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Internationaler Frauentag 2026: Fortschritte für Frauen auf und neben dem Spielfeld 

Frauenfußball Die UEFA

Die UEFA feiert das anhaltende Wachstum des Frauenfußballs und die steigende Anzahl von Frauen im Fußball in ganz Europa und bekräftigt ihre Entschlossenheit, diese Entwicklung weiter voranzutreiben.

Internationaler Frauentag 2026: Fortschritte für Frauen auf und neben dem Spielfeld 

Spielerinnen und Schiedsrichterinnen auf dem Platz, Trainerinnen an der Seitenlinie und Fans auf den Rängen – Frauen leisten einen Beitrag, der weit über das Spielfeld hinausgeht.

Der Frauenfußball wächst immer weiter und die UEFA setzt sich für die Schaffung eines nachhaltigen Umfelds ein, das alle Beteiligten unterstützt. Gleichzeitig übernehmen immer mehr Frauen Schlüsselpositionen im Fußball, auch im Männerfußball, und ihre Präsenz trägt dazu bei, die Zukunft des Fußballs mitzugestalten. Die UEFA möchte sicherstellen, dass sich alle Frauen unterstützt, wertgeschätzt und gestärkt fühlen.

Am internationalen Frauentag stehen diese Ziele und deren Umsetzung im Zentrum des Geschehens.

„Unstoppable“: Frauenfußballstrategie der UEFA

Im Rahmen der Strategie „Unstoppable“ soll der Frauenfußball in Europa bis 2030:­

  • anhand von Entwicklungsmöglichkeiten für Spielerinnen, Coaches und Referees sowie durch Möglichkeiten im Breitenfußball die am meisten praktizierte Sportart für Frauen und Mädchen in allen europäischen Ländern sein;
  • die Heimat der weltbesten Spielerinnen, mit sechs reinen Profiligen und 5 000 reinen Profispielerinnen, sein;
  • der nachhaltigste und für Investitionen attraktivste Frauensport sein, mit UEFA-Wettbewerben, die neue Maßstäbe setzen;
  • für seine Werte, Kultur und eigene Geschichte gefeiert werden, der für alle einen Platz bietet.

Spielerinnen: Standards auf und neben dem Platz anheben

Das neue Format der UEFA Women’s Champions League und die Schaffung des UEFA Women’s Europa Cup bieten den Spielerinnen auf Klubebene mehr Möglichkeiten denn je, sich auf europäischer Bühne zu messen.

Die UEFA Women’s EURO 2025 präsentierte das Beste des europäischen Frauenfußballs und stellte mit Rekordzuschauerzahlen einen weiteren Meilenstein dar. Erstmals bei einer Frauen-EM-Endrunde wurden die Spielerinnen für ihre Leistungen finanziell entlohnt und erhielten einen festen Anteil an den Preisgeldern, die an die Nationalverbände ausgeschüttet wurden.

Aber Fortschritt wird nicht nur daran gemessen, was auf dem Platz passiert. Die UEFA ist überzeugt, dass die Spielerinnen im Mittelpunkt des Geschehens stehen, und sie setzt sich dafür ein, dass ihr Wohlergehen bei jeder Entscheidung berücksichtigt wird.

Gesundheit steht im Zentrum der anhaltenden Bemühungen des Dachverbands, den Fußball für Frauen sicherer und fairer zu machen. Die neue Videoreihe „OWN IT“ vermittelt Spielerinnen Fachwissen zu wichtigen Themen wie körperliche Betätigung während Schwangerschaft und Mutterschaft, Menstruationsgesundheit und Vorbeugung von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (VKB). Die Materialien und Ressourcen, darunter der Bericht zur Erfassung von Menstruationsdaten (auf Englisch), wurden von der UEFA entwickelt.

„OWN IT“ – Menstruationsgesundheit

Wahl des richtigen Sport-BHs

Die Wahl des richtigen Sport-BHs kann einen echten Unterschied machen, wenn es um Komfort, Selbstvertrauen und Leistung geht. Studien zeigen, dass die meisten Elitespielerinnen und Schiedsrichterinnen unter Brust- bzw. BH-Problemen leiden, die von Schmerzen bis hin zu einer schlechten Stützwirkung reichen. Viele haben noch nie eine professionell Anpassung ihres BHs erhalten. Wenn Sportlerinnen jedoch angemessen beraten werden und eine personalisierte Empfehlung erhalten, nehmen Brustschmerzen ab und die Stützwirkung steigt deutlich an. Die Botschaft ist ganz einfach: Es kommt auf die richtige Passform an.

