Hoffnung für Arsenal und Barça? Große Comebacks im Rückspiel

Schlechte News für Barcelona: Noch nie verlor ein Team in Europa das Hinspiel 0:4 und kam dann noch weiter. Gute News für Arsenal: Ein 1:5 aus dem Hinspiel konnte schon gedreht werden - ein Überblick über die größten Comebacks.

Schafft Barcelona etwas Ähnliches, was dem Verein vor 17 Jahren gegen Chelsea gelungen ist?
Schafft Barcelona etwas Ähnliches, was dem Verein vor 17 Jahren gegen Chelsea gelungen ist? ©Getty Images

Nachdem Arsenal und Barcelona ihre Achtelfinal-Hinspiele in der UEFA Champions League mit jeweils vier Toren Unterschied verloren haben, blickt UEFA.com auf die größten Europapokal-Comebacks zurück.

  • Comebacks nach einer Niederlagen mit vier Toren Rückstand

La Chaux-de-Fonds - Leixões 6:2
Leixões - La Chaux-de-Fonds 5:0
1961/62, Europapokal der Pokalsieger, 1. Runde
Nach dem 2:6 setzte niemand mehr einen Pfifferling auf die Truppe von Filpo Núñez, aber nun musste die Schweizer Mannschaft ins Campo de Santana. Noch vor der Pause schoss Osvaldo Silva das 2:0, nach der Pause erzielte Oliveirinha, der zuvor schon getroffen hatte, zwei weitere Tore, und so nahm das Unglück seinen Lauf. Os Bébés ist die einzige Mannschaft, die einen Viertorerückstand aufholte, ohne dass sie die Auswärtstorregel benötigte.

Queens Park Rangers - Partizan 6:2
Partizan - Queens Park Rangers 4:0
1984/85, UEFA-Pokal, 2. Runde
Nach der dramatischen Niederlage sagte QPR-Mittelfeldspieler Gary Waddock. "Wir dachten, unsere Führung würde für das Weiterkommen reichen, aber das Ergebnis zeigt, was passieren kann, wenn man schlecht in ein Europapokalrückspiel startet."

©Getty Images

Borussia Mönchengladbach - Real Madrid 5:1
Real Madrid - Borussia Mönchengladbach 4:0
1985/86, UEFA-Pokal, 3. Runde
Madrid musste zunächst eine hohe Niederlage von einer Mannschaft hinnehmen, die vom künftigen Bayern-Trainer Jupp Heynckes betreut wurde. Aber Jorge Valdano traf im Rückspiel in den ersten 17 Minuten zweimal und brachte damit das Team von Luis Molowny zurück ins Rennen. Dann war auch noch zweimal Santillana zur Stelle und machte das Comeback perfekt. Stürmer Juanito sagte: "Ich war spanischer Nationalspieler, habe bei zwei Weltmeisterschaften gespielt, habe Titel mit Real Madrid gewonnen. Aber dieses Comeback toppt alles. Das ist der glücklichste Tag meines Lebens."

  • Comeback nach einer Niederlage nach fünf kassierten Toren

Honvéd - Panathinaikos 5:2
Panathinaikos - Honvéd 5:1
1987/88, UEFA-Pokal, 3. Runde
Panathinaikos schaffte ein nie erwartetes Comeback, aber eigentlich hatten die Ungarn alles in der Hand, denn im Hinspiel führten sie zwischenzeitlich sogar mit 5:0. Noch nie lag eine Mannschaft mit fünf Toren zurück, um am Ende doch noch in die nächste Runde einzuziehen.

  • Die größten Comebacks in K.-o.-Duellen der UEFA Champions League 

Chelsea - Barcelona 3:1
Barcelona - Chelsea  5:1 n.V.
1999/2000, Viertelfinale
Wie in Paris lag Barcelona schon 0:3 zurück (innerhalb der ersten 38 Minuten), doch dank des Tores von Luís Figo dürften die Katalanen unter Trainer Louis van Gaal noch hoffen. Aber das Team von Gianluca Vialli schaffte die Wende. Es führte schon 2:0, kassierte einen Gegentreffer, doch Dani García sorgte für die Verlängerung, in der Rivaldo (Elfmeter) und Patrick Kluivert trafen. Barcelona schied im Halbfinale aus.

AC Milan - Deportivo La Coruña 4:1
Deportivo La Coruña - AC Milan 4:0
2003/04, Viertelfinale

Walter Pandiani brachte Deportivo im San Siro in Führung, doch auch dank zweier Tore von Kaká schaffte Milan noch den Sieg. Aber noch träumten die Spanier.

Highlights: Deportivo schaffte die unfassbare Wende
Highlights: Deportivo schaffte die unfassbare Wende

Die Mannschaft von Depor-Coach Javier Irureta lag im Rückspiel zur Halbzeit bereits 3:0 vorn und wäre damit bereits weiter gewesen, ehe der eingewechselte Fran González in der 76. Minute traf. Deportivo verlor im Halbfinale.

