UEFA und Europäischer Ausschuss der Regionen fördern regionale EU-Investitionen in den Sport

Die UEFA und der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) schließen sich im Hinblick auf eine konsolidierte Finanzierung des Sports durch die Europäische Union zusammen, und haben eine gemeinsame Erklärung mit ihren Zielen unterzeichnet.

Der 1. UEFA-Vizepräsident Karl-Erik Nilsson (rechts) und der Präsident des Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz.
Der 1. UEFA-Vizepräsident Karl-Erik Nilsson (rechts) und der Präsident des Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz. ©European Committee of the Regions

Die UEFA und der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) haben sich im Hinblick auf eine konsolidierte Finanzierung des Sports durch die Europäische Union zusammengeschlossen, und verpflichten sich, im Sinne einer starken Kohäsionspolitik zusammenzuarbeiten.

Diese Ziele sind in einer Erklärung festgehalten, die der erste UEFA-Vizepräsident, Karl-Erik Nilsson, und der AdR-Präsident Karl-Heinz Lambertz am Mittwoch bei einer Konferenz in Brüssel unterzeichnet haben.

Delegierte bei der Veranstaltung in Brüssel.
Delegierte bei der Veranstaltung in Brüssel.©European Committee of the Regions

Zu dieser Veranstaltung kamen sämtliche UEFA-Mitgliedsverbände, Mitglieder der UEFA-HatTrick-Kommission sowie leitende Offizielle von EU-Institutionen, darunter der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, zusammen.

Das Ziel der Konferenz war es, die Bedeutung der EU-Finanzierung im Sport im Kontext der EU-Kohäsionspolitik hervorzuheben, die auch künftig ein Pfeiler der EU sein muss.

Früher in diesem Jahr hat die UEFA die Erklärung zur #Cohesion Alliance unterzeichnet, eine vom AdR und den größten regionalen und städtischen Verbänden ins Leben gerufene Initiative für wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion in Europa.

Der Europäischen Ausschuss der Regionen ist ein beratendes Gremium aus lokal und regional gewählten Vertretern der Regionen, Landkreisen, Provinzen, Gemeinden und Städte. Der AdR unterstützt und empfiehlt Maßnahmen, um die EU-Kohäsionspolitik in den 28 EU-Mitgliedstaaten zu stärken.

In der gemeinsamen, von Karl-Erik Nilsson und Karl-Heinz Lambertz unterzeichneten Erklärung verpflichten sich die UEFA und der AdR dazu, besseren Zugang zu und Synergien mit EU-Beiträgen für Investitionen in den Sport zu fördern und die Kooperation für eine starke Kohäsionspolitik zu stärken, mit der wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion in der EU nach 2020 gefördert werden.

In der Erklärung wird betont, dass Sport beachtliche Vorteile bringt, darunter die Wiederbelebung städtischer Gebiete, die soziale Integration benachteiligter Gruppen, die Entwicklung des Tourismus und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

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Zudem wird festgehalten, dass eine fehlende Sportpolitik und ein Mangel an Infrastruktur für Breitensport zwei der wichtigsten Hindernisse sind, die einem freien und gleichberechtigten Zugang zu Sportaktivitäten für alle Bürgerinnen und Bürger, einschließlich Menschen mit Behinderung, im Weg stehen.

Laut der Erklärung ist ein universaler Zugang zu Sportaktivitäten ein entscheidendes Mittel, um wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung zu fördern und die Zahl der Menschen, die Sport treiben, erhöhen. Dadurch würden gemeinsame europäische Werte gefördert sowie Ausbildung, Training und der Erwerb von Fähigkeiten durch den Sport erleichtert.

Karl-Erik Nilsson und Karl-Heinz Lambertz unterzeichnen die Erklärung.
Karl-Erik Nilsson und Karl-Heinz Lambertz unterzeichnen die Erklärung.©European Committee of the Regions

Die Erklärung fordert auch dazu auf, den Beitrag des Sports zur wirtschaftlichen Entwicklung und sozialen Inklusion benachteiligter Gruppen anzuerkennen.

„Uns ist allen bewusst, dass Fußball nicht nur eine Freizeitaktivität ist, sondern ein Motor für wirtschaftliches Wachstum und soziale Inklusion“, sagte Karl-Erik Nilsson. „Er verbessert nicht nur die Gesundheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger, sondern hat auch eine erzieherische Dimension und spielt eine soziale und kulturelle Rolle. Fußball und Sport können auch den Weg hin zu einer besseren europäischen Integration ebnen. Und wir müssen das einzigartige Potenzial des Sports heute mehr denn je nutzen, um Menschen zusammenzubringen. Die UEFA glaubt fest an die Bedeutung des Sports und leistet über das UEFA-HatTrick-Unterstützungsprogramm jedes Jahr einen enormen Beitrag zum Fußball und zum Sport. Dank diesem Programm werden bedeutende Infrastrukturprojekte und Sportaktivitäten in Europa unterstützt. Doch die Bemühungen der UEFA sollten insbesondere auf Breitenfußballebene durch eigene europäische Finanzquellen unterstützt werden. In den Fußball und den Sport zu investieren heißt, in die Zukunft Europas zu investieren. Sportorganisationen, nationale Behörden und EU-Institutionen sollten gemeinsam einen Weg finden, um im Interesse des Sports und im Interesse der Europäischen Union als Ganzes alle Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen.“

Karl-Heinz Lambertz erklärte: „Wir verfolgen dasselbe Ziel wie die UEFA: Den Zusammenhalt und die Solidarität in Europa zu stärken. Investitionen in den Sport kommen auch dem Gesundheitswesen, der sozialen Inklusion, dem Tourismus und der wirtschaftlichen Entwicklung zugute. Deshalb muss die EU auch weiterhin ausreichende kohäsionspolitische Mittel bereitstellen, damit alle Regionen und Städte eine gute Sportinfrastruktur anbieten können. Als Unterstützer der #CohesionAlliance wissen wir aus erster Hand, dass die EU-Strukturfonds tatsächlich etwas bewirken und zu mehr Gesundheit und einer besseren Lebensqualität in unseren Gemeinden beitragen.“

„Der Sport bietet ein einzigartiges Potenzial, das zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Gesellschaften und zur Entwicklung von Städten und Regionen beiträgt“, so Tibor Navracsics. „Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, müssen wir Mittel und Wege finden, um den Sport bereichsübergreifend in unsere Maßnahmen zu integrieren. Insbesondere müssen wir ihn wirksam in die lokalen und regionalen Strategien einbeziehen und dabei auf den besonderen Stärken und Zielen der Regionen und Städte aufbauen.“

Die Vertreterin des Europäischen Parlaments, Tiziana Beghin, Vizepräsidentin der Sports Intergroup, betonte, wie wichtig es sei, Sportaktivitäten und Investitionen in der nächsten europäischen Finanzierungsperiode finanziell zu unterstützen. „Sport muss dringend auf politischer Ebene behandelt werden und ich hoffe, dass dem Sport in den Finanzierungsprogrammen nach 2020 mehr Platz eingeräumt wird.“

Roberto Pella, Berichterstatter des Europarats, betonte in seiner Rede die Notwendigkeit von Investitionen in Sporteinrichtungen und rief dazu auf, den Sport in die nächste europäische Finanzierungsperiode aufzunehmen.
 

 

 

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