UEFA-Kongress 2026: Alle wichtigen Entscheidungen
Freitag, 13. Februar 2026
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Alles Wissenswerte über den 50. UEFA-Kongress, der vom Belgischen Fußballverband ausgerichtet wurde.
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Die Präsident/-innen und Generalsekretär/-innen der 55 UEFA-Mitgliedsverbände kamen am Donnerstag in Brüssel zusammen, um sich mit der Rolle des Fußballs in der Gesellschaft auseinanderzusetzen, seine Zukunft zu planen und die Werte zu bekräftigen, die diesen Sport ausmachen.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin erörterte in seiner jährlichen Ansprache die aktuelle Situation des Fußballs, und mit EU-Sportkommissar Glenn Micallef, der belgischen Verbandspräsidentin Pascale Van Damme und FIFA-Präsident Gianni Infantino wandten sich weitere Persönlichkeiten an den Kongress. Erstmals wurden auch Vertreter/-innen von Football Supporters Europe eingeladen, vor dem UEFA-Kongress zu sprechen.
Die FIFPro Europe, die Interessenvertretung der europäischen Fußballprofis, erhielt einen ständigen Sitz im UEFA-Exekutivkomitee, während dem langjährigen Exekutivkomiteemitglied Fernando Gomes aus Portugal die UEFA-Ehrenmitgliedschaft in Anerkennung seiner Verdienste um den Fußball verliehen wurde. Ferner wurden der Jahresbericht und der Finanzbericht der UEFA für die Saison 2024/25 sowie der Budgetvorschlag für 2026/27 und verschiedene Änderungen an den UEFA-Statuten genehmigt.
Das Wichtigste vom Kongress im Überblick.
Vereint in Vielfalt
EU-Kommissar Micallef lobte die Qualitäten des europäischen Fußballs und rief die Interessenträger dazu auf, für die Zukunft des Fußballs zusammenzuarbeiten.
„Der Fußball ist ein Teil Europas, der liefert“, so Micallef. Er zeigt Europa von seiner besten Seite. Die besten Ligen der Welt – sie befinden sich in Europa. Die besten Klubwettbewerbe der Welt – sie befinden sich in Europa. Die Tatsache, dass wir es gut machen, heißt nicht, dass wir uns nicht weiter verbessern sollten – unsere Verantwortung ist umso größer, denn den Menschen hier in Europa ist der Fußball ungemein wichtig.“
UEFA-Präsident Čeferin bekräftigte die Bedeutung von Solidarität in einer Zeit des raschen Wandels und der Herausforderungen im Sport und verwies dabei auf das Motto der Europäischen Union: „In Vielfalt geeint“. „In gespalteten Gesellschaften ist es der Fußball, der immer noch eine gemeinsame Sprache bietet. Deshalb gilt ,In Vielfalt geeint‘ nicht nur für die EU. Es gilt genauso für den europäischen Fußball.“
Führende Persönlichkeiten aus der europäischen Politik und dem Sport bekräftigten die Botschaft des UEFA-Präsidenten zur geteilten Verantwortung:
- Gianni Infantino, FIFA-Präsident: „Wenn wir zusammen agieren, gewinnt der Fußball.“
- Herman Van Rompuy, ehemaliger belgischer Premierminister und ehemaliger Präsident des Europäischen Rates: „Der europäische Fußball ist nicht nur ein Spiegelbild Europas; in seiner besten Verfassung ist er eine Inspiration.“
- Pascale Van Damme, RBFA-Präsidentin: „Die UEFA ist in Sachen strategische Vision und inklusive Governance ein Vorbild. Sie verteidigt mit Mut die langfristigen Interessen des Fußballs.“
Rückblick auf die Saison 2024/25
Die Delegierten genehmigten den UEFA-Jahresbericht 2024/25, in dem in den Bereichen Wettbewerbe, Entwicklung, Nachhaltigkeit und Governance erzielten Fortschritte dargelegt werden.
Ein zentrales Thema war das Format in den Klubwettbewerben der Männer, das die Wettbewerbe bereits jetzt attraktiver gemacht hat:
- Dynamischere und bedeutungsvollere Spiele
- Mehr Dramatik, Tore und Spannung
- Auf sportlichem Verdienst und nicht auf vergangenen Erfolgen basierendes Qualifikationssystem
„Unter diesem Modell muss man sich die Qualifikation Saison für Saison auf dem Platz verdienen und hat keine Startplatzgarantie.“
Jahresabschluss: Einnahmen in den Fußball zurückfließen lassen
Die optimistische Stimmung beim Kongress wurde durch robuste Finanzergebnisse untermauert. Der europäische Fußball kann weiter auf ein beispielloses weltweites Publikum zählen, er erzielt Einnahmen in Rekordhöhe und nicht zuletzt schüttet er mehr Mittel als je zuvor entlang der gesamten Fußballpyramide aus.
Allein in dieser Saison:
- werden EUR 450 Mio. an Vereine ausgeschüttet, die sich für keine Ligaphase qualifiziert haben;
- EUR 308 Mio. davon gehen an Vereine, die an keinem UEFA-Wettbewerb teilgenommen haben.
Ähnlich erfreulich entwickelt sich der Frauenfußball. Die letztjährige EM-Endrunde in der Schweiz lockte über 650 000 Fans in die Stadien. Mit zwei Ausnahmen waren alle Partien ausverkauft und weltweit verfolgten über 500 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer das Turnier.
