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Kroatien nach der WM: Ein Ausblick

Elvir Islamović, Kroatien-Korrespondent von UEFA.com, hat sich mit Kroatiens Abschneiden bei der FIFA-WM beschäftigt und wagt einen Blick auf die Qualifikation zur UEFA EURO 2016.

Kroatien bei der WM 2014 ©AFP/Getty Images

Wurden die Erwartungen erfüllt?
Die kroatischen Fans haben hohe Ansprüche, was die Nationalmannschaft betrifft. Dies war auch in Brasilien der Fall und viele hatten erwartet, dass sich Kroatien zusammen mit dem Gastgeber in der Gruppe durchsetzt. Doch im entscheidenden Spiel war Mexiko überlegen und Kroatiens Traum war geplatzt. Das vom Verband ausgegebene Ziel ist immer gleich: Eine Teilnahme an der WM ist quasi Pflicht und dann gilt es, bei der Endrunde eine gute Figur abzugeben. Weil man Stars wie Luka Modrić, Ivan Rakitić und Mario Mandžukić im Team hatte, wäre für Kroatien sicher mehr drin gewesen.

Gruppe A: Kroatien - Brasilien 1:3
Gruppe A: Kroatien - Kamerun 4:0
Gruppe A: Kroatien - Mexiko 1:3

Das schreibt die Presse
24sata: Und tschüss, Kroatien. Mexiko hat den Traum vom Erreichen des Achtelfinales zerstört, weil es das bessere Team war und den Sieg verdient hatte. Wir hatten darauf gehofft, Kroatien nach 16 Jahren mal wieder in der K.-o.-Runde zu sehen, doch es sollte nicht sein.

Sportske novosti: Die Leistungsträger haben enttäuscht. Kroatiens "Fantastistas" spielten ohne Fantasie und Luka Modrić hat eine Menge Fehler gemacht. Wenn Modrić nicht mitspielt, kommt Kroatien nicht ins Rollen. Wir sind wie 2002 und 2006 in der Gruppenphase einer WM gescheitert, es ist eine echte Schande.

Stimmen des Teams
Luka Modrić: "Wir sind alle enttäuscht. Wir hatten von uns ein Weiterkommen erwartet und die Qualität dafür war auch vorhanden. Wir müssen jetzt in uns gehen und analysieren, was falsch gelaufen ist. Wir müssen die Lehren daraus ziehen und in die Zukunft blicken."

Niko Kovač: "Meine Mannschaft hat ein gutes Turnier gespielt. Wir waren eine erfrischende Mannschaft, die attraktiven Fußball gespielt hat. Leider haben wir eine starke Gruppe erwischt und hätten vielleicht für eine Überraschung sorgen können, aber das Leben geht weiter. Jetzt werden wir analysieren, was uns in Brasilien gefehlt hat und uns dementsprechend vor der EURO-Qualifikation anpassen. Wir haben eine starke Mannschaft und werden weiter hart arbeiten."

Das war gut
Kroatien hat eine Menge viel versprechender Talente und es gibt keinen Grund, sich für die Zukunft sorgen zu machen. Mateo Kovačić, Marcelo Brozović, Ante Rebić und Šime Vrsaljko sind alle Anfang 20. Auch Modrić, Mandžukić und Rakitić werden noch ein paar Jahre auf höchstem Niveau spielen können, also muss mit Kroatien auch in der Zukunft zu rechnen sein. In der Qualifikation zur UEFA EURO 2016 - und vielleicht auch bei der Endrunde - wird das Team eine gute Rolle spielen.

Niko Kovač hat viele neue Erkenntnisse gewonnen
Niko Kovač hat viele neue Erkenntnisse gewonnen©AFP/Getty Images

Das kann sich verbessern
Niko Kovač ist noch ein relativ unerfahrener Trainer und wird bei der Endrunde sicher einiges gelernt haben. Die 1:3-Auftaktpleite gegen Brasilien war in zehn Partien als U21- und A-Nationaltrainer seine erste Niederlage in einem Länderspiel. Die Qualifikation zur Europameisterschaft bietet auch ihm eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, der Mannschaft eine Handschrift zu verpassen und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft ein offensiver Stil zum Vorschein kommt. Aber er muss eine Lösung für die linke Seite finden, auf der Kroatien schon fast traditionell große Probleme hat.

Star der Zukunft?
Es ist kein Geheimnis, dass Kroatien über viele herausragende Talente verfügt, die in Brasilien erste Erfahrungen sammeln durften. Kovačić, Mittelfeldspieler vom FC Internazionale, ist erst 20 Jahre alt und wird in absehbarer Zukunft Stammspieler in der Nationalmannschaft sein. Verteidiger Vrsaljko (22) hat auf der linken Seite für eine Überraschung gesorgt, während Rebić (20), ein bulliger Stürmer, bis auf seine Roten Karte gegen Mexiko ebenfalls gute Ansätze zeigte. Zu den kommenden Leistungsträgern dürfte sicher auch Brozović (21) gehören.

EURO-Qualifikation
In zwei Jahren dürfte dieser Kader weiter gereift und damit noch stärker sein. Große Probleme sind für Kroatien in der Gruppe H nicht zu erwarten, auch wenn man Norwegen und Bulgarien sicher nicht unterschätzen darf. Im Normalfall wird man gegen Italien um den Gruppensieg kämpfen und das erste Duell am 16. November könnte bereits richtungweisend sein. Zwar hat Kroatien in Brasilien nicht das ganze Potenzial abgerufen, doch nicht nur beim 4:0 gegen Kamerum konnte das Team zeigen, warum Fans hinsichtlich der UEFA EURO 2016 optimistisch sein dürfen.