Leitfaden zur Auswahl des richtigen Sport-BHs und der entsprechenden Unterstützung herunterladen (auf Englisch)

Trainerinnen: Führungsstrukturen aufbauen

Die UEFA möchte die Zahl der Frauen mit UEFA-Trainerlizenz auf allen Stufen erhöhen, sei es auf höchster Vereins- und Nationalmannschaftsebene oder im Breitensport im Rahmen der Arbeit mit der nächsten Generation an Spielerinnen. Das UEFA-Trainerinnen-Entwicklungsprogramm unterstützt sowohl angehende als auch erfahrene, bereits im Fußball tätige Trainerinnen beim Erwerb von UEFA-Trainerlizenzen. Durch finanzielle Unterstützung und Stipendien öffnet das Programm Türen für ambitionierte Trainerinnen in ganz Europa.

Die Auswirkungen sind spürbar. 2023 besaßen bereits über 20 000 Trainerinnen eine UEFA-C-, -B-, -A- oder -Pro-Lizenz, ein Anstieg von 45 % in gerade einmal sieben Jahren. Neben formellen Qualifikationen spielt das Mentoring eine zentrale Rolle. Im Rahmen des 2019 auf den Weg gebrachten UEFA-Trainerinnen-Mentoringprogramms werden angehende Elitetrainerinnen mit einer UEFA-A- oder -Pro-Lizenz mit erfahrenen Persönlichkeiten aus dem Spitzenfußball zusammengebracht. So wird der nächsten Trainerinnengeneration das nötige Selbstvertrauen vermittelt und sie werden ermutigt, ihre Karrieren weiter voranzubringen, indem sie sich von einigen der erfolgreichsten Personen in diesem Geschäft beraten lassen.

Die lettische Nationaltrainerin Liene Vāciete über das UEFA-Trainerinnen-Mentoringprogramm

Für die lettische Nationaltrainerin Liene Vāciete war ihre Erfahrung im Rahmen des UEFA-Trainerinnen-Mentoringprogramms mit der ehemaligen Cheftrainerin des schottischen und finnischen Nationalteams, Anna Signeul, von entscheidender Bedeutung.

„Das Programm ist mit Blick auf die berufliche Weiterentwicklung extrem wichtig“, so Vāciete. „In unserem Beruf gibt es so viele unbekannte Faktoren, die auf die eine oder andere Art beängstigend erscheinen können, doch mit diesem Programm bekommt man jemanden an die Seite gestellt, der viele dieser Erfahrungen bereits durchlebt hat und weiß, was auf einen zukommt. Ohne Annas Unterstützung wäre ich wohl kaum bereit gewesen, lettische Cheftrainerin zu werden. Alles, was sie mir gesagt hat, hatte seine Wirkung, und dafür werde ich ihr immer dankbar sein.“

Schiedsrichterinnen: Engmaschige Unterstützung

Ein inklusiverer Fußball bedeutet, sicherzustellen, dass neben der Unterstützung von Spielerinnen und Trainerinnen auch die Schiedsrichterinnen gefördert werden. Im letzten Monat hat die UEFA ihr erstes Schiedsrichterinnen-Symposium durchgeführt, bei dem die Nationalverbände mit entsprechenden Instrumenten ausgestattet wurden, um nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten für Schiedsrichterinnen von der Basis bis zur Elite zu schaffen.

Zudem nehmen die Möglichkeiten, auf höchster Ebene Spiele zu leiten, zu. Das neue Format der Frauen-Klubwettbewerbe bedeutet mehr Spiele und eine größere Sichtbarkeit für die aktuelle und künftige Generation an europäischen Spitzenschiedsrichterinnen. Diese Unparteiischen nehmen jede Saison an zwei Kursen teil, damit sie den Anforderungen im Zusammenhang mit den neuen Formaten gerecht werden können. Zudem erhalten sie zusätzliche Mentoring-Möglichkeiten.

Auf internationaler Bühne profitiert auch der Frauenfußball nunmehr von erstklassiger Schiedsrichtertechnologie. Bei der UEFA Women’s EURO 2025 wurde dieselbe Technologie eingesetzt wie bei den Männern: Video-Schiedsrichterassistenz (VAR), Torlinientechnologie (TLT), „Connected Ball Technology“ und halbautomatische Abseitstechnologie.

Bei der UEFA Women’s EURO 2025 wurde dieselbe Technologie verwendet wie bei den Männern.
Bei der UEFA Women’s EURO 2025 wurde dieselbe Technologie verwendet wie bei den Männern.UEFA via Getty Images

Breitenfußball: Inspiration für die nächste Generation

Hohe Teilnehmerzahlen bei Mädchen sind für die Zukunft des Frauenfußballs von entscheidender Bedeutung. Seit der Einführung des UEFA-Playmakers-Programms im Jahr 2020 wurden über 161 000 Mädchen anhand der Magie der Disney-Geschichten in einer spielerischen und sicheren Umgebung an den Fußball herangeführt. Das Programm, das mittlerweile in 46 Nationalverbänden angeboten wird, soll Mädchen für den Fußball begeistern und ihnen das Selbstvertrauen geben, ihren eigenen Weg einzuschlagen.

