen. Aber wenn ich mein Leben wieder leben müsste, würde ich wahrscheinlich alles genauso machen – so bin ich halt (herzliches Lachen). Meinen Kindern sage ich immer: Seid ehrgeizig, geht strategisch und selbstbewusst vor!