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EU-Kommissar Micallef: „Der Fußball zeigt Europa von seiner besten Seite“

Die UEFA

EU-Sportkommissar Glenn Micallef unterstrich beim UEFA-Kongress letzte Woche die Werte des europäischen Fußballs, betonte die zentrale Rolle der UEFA als europäische Führungsinstanz und rief die verschiedenen Interessenträger dazu auf, für das künftige Wohl des Sports zusammenzuarbeiten.

Glenn Micallefs Rede beim UEFA-Kongress

In einer umfassenden Rede lobte EU-Kommissar Micallef die Stärke des europäischen Fußballs und die im öffentlichen Interesse liegende Führungsrolle der UEFA. Gleichzeitig sprach er einige der Risiken für den Sport an.

Über die Stärke des europäischen Fußballs

Der Fußball ist ein Teil Europas, der liefert. Er zeigt Europa von seiner besten Seite. Die besten Ligen der Welt – sie befinden sich in Europa. Die besten Klubwettbewerbe der Welt – sie befinden sich in Europa.

Jede Spielerin, jeder Spieler, jedes Team, das beweisen will, dass sie die Besten sind, müssen es hier tun. Die größten Spieler der Welt spielen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in unseren Ligen.

Europa ist die globale Referenz für den Frauenfußball, und die besten Nachwuchs- und Breitenfußballstrukturen stammen aus den Nationalverbänden und finden sich in den europäischen Ausbildungsstätten.

Sie fördern den Fußball auf lokaler, nationaler und kontinentaler Ebene, weil wir wissen, was dieser Sport den Menschen und insbesondere den Europäerinnen und Europäern bedeutet.

Neuer Zuschauerrekord bei der Women’s EURO 2025.
Neuer Zuschauerrekord bei der Women’s EURO 2025.Eddie Keogh/Getty Images

Über das Bekenntnis zum europäischen Sportmodell und offenen Wettbewerben

Die Tatsache, dass wir es gut machen, heißt nicht, dass wir uns nicht weiter verbessern sollten – unsere Verantwortung ist umso größer, denn den Menschen hier in Europa ist der Fußball ungemein wichtig.

Beim Fußball geht es um Zusammengehörigkeit, um Emotionen, Freude, Enttäuschung, Leidenschaft – und ja, Fußball ist auch Unterhaltung. In Teilen unseres Kontinents ist der Fußball in den letzten Jahrzehnten auch zu einem lukrativen Geschäft geworden.

Daran ist nichts auszusetzen. Es gibt nichts auszusetzen an Investitionen in unsere Klubs und Ligen. Investitionen unterstützen die gesamte Pyramide und die nationalen Fußballökosysteme.

Sie müssen jedoch auch unseren Werten, unserer Kultur, unserem Sportmodell und unseren Gepflogenheiten entsprechen.

Über die Führungsrolle der UEFA im europäischen Fußball und zur Beziehung mit der Europäischen Kommission

Mit der UEFA ist der Fußball in Europa in sicheren Händen. Unsere Beziehung ist heute stärker denn je. Sie ist langfristig, stabil und engagiert.

Ich freue mich darauf, unsere erneuerte Kooperationsvereinbarung mit der UEFA zu unterzeichnen. Wir haben dieselben Überzeugungen und ich weiß, dass sie auch von den Nationalverbänden geteilt werden. Dass der Fußball den Menschen gehört. Dass die nationalen Ligen, die europäischen Wettbewerbe und die Nationalmannschaften eng miteinander verknüpft sind. Dass große Vereine und Breitenfußballvereine zwei Seiten derselben Medaille sind. Dass sich größere und kleinere Länder dasselbe Spielfeld teilen und Solidarität zwischen ihnen von entscheidender Bedeutung ist. Dass die Teilnahme an europäischen Wettbewerben nicht gekauft werden kann.

Deshalb begrüße ich die kürzlich von der UEFA bekanntgegebene Einigung (mit den EFC und Real Madrid), in der dieser Grundsatz bekräftigt wird. Es ist ein wichtiger Schritt, der sportliches Verdienst, langfristige Nachhaltigkeit und Einheit im europäischen Fußball stärkt.