Real Madrid - Monaco 4:2
Monaco - Real Madrid 3:1

2003/04, Viertelfinale

Als Monaco im Hinspiel durch Reals Leihgabe Fernando Morientes traf, schien noch nichts verloren für den Außenseiter, was auch Trainer Didier Deschamps bestätigte: "Wenn ich das gedacht hätte, hätten wir gleich daheim bleiben können."

Doch im Rückspiel kassierte Monaco wenige Minuten vor der Halbzeit das 0:1, nun schien alles aus zu sein. Ludovic Giuly schaffte den Ausgleich, ehe Morientes abermals einlochte und Giuly das entscheidende 3:1 schoss. Monaco verlor das Finale.

©Getty Images

Napoli - Chelsea 3:1
Chelsea - Napoli 4:1 n.V.

2011/12, Achtelfinale
Zu verdanken hat Chelsea diesen Erfolg wohl dem Trainerwechsel, denn nach der Niederlage in Neapel musste André Villas-Boas gehen, es kam Roberto Di Matteo, der nach den Toren von Didier Drogba, John Terry und Frank Lampard die Verlängerung erreichte, in der Branislav Ivanović in der 105. Minute das Comeback erfolgreich besiegelte. Am Ende setzte sich Chelsea im Finale bei den Bayern durch.

©Getty Images

AC Milan - Barcelona 2:0
Barcelona - AC Milan 4:0

2012/13, Achtelfinale

Bis dahin hatte noch nie eine Mannschaft eine Niederlage mit zwei Toren Rückstand aufgeholt, ohne selbst ein Auswärtstor erzielt zu haben, und auch im Rückspiel sah es für die Blaugrana zunächst bedenklich aus. Die Gastgeber gingen zwar in Führung, hatten dann aber Glück, als M'Baye Niang den Pfosten traf. Und erst als Jordi Alba in der Nachspielzeit das vierte Tor schoss, war das Weiterkommen in trockenen Tüchern. Barcelona verlor im Halbfinale.

Olympiacos - Manchester United 2:0
Manchester United - Olympiacos 3:0
2013/14, Achtelfinale
Der Geist von Sir Alex Ferguson lebt im Old Trafford weiter! Der Rücktritt des Schotten am Ende der vergangenen Saison bedeutete das Ende einer Ära für United, aber sie hatten vom Altmeister gelernt, niemals aufzugeben. Robin van Persie leitete das Comeback ein, als er per Elfmeter traf. Kurz vor der Pause schoss er einen zweiten Treffer, und alles klar machte der Niederländer wenige Minuten nach der Pause mit der Vollendung seines Dreierpacks, als er einen Freistoß versenkte. United schied im Viertelfinale aus.

Paris Saint-Germain - Chelsea 3:1
Chelsea - Paris Saint-Germain 2:0
2013/14, Viertelfinale
Wieder Chelsea! Diesmal aber stand José Mourinho als Trainer an der Seitenlinie. Die Blues hatten Glück, weil Eden Hazard in der ersten Halbzeit noch das Auswärtstor gelungen war. Sechs Tage später kam André Schürrle von der Bank und brachte sein Team in der 32. Minute in Front. Und der ebenfalls eingewechselte Demba Ba sorgte drei Minuten vor dem Ende mit seinem Treffer für unglaublichen Jubel. Chelsea schied im Halbfinale aus.

FC Porto - Bayern München 3:1
Bayern München - FC Porto 6:1
2014/15, Viertelfinale
Portos Führung aus dem Hinspiel hielt in München nicht lange, denn zur Halbzeit lag der FCB schon mit 5:0 vorn. Zwei Tore hatte Robert Lewandowski geschossen. Jackson Martínez ließ noch einmal leichte Hoffnung mit seinem Tor aufkommen, doch Xabi Alonso hatte mit einem Freistoß das letzte Wort.

"Selbst nach dem Spiel in Porto hatte ich das Gefühl, dass wir es schaffen könnten", sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola. "Den Unterschied macht man immer im Kopf. ich versuche immer, den Gegner zu analysieren. Ihre Spielweise in Porto war keine große Überraschung. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, aber heute haben sie nicht ihr Niveau erreicht." Bayern verlor im Halbfinale.

Wolfsburg - Real Madrid 2:0
Real Madrid - Wolfsburg 3:0
2015/16, Viertelfinale
Ricardo Rodriguez und Maximilian Arnold sorgten für ein überraschendes 2:0 im Hinspiel, aber im Rückspiel zeigte Cristiano Ronaldo, wie einzigartig er ist. Er erzielte alle drei Tore - das dritte per Freistoß 13 Minuten vor dem Ende.

Ronaldo sagte. "Real Madrid hatte viele Comebacks in seiner Geschichte, und heute Abend haben wir auch eins geschafft. Die Fans waren wunderbar, wir haben ihnen zu danken. Das war perfekt, ein magischer Abend." Madrid holte zum 11. Mal den Titel.