Gleichzeitig wird im Rahmen des UEFA-Schulfußball-Programms der Zugang zum Fußball in ganz Europa verbessert. Zwischen dem Start des Programms 2020 und September 2024 wurden 7,2 Millionen Kinder, darunter Millionen von Mädchen, mit dem Fußball vertraut gemacht. Zudem wurde Fußball in den Lehrplänen verankert und die Zusammenarbeit zwischen Schulen und lokalen Vereinen gestärkt.

UEFA Playmakers bietet Mädchen anhand der Magie der Disney-Geschichten eine spielerische und sichere Einführung in den Fußball.
UEFA Playmakers bietet Mädchen anhand der Magie der Disney-Geschichten eine spielerische und sichere Einführung in den Fußball.UEFA via Getty Images

Fans: Ausbau der Fanbasis

Auf den Rängen ist das Wachstum des Frauenfußballs unverkennbar. Die lebendige Fankultur im Frauenfußball war nirgends so präsent wie bei der UEFA Women’s EURO 2025, als über 95 000 Fans an den Fanwalks vor den Spielen teilnahmen.

Im Rahmen der Strategie „Unstoppable“ unterstützt die UEFA die Entwicklung einer authentischen Fankultur, welche die einzigartige Identität des Frauenfußballs widerspiegelt. Es geht darum, die Fans besser zu verstehen, das Erlebnis am Spieltag zu verbessern ein nachhaltiges Wachstum über die gesamte Saison hinweg sicherzustellen.

Frauen sollen sich auch im Männerfußball willkommen und vertreten fühlen, wenn sie ihre Teams anfeuern. Dabei wird ihre wichtige Rolle anerkannt, die sie bei der Gestaltung einer positiven und inklusiven Fankultur spielen.

Lucia Thum, Fanbeauftragte bei Bayer Leverkusen.
Lucia Thum, Fanbeauftragte bei Bayer Leverkusen.Lucia Thum

Für Lucia Thum, Fanbeauftragte bei Bayer 04 Leverkusen, gehört das Aufräumen mit Vorurteilen zum Alltag. „Ich bekomme immer noch überraschte Blicke, wenn ich sage, dass ich beruflich mit Fußballfans zu tun habe. Mit diesen Vorurteilen zu brechen – das ist es, was mich antreibt.“

Lucia weist darauf hin, dass die Fanszene und die verschiedenen damit einhergehenden Rollen allzu oft immer noch als Männerdomäne gelten. Aus ihrer Sicht hat die Arbeit mit Fans aber nichts mit dem Geschlecht zu tun: „Bei der Arbeit im Fußballmanagement geht es nicht um das Geschlecht, sondern es geht um Kompetenz, Leidenschaft und Perspektive. Frauen haben einen rechtmäßigen Platz im Fußball. Sie bereichern den Fußball durch Empathie und neue Denkweisen.“

„Mit Vorurteilen zu brechen – das ist es, was mich antreibt.“

Lucia Thum, Fanbeauftragte bei Bayer 04 Leverkusen

Lucia hat eine Botschaft für alle Frauen: „Geht euren eigenen Weg, bleibt euch selbst treu und habt den Mut, die Dinge anders zu machen. Neue Perspektiven führen zu kreativen Lösungen. Genau deshalb gestalten Frauen die Zukunft des Fußballs mit.“

Agnes Gertten – Vorsitzende der Fanvereinigung „Supporterhuset“ von Malmö FF und Vorstandsmitglied der Schwedischen Vereinigung der Fußballfans – gehört zu den Frauen, die eine solche Kultur prägen. „Für mich als Frau im Fußball war es immer das Wichtigste, unsere ganz eigene Perspektive einzubringen. Es geht darum, mehr Diskussionen anzuregen und Türen für diejenigen zu öffnen, die nach mir kommen – genauso wie es die Frauen vor mir für mich getan haben.“

„Letztlich sind wir keine weiblichen Fußballfans, sondern einfach Fans wie alle anderen.“

Agnes Gertten, Vorsitzende der Fanvereinigung „Supporterhuset“ von Malmö FF und Vorstandsmitglied der Schwedischen Vereinigung der Fußballfans

„Es ist nicht immer leicht und manchmal fühlt es sich sogar sehr hart an, aber die Freundschaften unter Frauen, die man hier knüpft, sind echt und unglaublich stark. Letztlich geht es darum, dass wir Fußballfans sind, keine weiblichen Fußballfans, sondern einfach Fans wie alle anderen.“

Fans von Malmö FF.
Fans von Malmö FF.AFP/Getty Images

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