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Aus für die Drachen: Bosnier am Boden zerstört

Ein Pfostentreffer hat Bosnien und Herzegowina beim WM-Debüt das Achtelfinale gekostet, doch in der Zukunft sollte man die Elf um Edin Džeko auf jeden Fall auf dem Zettel haben.

Wurden die Erwartungen erfüllt?

In der Gruppe F hatte es Bosnien und Herzegowina mit Argentinien, Nigeria und dem Iran zu tun. Trainer Safet Sušić und seine Spieler hatten das Achtelfinale als Ziel ausgegeben und letztendlich fehlte auch nicht viel, um dies zu erreichen. Um genau zu sein: Es fehlten cirka zehn Zentimeter. Nach einer starken Vorstellung bei der unglücklichen 1:2-Auftaktniederlage gegen Argentinien gab es ein 0:1 gegen Nigeria, bei dem Edin Džeko in allerletzter Minute am Pfosten scheiterte. Wäre der Ball stattdessen ins Tor gegangen, wäre der souveräne Sieg gegen den Iran mehr als nur ein versöhnlicher Abschied gewesen.

Gruppe F: Bosnien und Herzegowina - Argentinien 1:2
Gruppe F: Bosnien und Herzegowina - Nigeria 0:1
Gruppe F: Bosnien und Herzegowina - Iran 3:1

Das schreibt die Presse
Klix.ba: Bosnien und Herzegowina war in Salvador für den Iran eine Nummer zu groß und konnte mit dem ersten WM-Sieg überhaupt Geschichte schreiben. Mit etwas mehr Glück gegen Nigeria hätten die Drachen vielleicht richtig für Aufsehen sorgen können.

Sportske novosti: Das Ziel war das Achtelfinale, doch gegen Argentinien und Nigeria fehlte das Quäntchen Glück. Immerhin gab es am Ende zur Freude aller Drachen-Fans noch einen Sieg.

Stimmen des Teams
Safet Sušić: "Was diese Mannschaft mit diesen Trainern geleistet hat, wird in die Geschichtsbücher eingehen, denn wir waren erstmals bei einer WM. Wir haben ein paar Menschen enttäuscht, aber wenn wir uns einige der anderen Teams ansehen, vielleicht war einfach nicht mehr drin für uns. Trotzdem fahren wir als Neuling mit einem WM-Sieg nach Hause und für uns ist dies ein Erfolg."

Asmir Begović: "Wir haben unser Bestes gegeben, bis zum Schluss gekämpft und jetzt liegt es an uns, aus den Fehlern zu lernen und es in der Zukunft besser zu machen. Ein Spiel konnten wir gewinnen und dürfen stolz darauf sein. Wir müssen uns jetzt so schnell wie möglich auf die anstehende Qualifikationsphase konzentrieren."

Vedad Ibišević mit seinem Treffer gegen Argentinien
Vedad Ibišević mit seinem Treffer gegen Argentinien©Getty Images

Das war gut
Allein die geglückte WM-Qualifikation muss als Erfolg gewertet werden. Bosnien und Herzegowina muss sich überhaupt nicht schämen, für das, was in Brasilien geleistet wurde. Von Nervosität jedenfalls war keine Spur, als man im weltberühmten Estádio do Maracanã sein Debüt gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien gab. Selbst nach einem Eigentor nach nur drei Minuten gab die Mannschaft weiter Gas. Vedad Ibišević hatte die Ehre, Bosniens allererstes WM-Tor zu erzielen und auch wenn das Team gegen Nigeria zunächst Probleme hatte, war vor allem in der Schlussphase des zweiten Gruppenspiels mehr drin. Bosnien und Herzegowina kam mit einer offensiven Spielphilosophie nach Brasilien, hat alles gegeben und ist sich stets treu geblieben.

Das kann sich verbessern
Als die UEFA EURO 2004, die FIFA-WM 2010 sowie die UEFA EURO 2012 allesamt nur ganz knapp verpasst wurden, hat Bosnien und Herzegowina meist die richtigen Schlüsse gezogen und wurde dafür nun belohnt. Das System funktioniert. Die Herausforderung besteht nun darin, mehr junge Spieler in die Mannschaft einzubauen und die Konkurrenz auf allen Positionen zu erhöhen.

Star der Zukunft?
Muhamed Bešić (21) von Ferencvárosi TC hat in Brasilien richtig auf sich aufmerksam gemacht und konnte Lionel Messi im Duell gegen Argentinien fast über die komplette Spielzeit ausschalten. Neben ihm hat man mit Sead Kolašinac, der wie Bešić in Deutschland geboren wurde, einen weiteren viel versprechenden Spieler, der mit dem FC Schalke 04 nächstes Jahr erneut in der UEFA Champions League spielt. In der Offensive kann Bosnien in den nächsten Jahren auf den brandgefährlichen Kreativspieler Izet Hajrović von Galatasaray AŞ bauen.

EURO-Qualifikation

Nach dem WM-Debüt wäre eine verpasste Teilnahme an der UEFA EURO 2016 in Frankreich sicher eine herbe Enttäuschung. Auf dem Weg dahin dürfte sich Belgien als härtester Gegner in der Gruppe B erweisen. Die beiden Teams treffen am 13. Oktober in Zenica erstmals aufeinander, zuvor bekommt es Bosnien mit Zypern und Wales zu tun.