BL-Vorbericht: Das bietet der 13. Spieltag
Freitag, 28. November 2014
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Von Lichtblicken und Trainerleiden, Comebacks und dem rheinischen Derby: Unser bunter Vorbericht auf den 13. Spieltag, inklusive der neuen deutschen Raphoffnung HW4.
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Das Comeback
Es ist nicht besonders leicht, den Kurs des VfB Stuttgart in diesem Jahr zu verstehen. Erst hieß es, man wolle mit Thomas Schneider die Jugendentwicklung vorantreiben und diese auch nach außen verkörpern. Als dann jedoch der Abstieg drohte, wurde Huub Stevens als Feuerwehrmann installiert und als dieser im Sommer aus privaten Gründen nicht verlängerte, durfte mit Armin Veh der ehemalige VfB-Meistertrainer das Ruder übernehmen. Nach dem letzten Spieltag war Vehs Nostalgie-Level aufgebraucht und so wurde der Vorgänger zum Nachfolger. Die Bundesliga freut sich über die Rückkehr von Hubertus Jozef Margaretha Stevens, beim Tabellenletzten muss der "Knurrer von Kerkrade" aber fast schon zum "Hexer aus Holland" mutieren.
Der einzige Lichtblick
Lediglich einen mickrigen Punkt (von 18 möglichen) holten die Bundesliga-Vertreter diese Woche im Europapokal. Einzig Borussia Mönchengladbach blieb ohne Niederlage, nun gilt es für die Fohlenelf, den eigenen Abwärtstrend in der Liga zu stoppen. Die Mannschaft von Lucien Favre hat zwei Begegnungen in Folge verloren, rangiert vor dem Spieltag aber noch auf Rang drei. Im Topspiel gegen den VfL Wolfsburg wollen beiden Seiten ihre (nicht öffentlich gemachte) Champions-League-Ambitionen unterstreichen. Während Wolfsburg derzeit viele Alternativen auf der Bank hat, fällt der Gladbacher Granit Xhaka, der eines der schönsten Tore der Woche beisteuerte, aufgrund einer Sperre aus. Sollte auch der angeschlagene Christoph Kramer fehlen, hat die Borussia im zentralen Mittelfeld ein großes Problem.
Das Derby
Wenn keiner dem anderen auch nur den Dreck unter den Fingernägeln gönnt, ist es mal wieder Zeit für das rheinische Derby. Die Partie zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln liefert den emotionalen Höhepunkt des Spieltags. Zwei Jahre und neun Monate nach dem letzten Aufeinandertreffen in der Bundesliga kündigt Kölns Trainer Peter Stöger eine offensive Gangart seiner Mannschaft an: "Unser Ziel ist es nicht, 90 Minuten hinten drin zu stehen, zu hoffen und zu warten, dass nichts passiert."
Der O-Ton
"Es geht um diese Ausstrahlung, die den anderen signalisiert, dass sie besser gleich wieder in den Mannschaftsbus steigen"
Eintracht Frankfurts Trainer Thomas Schaaf vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund
Die Leiden des Roberto D.M.
Da saß er nun, Roberto Di Matteo, nach der heftigen Heimniederlage in der UEFA Champions League gegen Chelsea FC. Der Schmerz über das zuvor Gesehene war ihm ins Gesicht geschrieben. Schlimmer noch, die Ratlosigkeit. "Ich dachte nach dem Sieg am Wochenende [gegen den VfL Wolfsburg], dass die Mannschaft mehr Selbstvertrauen hätte", meinte er und sah mehr als nur ein wenig verzweifelt aus. Die 90 Minuten zuvor müssen für jenen Mann, der als Verfechter leidenschaftlicher Defensive gilt, eine Tortur gewesen sein. Ähnliche Probleme wie unter den Vorgängertrainern waren auch unter Di Matteo zu beobachten: Teils haarsträubende und unerklärliche Aussetzer – wie etwa das traumhafte Kopfballtor von Jan Kirchhoff (leider in den eigenen Kasten) – sowie mangelnder Kampfgeist quälten den Trainer. Nun gilt es am Samstag im eigenen Stadion auf ein Neues gegen den 1. FSV Mainz 05. Welche Schalker werden wir zu sehen bekommen? Die, die Wolfsburg vergangene Woche innerhalb von 25 Minuten drei Treffer verpassten? Oder jene, die ihre Trainer immer so furchtbar leiden lassen?
Und sonst?
Heiko Westermann ist unter die Rapper gegangen. Ja, der Abwehrchef vom Hamburger SV versucht sich neuerdings am Sprechgesang und gibt dabei den Refrain "Ich bin HW4, du bist HW4, wir sind HW4 – und das bleiben wir!" zum Besten. Westermann dazu schmunzelnd: "Ich will mir ein neues Standbein aufbauen" - sagt einer, der eh nicht gerade zu den beweglichsten Bundesligaspielern gehört.
Alle Partien im Überblick
SC Freiburg - VfB Stuttgart (Fr.)
FC Augsburg - Hamburger SV
Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Köln
Hertha BSC - FC Bayern München
FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05
SV Werder Bremen - SC Paderborn
TSG 1899 Hoffenheim - Hannover 96 (alle Sa.)
VfL Wolfsburg - VfL Borussia Mönchengladbach
Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund (beide So.)