Stärkung des Frauenklubfußballs in der Schweiz
Dienstag, 24. März 2026
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Der Schweizerische Fußballverband nutzt die durch die UEFA Women’s EURO 2025 entstandene Dynamik und fördert den Frauenfußball im ganzen Land durch ein Lizenzierungssystem, das den Vereinen Mindeststandards auferlegt.
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Seit der Frauen-EM-Endrunde im vergangenen Sommer boomt der Frauenfußball in der Schweiz. Der Schweizerische Fußballverband (SFV) möchte diesen Schwung mitnehmen und die Standards im gesamten nationalen Ligabetrieb anheben, damit sich die Vereine nachhaltig entwickeln können.
Die Reformen sind Teil des Legacy-Projekts „Here to Stay“, das der SFV in Zusammenarbeit mit der UEFA im Juni 2024 auf den Weg gebracht hat.
Mit dem Projekt soll die durch die rekordträchtige UEFA Women’s EURO 2025 entstandene Dynamik genutzt werden, um die Teilnehmerzahlen zu erhöhen, Standards zu verbessern und auch abseits des Spielfelds Fortschritte zu erzielen.
Klare Standards für die Lizenzierung
Die Swiss Football League, die derzeit die beiden höchsten Spielklassen im Männerfußball des Landes organisiert, wird für das Lizenzierungsverfahren der Women’s Super League verantwortlich sein.
Ab der Saison 2026/27 werden die Vereine der Women’s Super League in das bewährte System integriert und müssen Mindeststandards in Bereichen wie Organisation, Infrastruktur und Nachhaltigkeit erfüllen, um eine Lizenz zu erhalten.
Durch dieses Lizenzierungsverfahren, das sich an jenes der UEFA-Klubwettbewerbe anlehnt, sollen die Standards in allen WSL-Vereinen angehoben und die Professionalisierung der gesamten Liga weiter vorangetrieben werden.
Vorrangiger Zugang zu Spielfeldern
Der SFV hat gemeinsam mit der Swiss Football League die Prioritätenordnung überarbeitet, über die der Zugang zu Fußballfeldern in der Schweiz geregelt wird.
Dabei stieg die Women’s Super League von der dritthöchsten in die zweithöchste Prioritätenstufe auf. Ligen auf niedrigeren Ebenen der Schweizer Frauenfußball-Pyramide wurden ebenfalls aufgewertet, was Mädchen und Frauen im ganzen Land einen besseren Zugang zu Spielfeldern ermöglicht.
„Mit diesen Anpassungen stärkt der SFV das Fundament für die künftige Entwicklung des Frauenfußballs auf allen Ebenen“, erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel.
„Die Maßnahmen sind so konzipiert, dass sie den Bedürfnissen des gesamten Schweizer Fußballs Rechnung tragen, aber auch den bestehenden Rahmenbedingungen. Die neue Prioritätenordnung spiegelt einen kollektiven Ansatz wider, mit dem Gleichbehandlung sowie Leistung und Fairness gestärkt werden.“
Here to Stay: Unmittelbare Wirkung
Das übergeordnete Ziel des SFV-Projekts „Here to Stay“ (Gekommen, um zu bleiben) ist es, bis Ende 2027 die Anzahl der Frauen zu verdoppeln, die in allen Bereichen des Fußballs aktiv sind, angefangen bei den Spielerinnen auf dem Platz bis hin zu den Entscheidungsträgerinnen in den Vorstandsetagen. Dafür wurden EUR 11 Mio. zur Verfügung gestellt.
Die Schweizer Frauennati erreichte bei der Heim-EM im vergangenen Sommer das Viertelfinale und sorgte im ganzen Land für Begeisterung. Das Turnier wirkt bis heute nach – die Zahl der Spielerinnen, Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Offiziellen hat im Gastgeberland einen neuen Rekord erreicht.
Mittlerweile ist in der Schweiz die Rekordzahl von 48 000 Spielerinnen registriert – ein Anstieg von über 10 % im Vergleich zum November 2023 und 60 % mehr als im Jahr 2020.
Dieselbe Entwicklung findet auch abseits des Rasens statt: Derzeit sind 2 915 Trainerinnen, 166 Schiedsrichterinnen und 433 Offizielle in Vereinen und Verbänden aktiv – Tendenz steigend.