Barcelona-Stürmer Marcus Rashford feiert einen Champions-League-Treffer.
Barcelona-Stürmer Marcus Rashford feiert einen Champions-League-Treffer.Michael Regan

Über das Ticketingkonzept für die UEFA EURO 2028

Ich möchte der UEFA für ihr Engagement für ein faires und transparentes Ticketing im Rahmen der EURO 2028 gratulieren. Die Fans stehen dabei an erster Stelle. Bei der UEFA setzen Sie Standards, die uns wirklich stolz machen.

Über die Verantwortung des Fußballs den Fans und dem öffentlichen Interesse gegenüber

Fußball ist ein öffentliches Gut. Er muss von Organisationen geleitet werden, die im öffentlichen Interesse handeln. Sport und Fußball müssen mehr sein als Profit und Marktwert.

Die Spiele der nationalen Wettbewerbe gehören der Bevölkerung vor Ort. Sie gehören den Fans, die diese Vereine aufgebaut haben – die Wettbewerbe sollten nicht auf Kosten der Fans exportiert werden.

Wenn die Preise für Tickets oder TV-Abonnements zu hoch sind, geht dies auf Kosten der Fans. Wenn sich die Fans die Spiele nicht mehr leisten können, verliert der Fußball einen Teil seiner Seele.

Über die weiteren Risiken für den Fußball

Wir sind größeren Risiken ausgesetzt als je zuvor. Diesen müssen wir mit Klarsicht begegnen.

Die nationalen Fußball-Ökosysteme stehen zunehmend unter Druck. Die sportliche Ausgeglichenheit ist in vielen Ligen weiterhin sehr fragil. Unregulierte Spielervermittler entziehen dem Ökosystem des Fußballs Geld, das dann in der Nachwuchsförderung, in den Akademien und im Breitenfußball fehlt. Unbegrenzte Gehälter treiben die Kosten weiter in die Höhe.

Es sollte über die Art und Weise gesprochen werden, wie Einnahmen verteilt werden. Die Einnahmen sind der harten Arbeit aller europäischen Klubs – ob klein, mittelgroß oder groß – zu verdanken. Eine faire Aufteilung der Einnahmen sorgt für Solidarität, Nachhaltigkeit und ausgeglichene Wettbewerbe.

Und wozu führen diese Risiken, denen wir ausgesetzt sind? Zu neuerlichen Androhungen gewinnorientierter Unterhaltungsmodelle. Zu Plänen, Spiele ins Ausland zu verlegen. Zur Gefahr, dass die Fans den höchsten Preis für all das zahlen, finanziell wie emotional.

Im Fußball dürfen kommerzielle und politische Überlegungen niemals über das Fanerlebnis, das Wohlergehen der Spielerinnen und Spieler und die langfristige Entwicklung des Spiels gestellt werden.

Über strengere Maßnahmen gegen Online-Piraterie

Mit Blick auf die Gefahr von Einbußen bei den Einnahmen möchte ich noch eine andere echte Herausforderung ansprechen: die illegale Piraterie von Sportveranstaltungen. Strengere Vorschriften und eine bessere Durchsetzung von Gesetzen gegen Piraterie können Einnahmen schützen, ohne Einbußen auf treue Fans abzuwälzen.

Ich schätze, dass durch illegale Piraterie bei Sportveranstaltungen jährlich rund eine Milliarde Euro verloren geht. Das ist Geld, das dem Fußball gestohlen wird und der Nachwuchsförderung fehlt. Man stelle sich die Investitionen vor, die getätigt werden könnten, wenn das Geld in unsere Akademien fließt.

Über die Zusammenarbeit von Interessenträgern zum Wohle des europäischen Fußballs

Ich glaube daran, dass wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern werden. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen, doch erfordert dies eine ernsthafte und zielgerichtete Zusammenarbeit, um den europäischen Fußball noch weiter zu stärken.

Stehen wir zusammen und seien wir stark. Schützen wir den Fußball und entwickeln wir ihn weiter, ohne das zu verlieren, was er für uns ausmacht.

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