125 Jahre Fußball in Ungarn
Donnerstag, 22. Januar 2026
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Zahlreiche einheimische und globale Fußballpersönlichkeiten bei Zeremonie in Budapest
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UEFA-Präsident Aleksander Čeferin gehörte zu den Gästen, die aus Anlass des 125-Jahr-Jubiläums des Ungarischen Fußballverbands (MLSZ) nach Budapest reisten.
Der Verband wurde am 19. Januar 1901 gegründet und ist seither für die Governance und Entwicklung des Fußballs in Ungarn verantwortlich. Die Zeremonie in Budapest diente dazu, auf die größten Erfolge der letzten 125 Jahre zurückzublicken und die Gründerväter des ungarischen Fußballs zu würdigen – im Zuge des Jubiläums brachte der Verband auch ein besonderes Trikot heraus.
Dieser Aufschwung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger Investitionen in Akademien, Trainerausbildung, Nachwuchsförderung und Infrastruktur. Er ist das Ergebnis von Führungsstärke. An dieser Stelle möchte ich meinen lieben Freund Sándor Csányi würdigen. Dank seiner Führungsstärke und der Unterstützung des Verbands ist der ungarische Fußball da, wo er heute ist. Ungarn gehört den Ländern in Europa, die sehr viel in den Sport und insbesondere den Fußball investieren.
Es gibt allen Grund, stolz zu sein: auf die Spieler der Vergangenheit, die Trainer, die frische Ideen eingebracht haben, die Funktionäre und die Fans, die den Glauben nie verloren haben. Der heutige Abend dient auch als Anlass, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Die besten Zeiten liegen vielleicht noch vor Ihnen.“
„Das Wiedererstarken des ungarischen Fußballs ist bemerkenswert. Die Nationalmannschaft ist wieder eine Quelle des Stolzes und der sportlichen Identität. Sie spielt mit Herz, Disziplin und einem klaren Konzept – gestützt von einem Verband, der genau weiß, wo er hin will.“
Traditionsreiche Geschichte
Im Hotel István Főherceg am Ufer der Donau schlossen sich 1901 zwölf Vereine zum Magyar Labdarúgó Szövetség (MLSZ) zusammen. Zum Zeitpunkt seiner Gründung war dies erst der neunte nationale Fußballverband in Europa; 1906 folgte die Aufnahme in die FIFA.
Der zweite Platz bei der WM 1938 war ein erster bedeutender Erfolg, doch die goldene Ära des ungarischen Fußballs stand erst noch bevor. Mit legendären Spielern wie Ferenc Puskás, József Bozsik und Nándor Hidegkuti revolutionierte Ungarn den Fußball in den 1950er- und 1960er-Jahren in technischer und taktischer Hinsicht. Unvergessen bleibt das „Spiel des Jahrhunderts“ im Jahr 1953, als England im Wembley-Stadion mit 6:3 gedemütigt wurde. Ein Jahr später wurden die Three Lions in Budapest gar mit 7:1 vom Platz gefegt.
Zwischen 1952 und 1968 holten die ungarischen Fußballer dreimal olympisches Gold und eine olympische Bronzemedaille, 1954 wurden sie Vizeweltmeister und 1964 EM-Dritter.
Neues Kapitel
Um die Jahrtausendwende befand sich der ungarische Fußball an seinem Tiefpunkt. Die Teilnehmerzahlen waren gering, ebenso das Zuschauerinteresse, die Infrastruktur ließ zu wünschen übrig und die Nationalelf hatte sich seit der WM 1986 für kein großes Turnier mehr qualifiziert.
Vor diesem Hintergrund brachte der MLSZ die Strategie „Jahrzehnt des Aufschwungs“ auf den Weg, die den ungarischen Fußball wiederbeleben sollte. Mit Unterstützung im Rahmen des UEFA-HatTrick-Programms wurden Hunderte von Spielfeldern errichtet oder renoviert, neue Förderprogramme und Wettbewerbe an Schulen und Universitäten eingeführt sowie ein neuer, hochmoderner Verbandssitz gebaut.
Investitionen in den Nachwuchs (Männer und Frauen) und in die Trainerausbildung haben ihren Teil zu höheren Standards beigetragen – ungarische Spieler/-innen sind heute in allen europäischen Topligen anzutreffen. 32 der größten ungarischen Profivereine haben mittlerweile ein neues oder renoviertes Stadion, während das neue Nationalstadion – die nach dem legendärsten aller magischen Magyaren benannte Puskás Aréna – 2019 eröffnet wurde und unter anderem für die UEFA EURO 2020 als Spielort diente. In diesem Jahr wird die beeindruckende Arena Schauplatz des Endspiels der UEFA Champions League sein.