Fußballentwicklung in Belgien
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Der anhaltende Erfolg an der Spitze des Männer- und Frauenfußballs beruht auf einer klaren, langfristigen Strategie des Belgischen Fußballverbands.
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Überblick
Der Belgische Fußballverband (KBVB) hat in jüngster Zeit bedeutende Erfolge erzielt: Die Roten Teufel standen an der Spitze der Weltrangliste und erreichten 2018 das Halbfinale der FIFA-WM, während die Roten Flammen zu einem Stammgast bei der UEFA Women’s EURO geworden ist.
Der KBVB hat sich diese Dynamik zunutze gemacht und 2025 unter dem Motto „Football First“ seine Vision und einen Aktionsplan bis zum Jahr 2030 auf den Weg gebracht. In diesem Zusammenhang soll der belgische Fußball in sportlicher Hinsicht gestärkt und sein gesellschaftlicher Einfluss maximiert werden. Dazu werden klare Ziele in fünf strategischen Bereichen gesetzt, die von zwei wesentlichen Voraussetzungen getragen werden: finanzielle Stabilität und Good Governance sowie Innovation und digitaler Wandel.
Die Strategie folgt auf die 2024 veröffentlichte neue Frauenfußballstrategie „Believe and Achieve“ (Glauben und Erreichen). Diese baute auf dem Erfolg ihres Vorgängerprogramms „The World At Our Feet“ (Die Welt zu unseren Füßen) auf, die zu einem Anstieg der registrierten Fußballerinnen um 38 % und der Anzahl an Frauenteams um 23 % geführt hat. Bis 2028 werden im Rahmen der neuen Strategie klare Ziele verfolgt: 10 % mehr Fußballerinnen pro Jahr, ein Platz unter den acht besten europäischen Nationalteams und unter den zwölf besten weltweit sowie die Verdoppelung der Anzahl der Fans bei Länderspielen.
Die beeindruckenden Leistungen der belgischen Nationalmannschaften sind weitgehend der Arbeit der technischen Abteilung des KBVB zu verdanken. Dank Investitionen in die Fußballentwicklung auf allen Ebenen – Breiten-, Amateur- und Profifußball – konnte der Verband seinen Spielerpool beträchtlich erhöhen, während die verschiedenen Nationalmannschaften durch die Nutzung neuer Technologien Fortschritte erzielten.
Während der Pandemie unterstützte der Verband die Vereine mit über EUR 8 Mio., um Einbußen bei den Einnahmen aus dem Ticketverkauf und Übertragungsrechten abzufedern; außerdem wurden die monatlichen Zahlungen der Vereine an den KBVB zeitweise ausgesetzt. Im Breitenfußball wurden Anstrengungen unternommen, um die Durchführung von Spielen und Trainingseinheiten unter Einhaltung der geltenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz zu ermöglichen. Zudem wurden mehrere Online-Initiativen auf den Weg gebracht, um die Fans der belgischen Nationalteams bei der Stange zu halten.
Unterstützung durch die UEFA
Zuschüsse aus dem UEFA-HatTrick-Programm, in dessen Rahmen Einnahmen aus EM-Endrunden in die Fußballentwicklung in ganz Europa fließen, trugen zum Bau eines nationalen Trainingszentrums bei, in dem alle Nationalteams und das technische Personal untergebracht sind – dadurch konnte der KBVB die angestrebten Teilnehmerzahlen im Nachwuchs-, Männer- und Frauenbereich erreichen. Dieses Trainingszentrum in Tubize nahe Brüssel wurde dank einer weiteren HatTrick-Finanzierung um ein Exzellenzzentrum ergänzt, das unter anderem eine medizinische Einrichtung, ein Auditorium und ein Hotel umfasst.
Der KBVB hat seine HatTrick-Gelder auch dafür genutzt, Projekte im Bereich soziale Verantwortung auf den Weg zu bringen und mehr Menschen mit Behinderung Gelegenheiten zum Fußballspielen zu bieten, insbesondere im Breiten- und Amateursport. Im Rahmen des Inklusionsprojekts Nobody Offside, das gemeinsam mit öffentlichen und privaten Partnern ins Leben gerufen wurde, werden beispielsweise neue belgische Nationalmannschaften für Spielerinnen und Spieler mit verschiedenen Arten von Behinderung gegründet.
UEFA-Stiftung für Kinder in Belgien
Die 2015 ins Leben gerufene UEFA-Stiftung nutzt den Fußball, um das Leben von Kindern zu verbessern, indem sie Hunderte von Kampagnen und Projekten in ganz Europa und weltweit unterstützt.
Im Rahmen der UEFA Women’s EURO 2025 haben sich die UEFA-Stiftung für Kinder und die adidas-Foundation mit Nationalverbänden und lokalen Organisationen zusammengetan, um die Geschlechtergerechtigkeit in allen 16 teilnehmenden Ländern zu fördern. In Belgien wurde der lokal verankerte Verein „BX Brussels“ in einer der multikulturellsten Gemeinden der Stadt ausgewählt. Im Rahmen von „BX Femina“ bietet der Verein seinen 120 Spielerinnen eine breite Palette an Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Die vom ehemaligen Nationalstürmer Mbo Mpenza ins Leben gerufene und von der UEFA-Stiftung für Kinder mit 85 000 Euro unterstützte Initiative verfolgt das Ziel, Fußball als Mittel für Inklusion und Respekt an belgischen Schulen zu nutzen. Seit sieben Jahren werden Nachwuchsturniere durchgeführt und in der französischsprachigen Community kostenlos pädagogisches Material bereitgestellt. Die Methode wird auch direkt in den Sachkunde- und Sportunterricht integriert.
Das „Peace Field Project“ nutzt Fußball dazu, jungen Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung oder aus benachteiligten Verhältnissen Instrumente an die Hand zu geben, um zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und zusammenzuarbeiten. Neben der Bereitstellung von Online-Ressourcen werden im Rahmen des Projekts jedes Jahr die „Global Peace Games“ ausgerichtet – eine Woche mit gemischtgeschlechtlichen Sport- und Kulturveranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung.
2025 weitete der KBVB das Projekt „Belgian Red Courts“ aus. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk an Sportplätzen, die ein sicheres und einladendes Umfeld für alle bieten und ein besonderes Augenmerk auf benachteiligte Kinder legen.
Zwischen 2018 und 2021 schüttete die UEFA-Stiftung für Kinder insgesamt EUR 210 000 an „Scoring for Health“ aus, ein Sensibilisierungsprojekt, das Kinder zwischen 7 und 13 Jahren dazu ermutigt, gesünder zu essen und zu leben. Das Projekt wird von Profivereinen und Stiftungen in Belgien, Israel, den Niederlanden, Polen, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich unterstützt. „Scoring for Health“ wurde in Stadien und Fußballakademien beworben, oft unter Beteiligung bekannter Spielerinnen und Spieler, und aus diesen Veranstaltungen resultierten 20-wöchige Schulprogramme mit den Schwerpunkten Ernährungsgewohnheiten, Kochen, Fußball und körperliche Betätigung. In einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren wurden 3 200 Jungen und Mädchen aus 160 Schulen in acht Städten, die den Kurs erfolgreich abgeschlossen haben, mit Diplomen ausgezeichnet.
Zeitleiste
Geschichte des Verbands
Geschichte der Nationalteams
Präsident
Pascale Van Damme
Nationalität: Belgisch
Geburtsdatum: 27. November 1968
Präsidentin seit: 2023
Generalsekretär
Peter Willems
Nationalität: Belgisch
Geburtsdatum: 24. Juni 1974
Generalsekretär seit: 2024