UEFA-Budget 2026/27: Eine vielversprechende Zukunft auf und neben dem Platz
Der Kongress hat auch das UEFA-Budget 2026/27 mit voraussichtlichen Einnahmen in Höhe von EUR 5,1 Mrd. genehmigt, wovon ein Großteil in den Fußball zurückfließen wird. Der Großteil der Einnahmen stammt aus dem Verkauf von Medienrechten (81 %), gefolgt von den kommerziellen Rechten (16 %) sowie Ticketing und Hospitality (3 %).
Im Einklang mit dem UEFA-Solidaritätsmodell sind 78 % des Budgets für Ausschüttungen an die teilnehmenden Mannschaften der diversen UEFA-Wettbewerbe vorgesehen. Die Solidaritätszahlungen machen 10 % des Budgets aus (im Vergleich zu 7 % im letzten Zyklus) und belaufen sich auf insgesamt EUR 455 Mio. Im Juniorinnenfußball sind Investitionen von EUR 77 Mio. geplant, während die für Entwicklungs- und Ausbildungsprogramme vorgesehenen Mittel um EUR 7 Mio. erhöht wurden.
Die UEFA-Verwaltungsausgaben betragen EUR 122,8 Mio., was lediglich 2,6 % des Gesamtbudgets entspricht – dies unterstreicht, dass die Maximierung der Investitionen in den europäischen Fußball eine klare Priorität darstellt.
FIFPro Europe neu im Exekutivkomitee vertreten
Die Spielerinnen und Spieler stehen im Mittelpunkt des Fußballs, weshalb der diesjährige Kongress einen bedeutenden Schritt zur Sicherstellung ihrer Vertretung auf höchster Ebene unternahm.
Der Präsident der FIFPRO Europe, David Terrier, wurde offiziell als Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees bestätigt – ein Meilenstein, der das Engagement der UEFA für eine inklusive und repräsentative Governance im europäischen Fußball unterstreicht.
Terrier sagte: „Durch die Aufnahme der FIFPro Europe in ihre Governance-Strukturen geht die UEFA gegenüber den Fußballkonföderationen mit gutem Beispiel voran. Dieser Schritt stärkt das Vertrauen und die Beziehungen zwischen den Interessenträgern und stellt eine positive Entwicklung hin zur Umsetzung von Tarifverträgen dar, die eine faire und nachhaltige Regulierung des Profifußballs ermöglichen.“
Aleksander Čeferin fügte hinzu: „Die Spielerinnen und Spieler sind ein zentraler Bestandteil unseres Sports und sie verdienen es, auf höchster Ebene gehört zu werden. Die Aufnahme der FIFPro Europe und von David Terrier ins UEFA-Exekutivkomitee ist ein logischer und positiver Schritt, der unser Engagement für eine inklusive und repräsentative Governance widerspiegelt.“
Fans an erster Stelle
Eine weitere bedeutende Premiere war die erstmalige Vertretung von Football Supporters Europe (FSE) auf der Kongressbühne. FSE-Geschäftsführer Ronan Evain und Ted Morris, Vorsitzender der Liverpool Disabled Supporters Association, vertraten Millionen von Fans auf dem ganzen Kontinent und betonten, wie wichtig es ist, Fans als echte Interessenträger zu behandeln und einen offenen, kontinuierlichen Dialog zu pflegen.
„Der Fußball ist stärker, wenn die Fans als Interessenträger und Partner anerkannt werden“, sagte Evain. Morris machte seinerseits eindringlich auf die Erlebnisse vieler behinderter Fans aufmerksam und betonte, wie wichtig die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse bei Spielbesuchen ist.
Die UEFA lässt sich in ihren Entscheidungen von der Überzeugung leiten, dass der Fußball für alle Menschen einladend sein muss. Aus diesem Grund engagiert sie sich weiterhin für ein fanfreundliches Ticketing. Bei der EURO 2028 wird dies deutlicher denn je zu sehen sein: Der gesamte Eintrittskartenverkauf wird fair und transparent und nicht zuletzt ohne Einsatz von Preisalgorithmen ablaufen.
„Ich möchte der UEFA für ihr Engagement für ein faires und transparentes Ticketing im Rahmen der EURO 2028 gratulieren. Die Fans stehen dabei an erster Stelle und Sie setzen hier bei der UEFA Standards, auf die wir unglaublich stolz sein dürfen“, erklärte EU-Kommissar Micallef.
UEFA-Stiftung für Kinder: Im Herzen des Fußballs
Zum Abschluss des Kongresses begrüßte die UEFA-Stiftung für Kinder 27 Teilnehmer/-innen der Mbo Mpenza Challenge des Belgischen Fußballverbands, die dem UEFA-Kongress eine einfache, aber starke Botschaft überbrachten.
„Fußball ist mehr als nur ein Spiel. Er ist Freundschaft, Glück, Erziehung und Frieden. Fußball ist Gesellschaft. Fußball ist unsere Zukunft.“
Die Kinder konnten auch Fußballlegenden wie Luís Figo, Mbo Mpenza, Ruud Gullit und Johan Djourou treffen, ebenso wie UEFA-Präsident Aleksander Čeferin und den Vorsitzenden der European Football Clubs, Nasser Al-Khelaifi.
Ob Bolzplatz oder Elitestadion – die Botschaft aus Brüssel war unmissverständlich: Der europäische Fußball ist stark, geeint und für die Zukunft gerüstet.
Nächster Kongress
Der 51. Ordentliche UEFA-Kongress findet am 4. März 2027 in Astana, Kasachstan, statt.